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Auf
dieser Seite: Verschuldung
Jugend - Integration von Migranten
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Top 17:
Schutz junger Menschen
vor fortschreitender Verschuldung
Landtagsbeschluss vom 13.
November 2002 - Drs. 15/2107
Bericht der Landesregierung |
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Top 21:
Umsetzung des
Konzeptes der Landesregierung zur Integration von Migrantinnen und
Migranten in Schleswig-Holstein
Landtagsbeschluss vom 12. November 2003 - Drs. 15/2992
Bericht der Landesregierung |
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Jeder fünfte junge Mensch
steht in der "Kreide"
Land sucht Wege für Hilfen
aus der Schuldenfalle
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Kiel
(SHL). Die Landesregierung will junge Menschen durch Beratung
und Prävention vor dem Abrutschen in die Schuldenfalle
bewahren. Dies betonte Sozialministerin Heide Moser (SPD) am
Donnerstag, 11. März 2004, in einem entsprechenden
Regierungsbericht. Vertreter aller Parteien begrüßten dieses
Anliegen und kritisierten zugleich die Werbewirtschaft,
die mit teilweise aggressiven Kampagnen übersteigerte
Sehnsüchte wecke. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind
überproportional häufig von Verschuldung betroffen. Grund
hierfür ist der starke Wunsch nach Konsumartikeln –
insbesondere nach Handys.
Die Zahlen, die Ministerin Moser dem Plenum vorlegte, ergeben
ein alarmierendes Bild: Jeder fünfte junge Mensch hat Schulden.
In der Gruppe der 13- bis 24-jährigen stehen elf Prozent der
Jugendlichen nach Schätzungen des Finanzauskunfts-Unternehmens
SCHUFA mit durchschnittlich 1.500 Euro in der Kreide. Unter
18-jährige geben jährlich rund 72 Millionen Euro allein für
Telekommunikation aus.
Niedriges Bildungsniveau - höhere Schulden
Als Grund für die roten Zahlen auf Kinder-Konten machten die
Abgeordneten mangelndes Wissen über den Umgang mit Geld aus,
insbesondere mit dem System der Zinsen. Zudem herrsche eine
lockere Einstellung gegenüber dem Leihen von Geld. Die vor
einigen Jahrzehnten noch weit verbreitete Skepsis gegenüber
Krediten sei inzwischen einem gedankenlosen Umgang gewichen. Am
höchsten sei die Gefahr, in Schulden zu geraten, bei niedrigem
Bildungsniveau und armem Elternhaus.
Als Lösungsansätze setzt die Landespolitik auf
Präventionsarbeit, zum Beispiel in Form des DRK-Centers
"Fit for Money" in Kiel oder der Koordinierungsstelle
"Schuldenberatung" in Rendsburg. Insgesamt stünden im
Lande rund drei Millionen Euro jährlich für diesen Zweck zur
Verfügung. Der Bericht wurde zur
weiteren Beratung an den Soziaausschuss überwiesen.
Hauptredner:
Manfred Ritzek (CDU),
Siegrid Tenor-Alschausky (SPD), Veronika Kolb (FDP), Monika
Heinold (Grüne), Silke Hinrichsen (SSW)
Hintergrund:
Kinder, Jugendliche und junge
Erwachsene sind überproportional häufig von Verschuldung
betroffen. Dieses Fazit zieht die Landesregierung in einem
entsprechenden Bericht. Zahlen des Münchener Instituts
für Jugendforschung bestätigen diesen Trend: Elf Prozent
der 13- bis 17-jährigen sowie 22 Prozent der 21- bis
25-jährigen stehen bei Eltern, Banken oder Freunden in
der Kreide. Die Summen liegen teilweise im vierstelligen
Bereich. Grund für die Verschuldung ist der starke Wunsch
nach Konsumartikeln wie Autos, Mofas oder Handys.
Die Landesregierung setzt bei der Bekämpfung
dieses Phänomens auf Beratung und Prävention und
unterstützt entsprechende Projekte. So hat im Juni 2003
in Kiel das Infocenter "Fit for Money" des
Deutschen Roten Kreuzes seine Arbeit aufgenommen. Die
"Koordinierungsstelle Schuldnerberatung" in
Rendsburg soll die 37 anerkannten örtlichen
Schuldnerberatungsstellen im Lande unterstützen. Das
Projekt "Schuldenprävention
an Schulen"
versucht, durch Informationsveranstaltungen ein
Bewusstsein für die Problematik zu schaffen.
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Integrationskonzept
für Migranten sorgt für Skepsis
Opposition sieht Probleme
bei Sprachförderung
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Kiel (SHL). Die Landesregierung hat ihr Integrationskonzept
als ein geeignetes Mittel zur Verbesserung der Situation der
Migranten in Schleswig-Holstein bezeichnet. Dies hat Innenminister
Klaus Buß (SPD) am Donnerstag, 11. März 2004, bei der Vorlage
eines entsprechenden Berichts bilanziert. Bei der Opposition
riefen die Aussagen des Ministers aber auch Kritik hervor. So
befand etwa die CDU, dass das Konzept hauptsächlich aus
Schlagworten bestehe. Die Vermittlung der deutschen Sprache als
Schlüsselelement zur Integration sei nicht ausreichend
berücksichtigt. Zudem dürften die Arbeitsmarktchancen der
einheimischen Mitbürger nicht eingeschränkt werden. Angesichts
von 4,6 Millionen Arbeitslosen sei der deutsche Arbeitsmarkt
überstrapaziert.
Die
Liberalen schlossen sich dieser Kritik an und forderten darüber
hinaus, die Aussagekraft von Sprachzertifikaten zu verbessern.
Es gebe Fälle, bei denen Inhaber von Zertifikate nicht einen
einzigen deutschen Satz zu Stande brächten.
Sprachunterricht an der
Volkshochschule Kiel
Nach Ansicht der SPD zeige der
Bericht, dass auch ohne zuständiges Bundesrecht auf Landesebene
verdienstvolle Integrationsarbeit geleistet werden könne.
Insofern sei das Papier eine gute Grundlage für die Arbeit des
Landesparlamentes. Laut
den Grünen existiert in Schleswig-Holstein eine
gute Sprachförderungslandschaft. 600 Unterrichtsstunden pro
Migrant, wie vom Bund vorgesehen, reichten jedoch nicht aus.
Der SSW plädierte für möglichst früh einsetzende
Sprachförderung. Auch müssten die Deutschen sich verstärkt
neuen Einflüssen gegenüber öffnen. Migranten seien keine
Gäste, sondern Neubürger.
Der Bericht wurde zur abschließenden Beratung einstimmig an
den Innen- und Rechtsausschuss sowie den Bildungsausschuss
überwiesen.
Hauptredner:
Klaus-Peter Puls (SPD), Klaus Schlie (CDU), Wolfgang Kubicki (FDP),
Irene Fröhlich (Grüne), Silke Hinrichsen (SSW)
Hintergrund:
Auf Antrag von SPD und Grünen
legt die Landesregierung einen Zwischenbericht zur
Umsetzung ihres Konzeptes zur Integration von Migranten in
Schleswig-Holstein vor. Dieses im Juni 2002 vorgestellte
Programm nennt neun Handlungsfelder, darunter
Spracherwerb, Wohnen, Ausbildung, Arbeitswelt und
Gesundheit.
Einige Punkte aus dem Regierungsbericht:
- Die Arbeitslosigkeit
ist bei Zuwanderern mit 24,7 Prozent mehr als doppelt
so hoch wie bei Einheimischen (9,7 Prozent). Einen
Hauptgrund hierfür sieht die Regierung in
mangelhaften Sprachkenntnissen. Deshalb werden aus
Landes- wie aus EU-Mitteln Sprachkurse gefördert,
beispielsweise in den Programmen Arbeit für
Schleswig-Holstein (ASH) und Berufsorientierender
Sprachunterricht (BOS).
- Viele Kinder mit
Migrationshintergrund haben besondere Bedürfnisse bei
der Integration in die deutsche Gesellschaft. Die
Landesregierung strebt daher die Vermittlung
interkultureller Kompetenz für die Mitarbeiter von
Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen sowie die
Vernetzung von deutschen Einrichtungen mit
Einrichtungen der Zuwanderer an.
- Die Landesregierung
strebt langfristig an, dass Migranten entsprechend
ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung im
Öffentlichen Dienst vertreten sind.
- Auf rechtlicher Ebene
setzt sich die Landesregierung auf Bundesebene für
ein Antidiskriminierungsgesetz ein. Außerdem betont
sie die Notwendigkeit humanitärer Regelungen im
Aufenthaltsrecht, zum Beispiel beim Kindernachzug.
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