In Kürze: Meldungen1 (Themen ohne Aussprache) 

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Landes-Seilbahngesetz, 1. Lesung (Top 4; Drs. 15/3253); Statistische Erhebungen (Top 24; Drs. 15/2549, 15/3265); Arbeitsmarktbericht 2002 (Top 20;  Drs.15/3254 )


  Landes-Seilbahngesetz:  Die schleswig-holsteinische Regierung hat auf Druck der EU den Entwurf eines Landesseilbahngesetzes vorgelegt. Das Gesetz dürfte "kaum zur Anwendung kommen", heißt es in dem Entwurf, der  am Donnerstag, 11. März, an die Ausschüsse Wirtschaft sowie Innen und Recht überwiesen wurde. Begründung: In Schleswig-Holstein gibt es keine Seilbahn-Industrie und streng genommen auch keine einzige Seilbahn. Unter das Gesetz fällt so nur Deutschlands nördlichster Ski-Schlepplift am "Monte Bung", dem 168 Meter hohen Bungsberg im Kreis Ostholstein. In dem Paragraphenwerk wird dennoch genau geregelt, wie eine Seilbahn gebaut, betrieben, geschützt und versichert werden muss. Die Regierung lässt keinen Zweifel daran, dass sie so ein Gesetz in Schleswig-Holstein für überflüssig hält. Die Rechtslage ist allerdings klar. Das Land muss die im März 2000 beschlossene EU-Richtlinie über "Seilbahnen für den Personenverkehr" umsetzen, weil sonst dem Bund und letztlich dem Land Geldstrafen bis zu knapp 800.000 Euro täglich drohen. Andere Bundesländer haben bereits Vollzug gemeldet, darunter auch Berlin. Selbst in der Weltstadt "der unbegrenzten Möglichkeiten" gibt es keine Seilbahn.

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  Statistik:  Schleswig-Holsteins Kampf für weniger Amts-Statistiken hat bisher kaum einen zählbaren Erfolg gebracht. Wie die Regierung in einem "Bericht über die Reduzierung von statistischen Erhebungen" mitteilt, verzichtete der Bund auf Druck der Länder seit Ende der 70er Jahre zwar auf einige Erhebungen oder dampfte sie ein. "Da aber gleichzeitig von Seiten der EU das Statistische Programm der Gemeinschaft laufend ausgeweitet wurde, ergaben sich für die Statistischen Landesämter unter dem Strich keine nennenswerten Entlastungen", heißt es in dem Bericht, den der Landtag jetzt abschließend ohne Gegenstimme zur Kenntnis genommen hat. Derzeit müssen allein Wirtschaft und Landwirtschaft etwa 230 Meldepflichten erfüllen, die vor allem im Agrarsektor oft in Brüssel ausgeheckt wurden. Immerhin: Seit 1999 müssen Bauern die Zahl ihrer Schweine statt dreimal nur noch zweimal jährlich melden. Im Gesundheitswesen wurden einige Statistiken sogar komplett gestrichen, so etwa die über Geschlechtskrankheiten. Das Statistische Landesamt, das sich in den vergangenen Jahren immer stärker als Dienstleister verstand, wurde zum Jahreswechsel mit der Hamburger Statistikbehörde verschmolzen. Bei der Zwei-Länder-Behörde arbeiten 480 Beschäftigte.

mehr Infos: plenum-online, April `04

  Arbeitsmarktbericht:  Die Lage auf dem schleswig-holsteinischen Arbeitsmarkt soll sich in der zweiten Jahreshälfte deutlich verbessern. Davon geht jedenfalls das Institut für Regionalforschung der Universität Kiel im jüngsten Arbeitsmarktbericht aus, der für die Landesregierung erstellt wurde. Im Zentrum des Berichts steht das Arbeitsmarktjahr 2002, "das nicht zufrieden stellend verlaufen ist". Im Klartext: In Schleswig-Holstein stieg die Zahl der Erwerbslosen im Jahresmittel um 5.400 auf 121.600 (8,7 Prozent), obwohl das Land kräftig gegen steuerte. Über das Programm "Arbeit für Schleswig-Holstein" wurden 9.500 Erwerbslose gefördert und weitere 34.000 beraten. Kosten: 37,6 Millionen Euro. Die Bilanz des Jahres 2003 fällt noch schlechter aus. Laut Bericht waren im Jahresmittel 136.100 Menschen (plus 14.500) ohne Job. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 9,7 Prozent (plus 1,0). Im laufenden Jahr 2004 scheint eine Trendwende möglich, falls die Reformen am Arbeitsmarkt greifen und der Konjunkturmotor wieder anspringt. So rechnet das Uni-Institut damit, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Spätsommer entspannt. Im Jahresmittel dürfte allerdings auch 2004 die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein nochmals zunehmen - um 5.000 bis 10.000 Menschen. Der Bericht wurde zur abschließenden Beratung dem Sozialausschuss zugeleitet.

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