Der Landtag debattierte vor dem Hintergrund der Bundes-Novelle
des Erneuerbare Energien-Gesetzes (EEG), das unter anderem das
langfristige Ziel von 20 Prozent Anteil an regenerativen Energien
in Deutschland bis 2020 ausgibt. Die Regelungen zur Abnahme- und
Vergütungspflicht sowie zum bundesweiten Kostenausgleich sollen
laut EEG erhalten bleiben.
Der SPD-Abgeordnete Wilhelm Malerius (SPD) rückte die
Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt. Dazu gehöre die Förderung
innovativer Techniken, denn hierdurch entstünden Arbeitsplätze.
Als Ziel für die Zukunft nannte er ein Energiespar-Potenzial von
bis zu 40 Prozent sowie die verstärkte Nutzung von Erdwärme.
Malerius verteidigte den Ausstieg aus der Atomenergie. Denn:
Atomenergie, wie auch fossile Brennstoffe wie Steinkohle, seien
durch die Umweltschäden teurer als es betriebswirtschaftlich den
Anschein habe.
Zu hohe Subventionierung "Gift für die
Wirtschaft"
Demgegenüber verwies Trutz Graf Kerssenbrock (CDU) darauf,
dass Energiepolitik insbesondere auch Wirtschaftspolitik sei. Es
gelte, den Bedarf einer hoch technisierten Gesellschaft zu decken,
die preiswerten Strom brauche. Rot-Grün dagegen erhöhe Abgaben
und agiere dirigistisch. So entstünden dem Stromzahler jährliche
Kosten von 1,4 Milliarden Euro durch die Subventionierung der
Windenergie. Dies sei Gift für die Wirtschaft.
Zu viel Bürokratie warf Christel Aschmoeneit-Lücke (FDP) den
beiden großen Fraktionen vor. Weder staatliche Förderung, noch
staatliche Behinderung der Windenenergie dürfe das Ziel sein.
Deshalb dürfe die Wind-Förderung noch maximal zehn Jahre
andauern und müsse progressiv auf null sinken. Ähnliches gelte
für die Steinkohle.
Detlef Matthiessen (Grüne) betonte den Umweltaspekt, zum
Beispiel die Last der Atomrückstände. Zudem, so Matthiessen,
würden die weltweiten Vorräte an Erdöl und Erdgas in 43
beziehungsweise 64 Jahren erschöpft sein. Deshalb seien
erneuerbare Energien wie auch das Energiesparen dringend
notwendig, und hier sei Schleswig-Holstein sehr fortschrittlich im
Bundesvergleich.
Lars Harms (SSW) wies auf die schleswig-holsteinische
Führungsposition auf dem Windtechnik-Markt hin, die erhalten und
ausgebaut werden müsse. Deshalb sprach er sich entschieden gegen
eine zu starke Förderung der Steinkohle durch
Bundeswirtschaftsminister Clement (SPD) aus. Dies sei
Klientelpolitik, die nicht zu Lasten des Landesteils Schleswig
gehen dürfe.
Minister lobt EEG-Kompromiss
Wirtschaftsminister Bernd Rohwer (SPD) lobte den Kompromiss
beim EEG. Er schaffe Planbarkeit für die heimische Wirtschaft und
sei daher lebenswichtig für Schleswig-Holstein. Innenminister
Klaus Buß (SPD) stellte die Konzepte der Landesregierung in Bezug
auf die Landesentwicklungsplanung dar: Es sollen keine weiteren
Windparks ausgewiesen werden, zudem komme es durch die größere
Leistung modernisierter Anlagen zu einer Reduzierung der Zahl der
Windräder. Die Abstände zu Wohnsiedlungen bleiben erhalten, so
Buß.
Abstimmungsergebnis:
Der rot-grüne Antrag wurde mit den Stimmen von SPD, Grünen und
SSW angenommen. Der CDU-Antrag wurde mit den Stimmen von SPD, FDP,
Grünen und SSW abgelehnt.