Top 23:
Weitere GA-Mittel für
konversionsgeschwächte Regionen in Schleswig-Holstein
Antrag der Fraktion der CDU
Änderungsantrag der Fraktionen von SPD und BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN - Drs. 15/3031
Antrag der
Fraktionen von SPD, CDU, FDP, B` 90/GRÜNEN sowie der Abgeordneten
des SSW - Drs. 15/3034 |
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Top 39:
Förderung von
Existenzgründungen
Landtagsbeschluss vom 3. April 2003 - Drucksachen 15/2565
und 15/2590
Bericht der Landesregierung |
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GA-Mittel: Appell an Berlin
Landtag einig:
Fördermittel werden nach Rückzug
der Bundeswehr dringend benötigt
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Kiel (SHL). Der Bund darf ehemalige Bundeswehr-Standorte in
Schleswig-Holstein nach Abzug der Streitkräfte nicht im Regen
stehen lassen. Diesen Appell schickte der Landtag am Donnerstag,
13. November 2003, in einem gemeinsamen Antrag aller Parteien
Richtung Berlin. Konkret bedeutet das: Die Landesregierung soll
sich auf Bundesebene dafür einsetzen, dass die Fördermittel
aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen
Wirtschaftsstruktur (GA) auch zukünftig ins Land fließen.
Uneinigkeit herrschte im Plenum lediglich in Bezug auf die
bisherige Ausschöpfung der GA-Mittel und über das
Stimmverhalten von CDU und FDP im Bundestag.
Der Bundesfinanzminister hatte geplant, GA-Mittel ab
kommendem Jahr lediglich in den neuen Bundesländern
einzusetzen. Der Haushaltsausschuss des Bundstages hat dies in
der Vorwoche eingeschränkt: 100 Millionen Euro der
Ost-Förderung sollen dem Westen zugute kommen. Hiervon, so der
Landtag, müsse ein ausreichender Anteil nach Schleswig-Holstein
gehen, um den Aderlass zu verkraften, der beispielsweise der
Region Schleswig-Flensburg bevorsteht. Hier soll zum Jahresende
2005 der Standort Tarp-Eggebek wegfallen. Die CDU verwies
darauf, dass Verteidigungsminister Struck (SPD) bei seinem
Besuch in Tarp-Eggebek seine Unterstützung zugesagt habe.
Die FDP bemängelte, das Land habe in diesem Jahr seine
Fördermöglichkeiten nur zu 18 Prozent ausgeschöpft. Rot-Grün
kritisierte, die CDU habe sich im Bundestag bei der Abstimmung
über die Kürzung der GA-Mittel enthalten, die FDP habe dem
sogar zugestimmt. Der SSW betonte, auch der Vorschlag des
Bundes-Haushaltsausschusses bedeute eine Verschlechterung.
Wirtschaftsminister Bernd Rohwer (SPD) gab sich optimistisch,
zehn Millionen Euro Förderung für Schleswig-Holstein zu
erhalten. Dies sei rund 25 Prozent weniger als bisher.
Förderung durch GA-Mittel sind beispielsweise für die Häfen
in Kiel und Lübeck und für Gründerzentren in Niebüll und
Neumünster verwendet worden.
Hauptredner:
Frauke Tengler (CDU),
Jutta Schümann (SPD), Christel Aschmoneit-Lücke, Karl-Martin
Hentschel (Grüne), Lars Harms (SSW), Wirtschaftsminister Bernd
Rohwer (SPD)
Hintergrund:
Im Rahmen der
Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen
Wirtschaftsstruktur für das frühere Bundesgebiet" (GA
West) unterstützen Bund und Länder gewerbliche Unternehmen
und Infrastrukturprojekte in strukturschwachen Regionen.
Berlin und das jeweilige Land tragen die Kosten je zur
Hälfte. Fördergebiete in Schleswig-Holstein sind unter
anderem die Kreise Schleswig-Flensburg, Nordfriesland und
Dithmarschen sowie Teile der Kreise Plön und Ostholstein.
Das Bundes-Finanzministerium hat angekündigt, ab dem
kommenden Jahr keine Bundeszuschüsse mehr für die GA-West
zahlen zu wollen. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat
sich Anfang November dafür ausgesprochen, dass die alten
Länder bis zu 100 Millionen Euro jährlich von den
GA-Mitteln für Ostdeutschland in Anspruch nehmen können,
falls diese nicht ausgeschöpft werden.
Nach Angaben der
Landesregierung wurden im vergangenen Jahr 34,5 Millionen
Euro aus dem GA-Topf für 53 Projekte in Schleswig-Holstein
bewilligt. Damit konnten Investitionen mit einem
Gesamtvolumen von 136,3 Millionen Euro angeschoben, 239
Arbeitsplätze geschaffen und 1.539 Arbeitsplätze gesichert
werden.
Die
CDU fordert weitere Zuschüsse des Bundes für die vom Abbau
der Bundeswehrstandorte besonders betroffenen Gegenden, zum
Beispiel den Kreis Schleswig-Flensburg, wo das
Marinefliegergeschwader 2 in Tarp/Eggebek mit 1.300 Soldaten
Ende 2005 geschlossen werden soll.
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Erfolge im
"Gründerland" unterschiedlich bewertet
Rohwer legt Bericht zu
Existenzgründungen vor
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Kiel (SHL). "Schleswig-Holstein ist ein Gründerland."
So das Fazit von Wirtschaftsminister Bernd Rohwer (SPD) am
Donnerstag, 13. November, in einem vom Landtag beantragten
Bericht zur Förderung von Existenzgründungen. In
Schleswig-Holstein gebe es mehr Gründer, als in jedem anderen
westdeutschen Flächenland, betonte der Minister und wies auf eine
Reihe von Förderprogrammen hin, die den Weg in die Selbstständigkeit
unterstützten. So berieten Investitions- und Bürgschaftsbank
Existenzgründer, der Innovationsfonds unterstütze gezielt
Zukunftsbranchen. Dennoch müsse das Klima für Gründer weiter
verbessert werden; gegenüber angloamerikanischen Ländern
bestehe noch immer Nachholbedarf, räumte Rohwer ein. Die
Opposition vermisste den Nachweis, dass der Aufwand der
Förderungsmaßnahmen im angemessenen Verhältnis zum Erfolg
stehe.
So belege der Bericht zwar ein gutes Klima für
Existenzgründungen in Schleswig-Holstein; dieses schlage sich
jedoch kaum in der Entstehung neuer Arbeitsplätze nieder, kritisierten
Sprecher von CDU und FDP. Zudem fehlten in dem Bericht klare
Kriterien für die Bewertung der Wirtschaftsförderung. Diese
erreiche nur einen sehr kleinen Teil der Betriebe und einen kaum
mehr messbaren Anteil der Existenzgründer. Die
Mittelstandspolitik der Landesregierung müsse neu ausgerichtet
werden.
Zufrieden zeigten sich hingegen Rot-Grün und SSW mit den von
Rohwer präsentierten Ergebnissen. So reiche beispielsweise eine
einzige qualifizierte Beratung oftmals aus, um die Insolvenz
eines neuen Unternehmens zu verhindern; der Erfolg der
Beratungsangebote des Landes zeige sich daran, dass 60 Prozent
aller neu gegründeten Unternehmen langfristig am Markt blieben.
Hier habe sich ein nachhaltiger Trend etabliert. Im Bereich der
Existenzgründungen sei Schleswig-Holstein gut aufgestellt.
Laut Regierungsbericht ist ungeachtet der Wirtschaftsflaute die Zahl von
Existenzgründungen in Schleswig-Holstein 2002 mit 27.771 ähnlich hoch
gewesen wie in den Vorjahren.
Der Bericht wurde dem Wirtschaftsausschuss zur weiteren
Beratung zugeleitet.
Hauptredner:
Wirtschaftsminister Bernd Rohwer (SPD); Christel
Aschmoneit-Lücke (FDP); Roswitha Strauß (CDU); Karl-Martin
Hentschel (B´90/Grüne); Lars Harms (SSW)
Hintergrund:
Laut
Wirtschaftsministerium sind im Jahre 2002 insgesamt 27.771
Gewerbe in Schleswig-Holstein angemeldet worden, was in
etwa dem Niveau der Vorjahre entspricht. In ihrem Bericht
weist die Landesregierung darauf hin, dass die
schleswig-holsteinische Selbständigenquote mit 12,1
Prozent der Erwerbstätigen über dem Bundesdurchschnitt
von 10,6 Prozent liegt und dass das Land damit im
Vergleich aller deutschen Länder den zweiten Platz
belegt.
Fördermöglichkeiten für Existenzgründer bieten
unter anderem die Investitionsbank Schleswig-Holstein, die
Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein und die
Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein GmbH. Das Land hat ein
spezielles Existenzgründerinnenprogramm aufgelegt.
Weitere Ansprechpartner für Existenzgründer sind
beispielsweise die Technologiestiftung, der Verein
"Investoren für Unternehmen in Schleswig-Holstein e.
V.", die Patentinformationsstelle und die
Wirtschaftsförderung Schleswig-Holstein GmbH.
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