Auf dieser Seite: Interreg-Förderung im Grenzgebiet - Spielbanken

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Top 25: 
Fortsetzung der INTERREG-Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im deutsch-dänischen Grenzgebiet
Antrag der Abgeordneten des SSW

Drucksache: 15/2972
-Plenarprotokoll-
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Top 33: 
Privatisierung der Spielbanken im Lande Schleswig-Holstein
Antrag der Fraktion der CDU
Drucksache: 15/3005
-Plenarprotokoll-
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INTERREG-Förderung fortsetzen
Landtag folgt geschlossen SSW-Antrag

Kiel (SHL).  Einmütig hat der Landtag am Mittwoch, 12. November 2003, die Landesregierung aufgefordert, sich bei der EU für eine Fortsetzung der INTERREG-Förderprogramme auch nach 2006 in gleicher Höhe wie in den Vorjahren stark zu machen. Hintergrund: Im Rahmen der EU-Osterweiterung müssen die Finanzen innerhalb der Union neu geregelt werden. Viele der neuen Mitglieder haben strukturschwache Gebiete, die Fördermittel verlangen. Gleichzeitig wollen die bisherigen 15 EU-Staaten nicht mehr Geld als bislang in die Brüsseler Kasse zahlen. Deshalb hat der antragstellende SSW befürchtet, dass auch die Fortführung der europäischen INTERREG-Programme speziell im deutsch-dänischen Grenzgebiet in ihrer bisherigen Form gefährdet sein könnte. 

INTERREG III läuft noch bis 2006. Das Programm soll die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen einzelnen Staaten und Regionen innerhalb der EU verbessern. Schleswig-Holstein ist auf transnationaler Ebene an Kooperationsprojekten im Nord- und Ostseeraum beteiligt ("INTERREG III b Nordsee" und "III b Ostsee"). Für den Zeitraum 2000 bis 2006 hat die EU für diese Vorhaben insgesamt rund 450 Millionen Euro veranschlagt. Auf lokaler Ebene bemühen sich die Kreise Nordfriesland, Flensburg-Schleswig, die KERN-Region und die Städte Lübeck und Flensburg um eine engere Zusammenarbeit mit den dänischen Nachbarämtern Sønderjylland, Fyn und Storstrøm. Insgesamt stellt die EU für alle INTERREG-Projekte der Gemeinschaft 4,875 Milliarden Euro bereit. Noch einmal so viel müssen die beteiligten Partner aus den Regionen zuschießen.  

Der Antrag des SSW fand bei allen Fraktionen breite Unterstützung. Die INTERREG-Förderung dürfe nicht allein auf die neuen EU-Mitgliedsländer begrenzt werden, so die einhellige Meinung. Die bisherigen Erfolge im Grenzgebiet würden dadurch gefährdet. Im Verteilungskampf um die Mittel, sei es wichtig, dass sich die Landesregierung frühzeitig in Brüssel Gehör verschaffe.

Stimmen aus den Fraktionen:

Anke Spoorendonk (SSW): Es ist unbestritten, dass die INTERREG-Förderung viele Erfolge erreicht hat. Ein Wegfall würde einen herben Rückschlag für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit an der deutsch-dänischen Grenze bedeuten.

Rolf Fischer (SPD): Die INTERREG-Mittel sind ein fast unverzichtbares Lebensmittel für die grenzüberschreitende Kooperation. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit muss von der EU weiter gefördert werden. Die Kooperation mit Dänemark und mit anderen Ostseeanrainern ist eine der Zukunftsoptionen dieses Landes.

Brita Schmitz-Hübsch (CDU): Auf den unterschiedlichsten Ebenen gibt es eine Vielzahl von Kontakten und Projekten. Besondere Erfolgs-Stories sind die gemeinsamen internationalen Studiengänge zwischen der Universitet Syddansk in Sonderburg und den Hochschulen in Flensburg sowie die Kooperation bei der Strahlenbehandlung von Krebspatienten am Franziskus-Krankenhaus in Flensburg.

Joachim Behm (FDP): Der reflexartige Ruf nach neuen Töpfen und mehr Geld greift für mich aber zu kurz. Vielmehr ist es jetzt notwendig sich dafür zu entscheiden, welche Schwerpunkte wir künftig in unserer Grenzregion setzen wollen.

Detlef Matthiessen (Grüne): Gerade dem "Mare Balticum" kommt bei der Regionalförderung der EU als Brücke im Ostseeraum eine elementare Bedeutung zu.

Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD): Wir müssen nicht angeschubst werden, um die Aufgaben zu erledigen, die unsere Pflicht sind: Das machen wir schon.  Aus Sicht des Landes Schleswig-Holstein spielt INTERREG IV eine wichtige Rolle. Wir warnen vor einer einseitigen Umverteilung der INTERREG-Mittel zu Gunsten der osteuropäischen Länder.

Hintergrund:
  Unter dem Titel "INTERREG" fördert die Europäische Union die Zusammenarbeit zwischen Regionen und Staaten der EU. Die dritte Phase dieses Programms wurde im Jahre 2000 für eine Laufzeit von sechs Jahren ins Leben gerufen. Das Land Schleswig-Holstein beteiligt sich an den transnationalen Initiativen "INTERREG IIIb Nordsee" und "IIIb Ostsee". Für den Zeitraum 2000 bis 2006 hat die EU für diese Vorhaben insgesamt rund 450 Millionen Euro veranschlagt.
  Unter dem Titel "IIIa" gibt es grenzübergreifende Projekte zwischen schleswig-holsteinischen Kreisen und dänischen Ämtern, unter anderem zwischen den Kreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg sowie dem Amt Sønderjylland. Ziel ist die Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts der Beteiligten. Für das Grenzgebiet sind insgesamt 13,8 Millionen Euro im Topf, die schon knapp zur Hälfte für insgesamt 17 Projekte verwendet wurden – unter anderem für eine Schulklasse, die abwechselnd in Niebüll und Tondern unterrichtet wird und für eine deutsch-dänische Schnellbuslinie.
  Der SSW setzt sich dafür ein, dass die Förderung auch nach der EU-Osterweiterung in vergleichbarer Höhe fortgesetzt wird. Die Verantwortlichen in der Grenzregion fürchten außerdem, bei einer möglichen Zusammenlegung der Fördertöpfe auf Kreisebene zugunsten der Städte Kiel und Lübeck Abstriche machen zu müssen.

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Spielbanken: Privatisierung soll Kugel ins Rollen bringen
Rot-Grün: Karten nicht zu schnell aus der Hand geben

Kiel (SHL). Vor dem Hintergrund der Beinahe-Pleite der Spielbank Westerland und ähnlich dramatischer Entwicklungen im Kasino Travemünde hat die CDU am Mittwoch, 12. November 2003, eine Privatisierung der Spielbanken in Schleswig-Holstein gefordert. Privat-Investoren könnten die Spielbanken effizienter und kundennäher betreiben. "Wenn man Banken privat betreiben kann, dann Spielbanken allemal", begründete Hans-Jörn Arp (CDU) den Antrag seiner Fraktion. Eine Überarbeitung des alten Gesetzes sei ohnehin notwendig. Bislang ist vorgeschrieben, dass das Land mehrheitlich an den Spielbanken in Schleswig-Holstein beteiligt muss. Nach der Fusion der Hamburger und der schleswig-holsteinischen Landesbank sei genau das jedoch nicht mehr gegeben, so Arp: An der neuen HSH-Bank, die über eine Tochterfirma alle Spielbanken in Schleswig-Holstein betreibt, halte das Land nur noch einen Anteil von 16 Prozent. Es sei also akuter Handlungsbedarf gegeben.

Im Zuge der anstehenden Neuregelung solle die Privatisierung erlaubt werden, pflichtete auch die FDP bei. Das bringe dem Land gleich doppelt Geld ein. Zum einen durch den Verkauf der Spielbanken; auf der anderen Seite seien unter der Führung privater Investoren höhere Umsätze und damit auch eine höhere Spielbanken-Abgabe für das Land zu erwarten.

Den Argumenten mochte sich Rot-Grün und SSW nicht verschließen. Der Antrag wurde einstimmig zur weiteren Beratung in den Innen- und Rechtsausschuss überwiesen. Nur in einem Punkt bestand kein Konsens. Innenminister Klaus Buß (SPD) sah, ebenso wie die SPD-Fraktion, keinen dringenden Handlungsbedarf. Die bestehenden Konzessionen könnten nicht zurück genommen werden und würden noch bis 2011 gelten. Bis dahin müsse aber auf jeden Fall eine Neuregelung beschlossen sein. Zu bedenken gab Buß, dass eine späte Novellierung auch eine Chance sein könnte: Sie könne – vor dem Hintergrund des anhaltenden Trends zum Automatenspiel – der aktuellen technischen Entwicklung auf diesem Gebiet Rechnung tragen.

Hauptredner: Hans-Jörn Arp (CDU); Klaus-Peter Puls (SPD); Heiner Garg (FDP); Monika Heinold (B´90/Grüne); Lars Harms (SSW); Innenminister Klaus Buß (SPD)

Hintergrund:
  Die CDU will die fünf schleswig-holsteinischen Spielbanken in Travemünde, Westerland, Schenefeld, Kiel und Flensburg privatisieren. Bislang unterstehen die Casinos der Spielbank SH GmbH & Co., einer Tochter der HSH Nordbank. Nach Auffassung der Union kann durch eine Privatisierung das so genannte "Lebendspiel", also beispielsweise Roulette oder Black Jack unter Spielleitung eines Croupiers, an allen Standorten erhalten werden. In Travemünde und Westerland sind aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten Gehaltskürzungen zwischen 18 und 20 Prozent geplant.

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