Top 25:
Fortsetzung der
INTERREG-Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im
deutsch-dänischen Grenzgebiet
Antrag der Abgeordneten des
SSW |
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Top 33:
Privatisierung
der Spielbanken im Lande Schleswig-Holstein
Antrag der Fraktion
der CDU |
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INTERREG-Förderung
fortsetzen
Landtag folgt geschlossen
SSW-Antrag
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Kiel (SHL). Einmütig hat der Landtag am Mittwoch, 12. November 2003,
die
Landesregierung aufgefordert, sich bei der EU für eine
Fortsetzung der INTERREG-Förderprogramme auch nach 2006 in gleicher Höhe wie
in den Vorjahren stark zu machen. Hintergrund: Im Rahmen
der EU-Osterweiterung müssen die Finanzen innerhalb der Union
neu geregelt werden. Viele der neuen Mitglieder haben
strukturschwache Gebiete, die Fördermittel verlangen.
Gleichzeitig wollen die bisherigen 15 EU-Staaten nicht mehr Geld
als bislang in die Brüsseler Kasse zahlen. Deshalb hat der
antragstellende SSW befürchtet, dass auch die Fortführung der
europäischen INTERREG-Programme speziell im deutsch-dänischen
Grenzgebiet in ihrer bisherigen Form gefährdet sein
könnte.
INTERREG III läuft noch bis 2006. Das Programm soll die
grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen einzelnen Staaten
und Regionen innerhalb der EU verbessern. Schleswig-Holstein ist
auf transnationaler Ebene an Kooperationsprojekten im Nord- und
Ostseeraum beteiligt ("INTERREG III b Nordsee" und
"III b Ostsee"). Für den Zeitraum 2000 bis 2006 hat die EU für diese Vorhaben
insgesamt rund 450 Millionen Euro veranschlagt. Auf lokaler Ebene bemühen sich die Kreise
Nordfriesland, Flensburg-Schleswig, die KERN-Region und die
Städte Lübeck und Flensburg um eine engere Zusammenarbeit mit
den dänischen Nachbarämtern Sønderjylland, Fyn und Storstrøm.
Insgesamt stellt die EU für alle INTERREG-Projekte der
Gemeinschaft 4,875 Milliarden Euro bereit. Noch einmal so viel
müssen die beteiligten Partner aus den Regionen zuschießen.
Der Antrag des SSW fand bei allen Fraktionen breite
Unterstützung. Die INTERREG-Förderung dürfe nicht allein auf
die neuen EU-Mitgliedsländer begrenzt werden, so die einhellige
Meinung. Die bisherigen Erfolge im Grenzgebiet würden dadurch
gefährdet. Im Verteilungskampf um die Mittel, sei es wichtig,
dass sich die Landesregierung frühzeitig in Brüssel Gehör
verschaffe.
Stimmen aus den Fraktionen:
Anke Spoorendonk (SSW): Es ist unbestritten, dass die
INTERREG-Förderung viele Erfolge erreicht hat. Ein Wegfall
würde einen herben Rückschlag für die grenzüberschreitende
Zusammenarbeit an der deutsch-dänischen Grenze bedeuten.
Rolf Fischer (SPD): Die INTERREG-Mittel sind ein fast
unverzichtbares Lebensmittel für die grenzüberschreitende
Kooperation. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit muss von
der EU weiter gefördert werden. Die Kooperation mit Dänemark
und mit anderen Ostseeanrainern ist eine der Zukunftsoptionen
dieses Landes.
Brita Schmitz-Hübsch (CDU): Auf den unterschiedlichsten
Ebenen gibt es eine Vielzahl von Kontakten und Projekten.
Besondere Erfolgs-Stories sind die gemeinsamen internationalen
Studiengänge zwischen der Universitet Syddansk in Sonderburg
und den Hochschulen in Flensburg sowie die Kooperation bei der
Strahlenbehandlung von Krebspatienten am Franziskus-Krankenhaus
in Flensburg.
Joachim Behm (FDP): Der reflexartige Ruf nach neuen
Töpfen und mehr Geld greift für mich aber zu kurz. Vielmehr
ist es jetzt notwendig sich dafür zu entscheiden, welche
Schwerpunkte wir künftig in unserer Grenzregion setzen wollen.
Detlef Matthiessen (Grüne): Gerade dem "Mare Balticum"
kommt bei der Regionalförderung der EU als Brücke im
Ostseeraum eine elementare Bedeutung zu.
Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD): Wir müssen
nicht angeschubst werden, um die Aufgaben zu erledigen, die
unsere Pflicht sind: Das machen wir schon. Aus Sicht des
Landes Schleswig-Holstein spielt INTERREG IV eine wichtige
Rolle. Wir warnen vor einer einseitigen Umverteilung der
INTERREG-Mittel zu Gunsten der osteuropäischen Länder.
Hintergrund:
Unter dem Titel "INTERREG"
fördert die Europäische Union die Zusammenarbeit
zwischen Regionen und Staaten der EU. Die dritte Phase
dieses Programms wurde im Jahre 2000 für eine Laufzeit
von sechs Jahren ins Leben gerufen. Das Land
Schleswig-Holstein beteiligt sich an den transnationalen
Initiativen "INTERREG IIIb Nordsee" und "IIIb
Ostsee". Für den Zeitraum 2000 bis 2006 hat die EU
für diese Vorhaben insgesamt rund 450 Millionen Euro
veranschlagt.
Unter dem Titel "IIIa" gibt es
grenzübergreifende Projekte zwischen
schleswig-holsteinischen Kreisen und dänischen Ämtern,
unter anderem zwischen den Kreisen Nordfriesland und
Schleswig-Flensburg sowie dem Amt Sønderjylland. Ziel ist
die Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen
Zusammenhalts der Beteiligten. Für das Grenzgebiet sind
insgesamt 13,8 Millionen Euro im Topf, die schon knapp zur
Hälfte für insgesamt 17 Projekte verwendet wurden –
unter anderem für eine Schulklasse, die abwechselnd in
Niebüll und Tondern unterrichtet wird und für eine
deutsch-dänische Schnellbuslinie.
Der SSW setzt sich dafür ein, dass die Förderung
auch nach der EU-Osterweiterung in vergleichbarer Höhe
fortgesetzt wird. Die Verantwortlichen in der Grenzregion
fürchten außerdem, bei einer möglichen Zusammenlegung
der Fördertöpfe auf Kreisebene zugunsten der Städte
Kiel und Lübeck Abstriche machen zu müssen.
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Spielbanken:
Privatisierung soll Kugel ins Rollen bringen
Rot-Grün: Karten nicht
zu schnell aus der Hand geben
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Kiel
(SHL). Vor dem Hintergrund der Beinahe-Pleite der
Spielbank Westerland und ähnlich dramatischer Entwicklungen im
Kasino Travemünde hat die CDU am Mittwoch, 12. November 2003,
eine Privatisierung der Spielbanken in Schleswig-Holstein
gefordert. Privat-Investoren könnten die Spielbanken
effizienter und kundennäher betreiben. "Wenn man Banken
privat betreiben kann, dann Spielbanken allemal",
begründete Hans-Jörn Arp (CDU) den Antrag seiner Fraktion.
Eine Überarbeitung des alten Gesetzes sei ohnehin notwendig.
Bislang ist vorgeschrieben, dass das Land mehrheitlich an den
Spielbanken in Schleswig-Holstein beteiligt muss. Nach der
Fusion der Hamburger und der schleswig-holsteinischen Landesbank
sei genau das jedoch nicht mehr gegeben, so Arp: An der neuen
HSH-Bank, die über eine Tochterfirma alle Spielbanken in
Schleswig-Holstein betreibt, halte das Land nur noch einen
Anteil von 16 Prozent. Es sei also akuter Handlungsbedarf
gegeben.
Im Zuge der anstehenden Neuregelung solle die Privatisierung
erlaubt werden, pflichtete auch die FDP bei. Das bringe dem Land
gleich doppelt Geld ein. Zum einen durch den Verkauf der
Spielbanken; auf der anderen Seite seien unter der Führung
privater Investoren höhere Umsätze und damit auch eine höhere
Spielbanken-Abgabe für das Land zu erwarten.
Den Argumenten mochte sich Rot-Grün und SSW nicht
verschließen. Der Antrag wurde einstimmig zur weiteren Beratung
in den Innen- und Rechtsausschuss überwiesen. Nur in einem
Punkt bestand kein Konsens. Innenminister Klaus Buß (SPD) sah,
ebenso wie die SPD-Fraktion, keinen dringenden Handlungsbedarf.
Die bestehenden Konzessionen könnten nicht zurück genommen
werden und würden noch bis 2011 gelten. Bis dahin müsse aber
auf jeden Fall eine Neuregelung beschlossen sein. Zu bedenken
gab Buß, dass eine späte Novellierung auch eine Chance sein
könnte: Sie könne – vor dem Hintergrund des anhaltenden
Trends zum Automatenspiel – der aktuellen technischen
Entwicklung auf diesem Gebiet Rechnung tragen.
Hauptredner:
Hans-Jörn Arp
(CDU); Klaus-Peter Puls (SPD); Heiner Garg (FDP); Monika Heinold
(B´90/Grüne); Lars Harms (SSW); Innenminister Klaus Buß (SPD)
Hintergrund:
Die CDU will die fünf
schleswig-holsteinischen Spielbanken in Travemünde,
Westerland, Schenefeld, Kiel und Flensburg privatisieren.
Bislang unterstehen die Casinos der Spielbank SH GmbH
& Co., einer Tochter der HSH Nordbank. Nach Auffassung
der Union kann durch eine Privatisierung das so genannte
"Lebendspiel", also beispielsweise Roulette oder
Black Jack unter Spielleitung eines Croupiers, an allen
Standorten erhalten werden. In Travemünde und Westerland
sind aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten
Gehaltskürzungen zwischen 18 und 20 Prozent geplant.
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