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Unterschiedliche
Diät-Pläne für
schlanke Verwaltung
Reform bleibt im Landtag
weiterhin umstritten
Kiel (lno/SHL) - Alle Fraktionen im schleswig-holsteinischen
Landtag wollen die Verwaltung verschlanken, doch über das "Wie" sind
Regierungs- und Oppositionslager weiterhin tief gespalten. Die CDU warf der rot-grünen Landesregierung am Freitag,
14. November 2003, vor, ihre Reformpläne seien lediglich eine Mogelpackung. Finanzminister Ralf Stegner (SPD)
konterte, die CDU mache in ihrem eigenen Konzept nur nebulöse Andeutungen und sage nicht, auf welche Aufgaben das Land verzichten
solle.
Die Regierung hatte am vergangenen Dienstag ihre Pläne
vorgestellt, demnach im Rahmen der Verwaltungsreform die Landesbehörden
umgestalten und effizienter gestaltet werden sollen. Dadurch sollen 2,1
Millionen Euro jährlich eingespart werden. Landeskompetenzen, die bislang von unteren
Landesbehörden wahrgenommen wurden, sollen an die Kreise
und Kommunen abgegeben werden. Dies gilt beispielsweise für
die Bereiche Wasserwirtschaft, Regionalentwicklung und
Flurneuordnung. Nach der Auflösung der Oberfinanzdirektion soll nun
die Zahl der Finanzämter von 21 auf 17 reduziert werden. Die staatlichen Umweltämter und die Ämter für
ländliche Räume werden aufgelöst und in einem Landesamt
für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft mit Sitz in
Itzehoe zusammengefasst. Aus dem jetzigen Amt für Natur und
Umwelt soll ein Institut zur wissenschaftlichen
Grundlagenarbeit werden.
Schlanke Verwaltung
kontra "Lachnummer"
"Am Ende steht eine deutlich schlankere Verwaltung", versicherte
Stegner in der Debatte. "Wir haben die schlankste Finanzverwaltung in der ganzen Bundesrepublik." FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki bezeichnete das Regierungskonzept
dagegen als "eine karnevalistische Lachnummer". Besonders Umweltminister Klaus
Müller (Grüne) weigere sich, etwas abzugeben.
Der CDU-Innenpolitiker Klaus Schlie kritisierte die Reformpläne
der Regierung als unwirtschaftlich, unprofessionell und bürgerfern.
Die Unionsfraktion hatte ein eigenes Papier zur Modernisierung der Verwaltung vorgelegt. Danach sollen alle öffentlichen Aufgaben auf
den Prüfstand. Das Land solle einen Großteil der Aufgaben auf die Kommunen übertragen.
"Die CDU will, was die Regierung längst tut", befand der SPD-Abgeordnete Klaus-Peter Puls.
Grünes
"Verbal-Stakkato" im Plenarsaal
Grünen-Fraktionschef Karl-Martin Hentschel listete
minutenlang, stakkatoartig die bisherigen Reformschritte auf und attackierte die Opposition:
"Die CDU hat sich bisher mehr als Bremser denn als Akteur betätigt. Sie hat nun bei den
beschlossenen und bei den bevorstehenden Reformen die Chance, dies zu
korrigieren, die Reformen zu unterstützen oder sogar durch mutige
Vorschläge die Entwicklung voranzutreiben." Der SSW sieht in den
Regierungsplänen Schritte in die richtige Richtung. "Von einer
Partei, die sich selbst als kommende Regierungspartei sieht, hätte
sich der SSW einfach mehr Mut und mehr Klarheit erwartet", meinte der
Abgeordnete Lars Harms an die Adresse der Union
Beschlussfassung:
Der Antrag der CDU
(15/2993) wurde zur weiteren Beratung an den Innen- und
Rechtsausschuss überwiesen
Hintergrund:
Die Landesregierung
plant, im Rahmen der Verwaltungsreform die Landesbehörden
umzugestalten und effizienter zu machen. Dadurch sollen 2,1
Millionen Euro jährlich eingespart werden.
Landeskompetenzen, die bislang von unteren
Landesbehörden wahrgenommen wurden, sollen an die Kreise
und Kommunen abgegeben werden. Dies gilt beispielsweise für
die Bereiche Wasserwirtschaft, Regionalentwicklung und
Flurneuordnung.
Nach der Auflösung der Oberfinanzdirektion soll nun
die Zahl der Finanzämter von 21 auf 17 reduziert werden.
Die staatlichen Umweltämter und die Ämter für
ländliche Räume werden aufgelöst und in einem Landesamt
für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft mit Sitz in
Itzehoe zusammengefasst. Aus dem jetzigen Amt für Natur und
Umwelt soll ein Institut zur wissenschaftlichen
Grundlagenarbeit werden.
Auch die CDU strebt eine Übertragung von
Landesaufgaben "nach unten" an. Zudem sollen
bisherige staatliche Leistungen aus dem Katalog gestrichen
werden. Gemeinden sollen finanzielle Anreize für die
Zusammenarbeit untereinander und für wirtschaftliches und
bürgernahes Handeln geboten werden. Hier sollen drei bis
vier "Regionalämter" als Unterstützung dienen.
mehr Infos
zu Verwaltungsreform (Debatte): plenum-online,
April 2003
(www..sh-landtag.de/plenumonline/april03/texte/
06_verwaltungsstrukturreform.htm)
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