Top 37:
Wassertourismus -
Vorschläge der Landesregierung
Antrag der Fraktion der FDP |
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Top 32:
Entkoppelung von Prämien
in der Landwirtschaft
Antrag der Abgeordneten des
SSW |
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Wasser auf
Schleswig-Holsteins Tourismusmühlen
Opposition wirft
Regierung mangelnde Initiative vor
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Kiel (SHL). Die Opposition im Landtag hat am
Donnerstag, 13. November 2003, einen Antrag der FDP zum Anlass
genommen, der Regierung Versäumnisse bei der
Entwicklung des Wassertourismus vorzuwerfen. In dem Antrag, der
letztendlich mit den Stimmen von Rot-Grün und SSW abgelehnt
wurde, sollte Wirtschaftsminister Rohwer (SPD) aufgefordert
werden, einen im Juni "vollmundig angekündigten
Bericht" , so Christel Aschmoneit-Lücke (FDP), bis zum 19.
November vorzulegen: "Lassen sie ihren Worten Taten
folgen", forderte Aschmoneit-Lücke.
Als "Nonsens" wiesen Hermann Benker
(SPD) und Lars Harms (SSW) den FDP-Vorstoß zurück: Dieser
werde sich von selbst erledigen, da Rohwer den entsprechenden
Bericht ohnehin dem Ausschuss vorlegen werde. Ein Anruf im
Ministerium hätte genügt, um sich über den aktuellen Stand zu
informieren. Der Antrag ziele nur darauf ab, die Landesregierung
als "ideenlose Faulenzer" da stehen zu lassen, sagte
Detlef Matthiessen (B´90/Grüne). Die Planungen zum
Wassertourismus seien bereits in der Umsetzung, beruhigte
Wirtschaftsminister Rohwer. Er werde darüber "gerne"
auch im Ausschuss weiter diskutieren.
Eine Ausschuss-Sitzung allein werde dem Thema
nicht gerecht, kritisierte Hans-Jörn Arp (CDU): Es sei nötig,
alle Beteiligten an einen Tisch zu holen. Immerhin gebe es im
Bereich Wassertourismus ein Steigerungspotential von 20 Prozent,
unterstrich Arp die Bedeutung der Branche für
Schleswig-Holstein.
Hintergrund:
Zum Bereich
Wassertourismus zählen beispielsweise das Wasserwandern
mit Kanu, Kajak oder Ruderboot, der Bereich Haus- und
Motorboote, das Segeln, Surfen, Tauchen, Angeln oder das
Jet- und Wasserski-Fahren. Auch die Ausflugs- und die
Fährschifffahrt gehören dazu. Marktforschungsstudien
zufolge üben circa zehn Millionen Bundesbürger
regelmäßig oder gelegentlich Freizeit-Aktivitäten im,
am und auf dem Wasser aus. Die deutsche
Wassersportwirtschaft beschäftigt rund 20.000 Menschen
und verzeichnet einen Gesamtumsatz von 1,8 Milliarden Euro
pro Jahr (Zahlen aus dem Jahr 2000).
mehr
Informationen: plenum-online,
Juni
2003
(www..sh-landtag.de/plenumonline/juni2003/texte/
19_21_wassertouri_hausgeschichte.htm)
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Agrarsubventionen
weiter
in der Debatte
Kritik an fehlender
Marschrichtung bei Umstellung
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Kiel (SHL). Im Zuge der von
der EU vorgesehenen Entkoppelung von Subvention und Produktion in
der Landwirtschaft soll sich die Landesregierung dafür
einsetzen, dass die Agrarsubventionen für Schleswig-Holstein
auch künftig in gleicher Höhe erhalten blieben. Dies hat der
SSW am Donnerstag, 13. November 2003, im Kieler Landtag gefordert.
Außerdem dürfe der Übergang von Betriebs- zu Flächenprämien
nur schrittweise durchgeführt werden. Das gebe den Bauern die
Gelegenheit zu einer Umstellung ihrer Produktion, begründete
der SSW-Abgeordnete Lars Harms den Antrag seiner Partei, der
einstimmig zur weiteren Beratung an den Agrarausschuss
überwiesen wurde.
Durchschnittlichen Betrieben
drohten bei einer abrupten Umstellung Einnahmeverluste von rund
30.000 Euro, fürchtete Harms. Das würde für viele Höfe das
Aus bedeuten. Prinzipiell sei jedoch das Ziel der Entkoppelung,
den Abbau von Überproduktion in der EU, zu begrüßen
Auch Friedrich-Carl Wodarz (SPD)
betonte: Schleswig-Holstein dürften bei der Umstellung keine
Mittel abhanden kommen. An der Entkoppelung führe jedoch kein
Weg vorbei. Die Preise müssten wieder marktkonformer gestaltet,
"unsinnige" Anreize für Überproduktion abgeschafft
werden. Die Notwendigkeit einer Reform in der Agrar-Politik
unterstrich auch Günther Hildebrand (FDP). Es sei jedoch darauf
zu achten, nach welchem Modell die Subventionen künftig
verteilt werden: Sollte allein die Hof-Fläche
ausschlaggebend sein, würden die Bauern im Land – die im
Bundesvergleich bei der Produktivität an der Spitze liegen –
rund 40 Millionen Euro an Beihilfen verlieren. Seine Fraktion
fordere daher für eine Übergangszeit ein Kombi-Modell aus
Betriebs- und Flächensubvention; langfristig sei die
Flächenprämie aber zu bevorzugen, so Hildebrand.
Auch Detlef Matthiessen (Grüne)
forderte die Umstellung auf ein Flächen-Modell: Das werde die
Grünland-Betriebe stärken und biete langfristig die Chance um
zu "ehrlichen Preisen" zu kommen. Eine
Betriebsprämie, die die derzeitigen Beihilfen pro Betrieb als
Bemessungsgrundlage anlege, zementiere dagegen bestehende
Ungerechtigkeiten.
Union kritisiert "fehlende Marschrichtung"
In der Agrarpolitik fehle eine
klare Marschrichtung, beklagte Peter Jensen-Nissen (CDU).
"Täglich erreichen uns neue Überlegungen der in Luxemburg
beschlossenen Maßnahmen." Die vorhandenen Modellrechnungen
ließen erahnen, dass alles nicht einfacher werde. "Die
verantwortliche Politik weiß nicht, was sie angerichtet hat - die
Landwirtschaft weiß nicht, wie es weiter gehen soll." Den
Antrag des SSW nannte eri "wenig hilfreich".
Mehr Klarheit über die künftige
Marschrichtung werde es nach dem Treffen der Landes-Umweltminister am 29. November geben, versprach
Umweltminister Klaus Müller (B´90/Grüne). Er wolle dort für
den Erhalt der schleswig-holsteinischen Agrar-Subventionen
kämpfen. Das werde allerdings nicht leicht: Derzeit erhielte
der durchschnittliche Hof in Schleswig-Holstein 20 Prozent mehr
Subventionen als im Bundesmittel und sogar 60 Prozent mehr als
das Schlusslicht Saarland: "Am Ende zählen 35 Stimmen im
Bundesrat und die hat Schleswig-Holstein nicht alleine." Er
hoffe allerdings, mit anderen Flächenländern eine Mehrheit im
Interesse des Landes schmieden zu können.
Hintergrund:
Die Europäische
Kommission hat im Juni dieses Jahres eine Neugestaltung
der Ausgleichszahlungen für Landwirte auf den Weg
gebracht. Demnach sollen die Bauern nach einer
mehrjährigen Übergangsphase ihre EU-Beihilfen nicht mehr
entsprechend der Produktion, sondern entsprechend der
bewirtschafteten Fläche erhalten. Diese
"Entkoppelung" der Prämien soll einer
Überproduktion entgegenwirken und den Strukturwandel im
ländlichen Raum fördern, beispielsweise durch die
vermehrte Bezuschussung von Umweltschutz- und
Infrastrukturmaßnahmen. Insbesondere Mastbetriebe, die
bislang auf kleiner Fläche intensiv produzieren,
befürchten Einbußen durch die Entkoppelung.
mehr
Informationen zur EU-Agrarreform: plenum-online,
April
2003
(www..sh-landtag.de/plenumonline/april03/texte/
10_28_fischler_hochwasser.htm)
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