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Mehr Rechte für
"Homo-Ehe"
Kiel (SHL). Eingetragene
gleichgeschlechtliche Partnerschaften sollen in Schleswig-Holstein
künftig mehr Rechte erhalten. Das sieht ein Gesetzesentwurf der
Landesregierung vor, den das Parlament am Mittwoch, 10. November
2004, ohne Aussprache in Erster Lesung an den Innen- und
Rechtsausschuss überwiesen hat. So sollen Regelungen des
Landesrechtes, die sich auf verheiratete Frau/Mann-Paare beziehen,
auf die Lebenspartnerschaft von homosexuellen Menschen ausgedehnt
werden, wie zum Beispiel das in letzter Zeit viel diskutierte
Adoptions-Recht. Die Anpassung wird durch eine Novelle der so
genannten "Homo-Ehe" auf Bundesebene nötig. Insgesamt
sollen elf Landesgesetze und 25 Verordnungen geändert werden.
Hintergrund:
Der Bundestag hat Ende Oktober
das 2001 verabschiedete Lebenspartnerschafts-Gesetz
ausgeweitet und damit die Rechte von Homosexuellen
gestärkt. Die Landesregierung legt dem Landtag nun den
Entwurf eines Lebenspartnerschafts- Anpassungsgesetzes
vor, das die Bundes-Vorgaben auf Landesebene umsetzen
soll.
Künftig ist für schwule und lesbische Paare die
so genannte Stiefkind-Adoption möglich. Das heißt: Sie
können das leibliche Kind eines Partners adoptieren, wenn
der andere Elternteil des Kindes zustimmt. Zurzeit ziehen
laut Statistischem Bundesamt 16 Prozent der rund 159.000
gleichgeschlechtlichen Partnerschaften in Deutschland ein
Kind groß. Die Landesregierung möchte zudem das
öffentliche Dienstrecht des Landes und weitere
Landesgesetze und -verordnungen dem neuen Gesetz anpassen.
Um die vor drei Jahren verabschiedet so genannte
"Homo-Ehe" hat es jahrelangen politischen und
juristischen Streit gegeben. Die Regelung, von der bislang
rund 6.000 Paare Gebrauch gemacht haben, sieht unter
anderem einen gemeinsamen Nachnamen, gegenseitige
Unterhaltspflicht sowie die erbrechtliche Gleichstellung
der Partner vor. Unions-Politiker sahen hierin einen
Verstoß gegen den grundgesetzlichen Schutz von Ehe und
Familie. Eine Klage dreier Bundesländer vor dem
Bundesverfassungsgericht wurde 2002 jedoch abgewiesen.
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