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Auf
dieser Seite: Palliativmedizin
– Umsatzsteuer Arzneimittel
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Top 26:
Schleswig-Holstein soll
Vorreiter in der palliativmedizinischen Versorgung werden
Antrag der Fraktion der FDP
Antrag der Fraktionen der FDP, CDU, SPD, B`90/DIE GRÜNEN,
und der Abgeordneten des SSW – Drs. 16/357 |
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Top 27:
Änderung des Umsatzsteuergesetzes (UStG) – Ermäßigte
Umsatzsteuer auf apothekenpflichtige Arzneimittel
Antrag der Fraktion der FDP
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Drs. 16/356 |
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Landtag lehnt
Sterbehilfe ab
Schleswig-Holstein will Vorreiterrolle
in der Palliativmedizin
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Kiel (SHL/10.11.). Die
Landtagsparteien haben der Sterbehilfe eine klare Absage
erteilt. Statt dessen mahnen CDU, SPD, FDP, Grüne und SSW
unisono den Ausbau des Hospizwesens und der Palliativmedizin an.
Ziel ist eine Vorreiterrolle des Landes in der Sterbebegleitung
und bei der Schmerzbehandlung von todkranken Menschen. In einem
gemeinsamen Antrag forderte das Plenum zudem eine
Bundesratinitiative für eine bundeseinheitliche Rechtsgrundlage
von Patientenverfügungen. Außerdem sollen die Länder an
den Universitäten Lehrstühle im Bereich der Palliativmedizin
einrichten.
Gesundheitsministerin Gitta Trauernicht (SPD)
begrüßte den Vorstoß des Parlamentes. "Das Land brauche
ein lückenloses Netzwerk für die Betreuung todkranker
Patienten", so die Ministerin. Auch die Klärung
finanzieller und rechtlicher Fragen sowie die universitäre
Ausbildung von Fachleuten sei notwendig.
Die Palliativmedizin kümmert
sich um Patienten, die unter einer nicht heilbaren und weit
fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung
leiden. Hauptziel der Behandlung ist eine Verbesserung der
Lebensqualität und nicht die Verlängerung der Lebenszeit um
jeden Preis. Im Vordergrund stehen die Wünsche, Ziele und das
Befinden des Patienten. Die Begleitung todkranker Patienten
übernehmen in Deutschland die Hospize. Insgesamt 1.130 Plätze
gibt es in Deutschland, davon 16 in der Landeshauptstadt Kiel.
Weitere stationäre Hospize im Lande sind das Haus Porsefeld in
Rendsburg, das Rickers-Kock-Haus in Lübeck und das
FONTIVA-Zentrum in Geesthacht.
Der fraktionsübergreifende Antrag nach einem
flächendeckenden Ausbau der palliativmedizinischen Versorgung
wurde an den Sozialausschuss
überwiesen. In der Januar-Sitzung wird die Landesregierung
einen von den Parteien beantragten Bericht zu dem Thema vorlegen.
Hauptredner:
Ursula Sassen (CDU), Jutta Schümann
(SPD), Heiner Garg (FDP), Monika Heinold (Grüne), Lars Harms
(SSW)
Hintergrund:
Die FDP fordert die Landesregierung zu
Initiativen im Bereich der Palliativmedizin auf.
Palliativmedizin ist die Behandlung von Patienten mit
einer nicht heilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankung
und einer geringen Lebenserwartung. So sollen nach Willen
der Liberalen derartige Angebote Teil der
flächendeckenden Regelversorgung in Kliniken werden. Das
Land soll 50 Palliativbetten auf eine Million Einwohner
bereithalten. Zudem soll ein entsprechender Uni-Lehrstuhl
eingerichtet werden und die Ausbildung von Kranken- und
Altenpflegern hierauf abgestimmt werden. Und: Die
Liberalen fordern eine Bundesratsinitiative zur
Anerkennung von Patientenverfügungen.
Ein kurz vor der Sitzung eingebrachter
interfraktioneller Antrag stützt im wesentlich die
Forderung der FDP und fordert darüber hinaus einen
Bericht der Landesregierung über die derzeitige
Versorgungssituation im Land. Verlangt werden
Informationen zu den Punkten: Forschung und Lehre, Aus-
und Weiterbildung im Pflegebereich, Rahmenplanung sowie
Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern und
Angehörigen. Der Bericht soll im Januar vorliegen.
Die Schweizer Sterbehilfe-Organisation "Dignitas"
hat im September ihre erste deutsche Niederlassung in
Hannover geöffnet und damit eine bundesweite Debatte zu
diesem Thema ausgelöst. Nach Medienangaben hat "Dignitas"
seit der Gründung vor sieben Jahren rund 450 Menschen
Sterbehilfe zuteil werden lassen. Rund die Hälfte dieser
Menschen kam aus Deutschland, wo Sterbehilfe verboten ist.
Eine Alternative stellen die Hospizeinrichtungen
dar, die Sterbende begleiten und pflegen. Nach Angaben der
Hospiz-Stiftung Kiel gibt es in Deutschland 1.130
stationäre Hospizplätze, davon 16 in der
Landeshauptstadt. Weitere stationäre Hospize im Lande
sind das Haus Porsefeld in Rendsburg, das
Rickers-Kock-Haus in Lübeck und das FONTIVA-Zentrum in
Geesthacht.
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Antrag auf
Mehrwertsteuersenkung für Medikamente ohne Zuspruch
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Kiel (SHL/11.11.).
Schwarz-Rot hat der Forderung der Liberalen nach einer
Mehrwertsteuer-Senkung auf Arzneimittel eine klare Absage
erteilt. Eine Reduzierung des Satzes von 16 auf sieben Prozent
sei angesichts der Löcher in den öffentlichen Haushalten
illusorisch, hieß es aus den Reihen der Koalition. Zudem sei es
fraglich, ob die Senkung der Marge tatsächlich – wie von den
Freien Demokraten angenommen – zu einer Entlastung der Bürger
führe. Mit Sympathie begegneten Christ- und Sozialdemokraten
dagegen dem Ansinnen der Grünen nach einer grundsätzlichen Überprüfung
von Mehrwertsteuer-Ermäßigungen. Beide Anträge wurden an den
Finanzausschuss überwiesen.
"Sieben Prozent
Mehrwertsteuer auf Lebensmittel ist richtig, aber warum gilt
dieser Satz auch für Schnittblumen?" konstatierte Klaus Müller
(Grüne) eine fehlende Systematik in der Mehrwertsteuer-Erehebung.
Den Liberalen warf er vor, mit der Senkung der Mehrwertsteuer
auf Medikamente der Pharma-Industrie und den Apotheken ein
Geschenk machen zu wollen. Heiner Garg (FDP) richtete dagegen
den Blick über die Grenzen. In Großbritannien würde überhaupt
keine Mehrwertsteuer auf Arzneimittel erhoben, in Belgien
lediglich sechs Prozent: "Warum sind lebenswichtige
Produkte in Deutschland so teuer?" fragte der
wirtschaftspolitische Sprecher der Freien Demokraten.
Finanzminister
Rainer Wiegard (CDU) bewertete eine Debatte über die
Mehrwertsteuer-Sätze grundsätzlich positiv. Aber: Der
Zeitpunkt sei angesichts der Koalitionsverhandlungen in Berlin
falsch gewählt. Veränderungen in diesem Bereich stünden erst
im Anschluss an die Regierungsbildung in der Bundeshauptstadt
auf der Tagesordnung.
Frank Sauter (CDU)
warf der FDP vor, mit dem Antrag eine Subventionierung der
Pharma-Industrie durch die Hintertür zu betreiben. Es sei sehr
fragwürdig, ob dieses Vorhaben das Portemonnaie des Bürgers
entlaste. In dieselbe Richtung argumentierte Anna
Schlosser-Keichel (SPD): Sie befürchtete, dass die entlasteten
Apotheken und Pharma-Produzenten auf Preissenkungen verzichten könnten.
98 Prozent der Bevölkerung
beziehen ihre Medikamente in deutschen Apotheken, befand Lars
Harms (SSW). Vor diesem Hintergrund sei der von den Liberalen
festgemachte Wettbewerbsnachteil durch den Internethandel nicht
gegeben und die damit verbundene Forderung nach der
Mehrwertsteuer-Senkung laufe ins Leere.
Hintergrund:
Die FDP-Fraktion fordert die
Landesregierung auf, sich auf Bundesebene für eine
Senkung des Umsatzsteuersatzes für apothekenpflichtige
Arzneimittel von 16 auf sieben Prozent einzusetzen. Dazu
soll nach Willen der Liberalen der in Paragraph 12 des
Umsatzsteuergesetzes enthaltene Katalog an
steuerermäßigten Leistungen erweitert werden. Derzeit
gilt die Ermäßigung unter anderem für Zahnärzte und
Heilbäder.
Die gleiche Initiative hatte die FDP bereits
in der abgelaufenen Wahlperiode in den Landtag
eingebracht. Der Vorstoß war im Mai 2002 an der Mehrheit
von Rot-Grün, CDU und SSW gescheitert.
Hintergrund: Die Liberalen sehen die
deutschen Apotheker durch Billiganbieter bedroht, die ihre
Produkte über das Internet verkaufen. Nach Angaben des
Bundesverbandes deutscher Versandapotheken haben die rund
1.000 in Deutschland zugelassenen Betriebe dieser Branche
derzeit einen Marktanteil von 0,5 bis 1,5 Prozent, der
nach Schätzungen des Verbandes in den nächsten Jahren
auf bis zu acht Prozent steigen könnte.
Zudem wirkt sich die Anfang letzten Jahres
in Kraft getretene Gesundheitsreform aus: 2004 haben die
Krankenkassen nur noch 20,1 Milliarden Euro und damit
zwölf Prozent weniger für Medikamente ausgegeben als im
Vorjahr. Die Folge: Laut dem Statistischen Bundesamt
verzeichneten die deutschen Apotheken 2004 einen
Umsatzrückgang von 2,1 Prozent.
Im Lande sind 681 selbständige Apotheker im
Apothekerverband Schleswig-Holstein organisiert.
In einem nachgereichten Antrag zu dem Thema fordern
die Grünen dazu auf, eine generelle
Umsatzsteuerermäßigung zu prüfen. Vor diesem
Hintergrund soll die Landesregierung dem Finanzausschuss
des Landtages einen Kriterienkatalog für eine Neuordnung
der Ermäßigungstatbestände vorzulegen. Außerdem will
die Oppositionspartei die Landesregierung dazu
verpflichten, einer Erhöhung der Mehrwertsteuer nur
zuzustimmen, wenn das Aufkommen komplett – inklusive des
"Länderanteils" – zur Senkung der
Lohnnebenkosten verwendet wird.
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