Auf dieser Seite: Öffentlich-private Partnerschaften 

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Erleichterung öffentlich-privater Partnerschaften
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD
Drucksache: 16/347
-Plenarprotokoll-

Ist ÖPP das Zauberwort für eine Entlastung der öffentlichen Haushalte?

Opposition mahnt vergeblich Beratungsbedarf im Ausschuss an

Kiel (SHL/09.11.) Die Zusammenarbeit der öffentlichen Hand mit der Privatwirtschaft in sogenannten Öffentlichen-Privaten Partnerschaften (ÖPP) soll in Schleswig-Holstein stärker ausgebaut werden, um die Haushalte zu entlasten. Ein entsprechender Antrag von CDU und SPD wurde gegen grundsätzliche Bedenken der Opposition angenommen. Zuvor hatten FDP, Grüne und SSW trotz grundsätzlicher Zustimmung zunächst eine Beratung im Finanzausschuss verlangt, da ihnen der aktuelle Entwurf zu übereilt, diffus und unklar sei. Die Überweisung in den Ausschuss wurde von der schwarz-roten Koalition jedoch abgelehnt, woraufhin einige Abgeordnete der Grünen und vom SSW dem Antrag ihre Gefolgschaft verweigerten und sich enthielten.

Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) erhofft sich vom zügigen Ausbau der ÖPP, mit entsprechenden Projekten den Investitionsstau in Schleswig-Holstein abzubauen und Wachstum zu schaffen, ohne dass gleichzeitig kurzfristig Mittel in voller Höhe bereitgestellt werden müssen. CDU und SPD, die darin einen zusätzlichen Hebel zur Belebung der Binnenkonjunktur sehen, wollen vor allem die regionale Wirtschaft einbinden, was bestehende Arbeitsplätze sichere und zusätzliche Arbeitsplätze schaffe. Auch die Liberalen unterstützten das Vorhaben, mahnten jedoch an, dass in Deutschland generell mehr Investitionen getätigt werden müssten. Bedenken äußerten die Grünen, die ein genaues Gegenrechnen bezüglich der Effizienz  forderten. Ähnlicher Ansicht war auch der SSW, der im Ausbau der ÖPP kein Allheilmittel gegen die leeren Kassen der öffentlichen Hand sieht.

Bei den ÖPP gehen staatliche Stellen Verbindungen mit der Privatwirtschaft ein, um staatliche Aufgaben zu erfüllen. Ein Schwerpunkt ist das Verkehrswesen, wo neben der LKW-Maut auch größere Infrastrukturprojekte wie beispielsweise der Herrentunnel in Lübeck durch ÖPP-Modelle umgesetzt werden. Bundestag und Bundesrat haben im Sommer ein ÖPP-Beschleunigungsgesetz beschlossen, das die Bildung solcher Zusammenschlüsse erleichtert. Die schwarz-rote Koalition fordert die Landesregierung auf, entsprechende Initiativen zur Anpassung der Landeshaushaltsordnung und zur Änderung kommunalrechtlicher Vorschriften vorzulegen.

Stimmen aus dem Plenum:

Tobias Koch (CDU): Hemmnisse müssen aus dem Weg geräumt werden, da Kosteneinsparungen von bis zu 20 Prozent möglich sind.

Birgit Herdejürgen (SPD): Grundprobleme des Haushaltes werden durch ÖPP nicht gelöst, aber Finanzierungsengpässe können überwunden werden, da laut einer Studie Effizienzsteigerungen fast durchgehend erfüllt wurden.

Heiner Garg (FDP): Die Feststellung der Wirtschaftlichkeit der Projekte ist problematisch und muss genau geprüft werden.

Klaus Müller (Grüne): Der Steuerzahler darf nicht langfristig die Zeche zahlen, weshalb jedes Projekt einzeln geprüft werden und die Effizienz garantiert sein muss.

Anke Spoorendonk (SSW): Die Privatwirtschaft darf sich nicht die Rosinen aus den öffentlichen Leistungen herauspicken. Öffentliche Infrastrukturprojekte müssen über den gesamten Lebenszyklus wirtschaftlicher zu realisieren sein als bisher.

Hintergrund:
  CDU und SPD regen den Ausbau so genannter Öffentlich-Privater Partnerschaften (ÖPP) an.
  Bei ÖPP gehen staatliche Stellen Verbindungen mit der Privatwirtschaft ein, um staatliche Aufgaben zu erfüllen. Ein Schwerpunkt ist das Verkehrswesen, wo neben der LKW-Maut auch größere Infrastrukturprojekte wie der Herrentunnel in Lübeck durch ÖPP-Modelle umgesetzt werden. Auch die Bereiche Abfallentsorgung und Abwasserbeseitigung werden häufig im Rahmen von ÖPP geregelt. Durch die Einbindung der Wirtschaft in staatliche Aufgaben sollen die öffentlichen Haushalte entlastet werden.
  Bundestag und Bundesrat haben im Sommer ein ÖPP-Beschleunigungsgesetz beschlossen, das die Bildung solcher Zusammenschlüsse erleichtert. Die schwarz-rote Koalition fordert die Landesregierung auf, entsprechende Initiativen zur Anpassung der Landeshaushaltsordnung und zur Änderung kommunalrechtlicher Vorschriften vorzulegen.
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