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Ernährungs- und Lebensmittelforschung in Kiel stärken
Antrag der Fraktion der FDP
Drucksache: 16/1084
-Plenarprotokoll-

Ernährungsforschung in Kiel vor dem Aus – Landtag empört über "bajuwarische Willkür"

Kiel (SHL/01.12.) Fraktionsübergreifend hat der Landtag das Bundeslandwirtschaftsministerium aufgefordert, die Institute für Ernährungs- und Lebensmittelforschung in Kiel zu erhalten und weiter auszubauen. Die von Berlin geplante Verlagerung der Einrichtungen sei ein schwerer Schlag für den Forschungsstandort Schleswig-Holstein und fachlich nicht zu begründen, betonten Redner aller Fraktionen in einer von der FDP beantragten Debatte.

Auch Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher (CDU) sah "kein wirkliches Konzept" in den Bundesplänen, sondern einen Kahlschlag, der "noch schlimmer ausfällt als befürchtet". Die Landesregierung habe bereits in Berlin interveniert und werde dies auch weiter tun. 

Hintergrund: Im Rahmen einer Straffung der Ressortforschung soll die Zahl der Forschungsstandorte bundesweit von 71 auf 47 heruntergefahren werden. In der Landeshauptstadt stehen die Institute für Physiologie und Biochemie der Ernährung, für Ökonomie der Ernährungswirtschaft , für Hygiene und Produktsicherheit sowie für Chemie und Technologie der Milch auf der Kippe. Sie sollen nach Karlsruhe und Braunschweig abwandern beziehungsweise mit Hamburg fusionieren. Zum gleichen Themenkreis gehört auch die Debatte um das Öko-Gut Trenthorst in dieser Sitzung.

Der FDP-Abgeordnete Günther Hildebrand verwies auf die Einschätzung des Wissenschaftsrates, der Kiel ein hervorragendes Zeugnis ausgestellt hat. Insbesondere die "Vernetzung" mit der Uni-Klinik und mit anderen Fakultäten sei ein Standortvorteil, den beispielsweise Karlsruhe nicht zu bieten habe. Statt der Schließung forderte Hildebrand den Ausbau Kiels zu einem "Wissenschaftscluster Ernährung". "Die Schließungen passen nicht in die politische Landschaft", beklagte auch Claus Ehlers (CDU). Er verwies auf die 55 Arbeits- sowie bis zu 35 Ausbildungsplätze, die bedroht seien.

Henning Höppner (SPD) sah "langfristig auch den Rest dieser traditionellen Einrichtung in Kiel gefährdet", die seit 130 Jahren besteht und internationale Anerkennung genieße. "Wenn Weinforschung in die Pfalz gehört, dann gehört Milchforschung nach Schleswig-Holstein", so Höppner. "Bajuwarische Willkür" machte Detlef Matthiessen (Grüne) bei Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) aus. Die Verlagerung sei auch unter strukturpolitischen Gesichtspunkten "absurd". Lars Harms (SSW) forderte die Landesregierung auf, "jetzt zusammen mit der Universität Kiel ein Konzept beim Bund vorzustellen, aus dem deutlich hervorgeht, wie sich die Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät in Zukunft darstellt". 

Der Umwelt- und Agrarausschuss berät weiter.

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Hintergrund:
  Die FDP fordert den Erhalt und die Stärkung des Standortes Kiel im Bereich Ernährungs- und Lebensmittelforschung. Hintergrund sind Pläne des Bundeslandwirtschaftsministeriums, die Ressortforschung neu zu gestalten und die Zahl der Forschungsinstitute bundesweit von 71 auf 47 zu verringern.
  Für Kiel würde dies die Abwanderung des Instituts für Physiologie und Biochemie nach Karlsruhe und des Instituts für Ökonomie der Ernährungswirtschaft nach Braunschweig bedeuten. Die Institute für Hygiene und Produktsicherheit sowie für Chemie und Technologien der Milch sollen, gemeinsam mit dem Forschungsbereich Fischqualität aus Hamburg, zu einem Institut verschmolzen werden.
  Die Liberalen kritisieren insbesondere die Abwanderung der Physiologie nach Karlsruhe. Dort sei eine Vernetzung wie in Kiel nicht möglich, da es in der Stadt kein Uni-Klinikum und keine Medizinische Fakultät gibt. Kiel werde hingegen vom Wissenschaftsrat als herausragender Standort gesehen, so die FDP. Die Oppositionsfraktion fordert deshalb die Stärkung der Landeshauptstadt in diesem Bereich.
  Aus dem gleichen Anlass diskutiert das Parlament in dieser Sitzung auch über die geplante Verlagerung des Instituts für Ökologischen Landbau in Trenthorst
(…gehe zu).

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Kriegsgräberfürsorge
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Produktüberwachung
(ohne Aussprache)
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Kinderschutz/Frühförderung
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F i n a n z e nt

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2. Lesungen:
Landesbesoldung
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Sportwetten; Lotto/Toto
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E n e r g i e  / F o r s t e n

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 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

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