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Parteien einig im
Kampf gegen
dicke Luft in Häfen
Kiel (SHL/30.11.).
Schleswig-Holstein wird keine Bundesratsinitiative auf den Weg
bringen, um im Hafen liegende Schiffe ausschließlich von Land aus
mit Strom zu versorgen. Trotz großer Einigkeit in der Sache, dass
die Stromerzeugung durch schiffseigene Dieselmotoren die Umwelt
erheblich belaste, erteilten CDU und SPD einer entsprechenden
Forderung der Grünen eine Absage. Die Forderung der
Oppositionspartei käme zu spät, sie sei längst in Berlin
angekommen, hieß es aus den Reihen der Regierungsfraktionen.
Außerdem seien für die Häfen nicht der Bund, sondern die Länder
zuständig.
Die Einführung der Stromversorgung am Kai könnte
zu einer "Win-Win-Situation" führen, befand Detlef
Matthiessen (Grüne) in der Debatte. Vom Stromabsatz würden sowohl
die Stadtwerke profitieren als auch die Reeder: Schließlich koste
der Strom vom Kai 13 Cent, die Produktion über die Borddiesel dagegen 18 Cent.
Der Weg zum Strom vom Kai ist
allerdings noch problematisch: Denn für die Energie aus der Steckdose bedarf es
eines globalen Einheitssteckers, den es zurzeit noch nicht gibt.
Europaminister Uwe Döring (SPD) zeigte sich jedoch zuversichtlich,
dass sich dieser Zustand schnell ändern könnte: In Lübeck sei
bereits eine gute Lösung für dieses technische Problem entwickelt
worden. Es wäre gut, wenn "diese schleswig-holsteinische
Lösung zur Norm" werden würde.
Hintergrund der Debatte: Durch das in den
Hilfsdieseln der Schiffe verfeuerte Schweröl entstehen nach Angaben
der Lübecker Stadtwerke beispielsweise allein in Travemünde 90
Prozent der Schwefeldioxid-Belastung und 60 Prozent des Feinstaubs.
Auch nach Meinung anderer Experten würden mit Anschlüssen von Land
aus bis zu 60 Prozent der in den Häfen anfallenden Schiffsemissionen
gemindert. Lübeck engagiert sich deshalb, gemeinsam mit anderen
Ostseeanrainern, im Projekt "New Hansa" gegen die
Verschmutzung.
Der Antrag der Grünen, der neben der
Bundesratsinitiative unter anderem die Prüfung der
Emissionssituation in den Häfen und den Aufbau wirtschaftlicher
Anreizsysteme vorsieht, wurde zur Beratung an den
Wirtschaftsausschuss, den Europaausschuss sowie an den Umwelt- und
Agrarausschuss überwiesen.
Weitere
Hauptredner: Manfred Ritzek (CDU), Hans
Müller (SPD), Heiner Garg (FDP), Lars Harms (SSW)
Hintergrund:
Die
Grünen fordern Landstromanschlüsse für Schiffe, die im
Hafen liegen. Dadurch soll der umweltbelastende Betrieb
von Dieselaggregaten an Bord vermieden werden. Die
Landesregierung soll sich in Berlin für eine
entsprechende Regelung einsetzen. Die Grünen beziehen
sich bei ihrem Vorstoß auf eine Empfehlung der EU vom Mai
des Jahres.
Durch das in den Hilfsdieseln verfeuerte Schweröl
entstehen beispielsweise in Travemünde nach Angaben der
Lübecker Stadtwerke 90 Prozent des Schwefeldioxids und 60
Prozent des Feinstaubs. Mit dem Landanschluss würden nach
Expertenmeinung 40 bis 60 Prozent der in den Häfen
anfallenden Schiffsemissionen gemindert. Lübeck engagiert
sich deshalb, gemeinsam mit anderen Ostseeanrainern, im
Projekt New Hansa gegen die Verschmutzung.
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