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Auf dieser Seite: Dringlichkeit - Elternbeteiligung an Schulbus-Kosten

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Dringlichkeitsanträge :
a.  Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Schleswig-
Holsteinischen Schulgesetzes (Schulgesetz - SchlG)
 
eingereicht von der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Drucksache: 16/1715
-Plenarprotokoll-
b.  Konsequenzen der Landesregierung aus der Entscheidung des nordfriesischen Kreistages gegen die Elternbeteiligung an der Schülerbeförderung
eingereicht von den Abgeordneten des SSW
Drucksache: 16/1716

Schulbus-Kosten: Heftige Oppositionskritik an Schwarz-Rot

Koalition will geplante Neuregelung noch nicht im Landtag diskutieren / 
Dringlichkeitsanträge zurückgewiesen

Kiel (SHL/21.11.) Die Opposition im Landtag hat den Umgang der schwarz-roten Koalition mit dem umstrittenen Thema Schülerbeförderungskosten heftig attackiert. Anlass war die Weigerung von CDU und SPD, den von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) angekündigten Kurswechsel in dieser Frage im Plenum zu diskutieren. Damit missachte Schwarz-Rot die Bedeutung des Parlaments als obersten Ort der politischen Willensbildung wie auch das Interesse der Öffentlichkeit an zügigen Informationen, hieß es bei Grünen, SSW und FDP. Vertreter von CDU und SPD wiesen dies zurück. Allerdings machte auch SPD-Fraktionschef Lothar Hay dem Ministerpräsidenten Vorhaltungen: Er kritisierte Carstensens Aussage bei einem Fernsehinterview am Vorabend, das Schulgesetz habe in einigen Teilen des Landes nicht umgesetzt werden können.

In dem Interview hatte sich der Regierungschef auf die Entscheidung des nordfriesischen Kreistages vom vergangenen Freitag bezogen. Hintergrund: Die Kommunalpolitiker hatten auf Antrag der CDU mit großer Mehrheit die erst Ende Juni beschlossene Satzung über die Elternbeteiligung wieder aufgehoben. Ministerpräsident Carstensen hatte daraufhin von einem Arbeitsbesuch aus Indien die Regelung in Frage gestellt und am Tag vor der Landtagsdebatte die Abschaffung des Elternbeitrages vom Schuljahr 2008/2009 an in Aussicht gestellt. Dazu müsste das Anfang des Jahres beschlossene Schulgesetz geändert werden.

Diskussion um Vorwürfe des Rechtsbruchs

Die Opposition bemängelte bei der Begründung zweier von Grünen und SSW eingebrachten Dringlichkeitsanträge, die Landesregierung akzeptiere einen öffentlich angekündigten Rechtsbruch: Es sei "nicht hinnehmbar", so Ekkehard Klug (FDP), "diesen Zustand bis zum August 2008 bestehen zu lassen, wenn mehrere Kreise geltendes Landesrecht nicht umsetzen". Neben Nordfriesland sperrt sich auch Dithmarschen gegen die Elternbeteiligung. "Welche Sanktionsmöglichkeiten hat die Landesregierung hiergegen?", wollte Anke Spoorendonk (SSW) von der Koalition wissen.

Auch Monika Heinold (Grüne) machte "quasi einen rechtsfreien Raum" aus, weil Innenminister Ralf Stegner (SPD) die Umsetzung des Schulgesetzes torpediere. Diesen Vorwurf wies SPD-Fraktionschef Hay vehement als "ehrabschneidend" zurück. Eine Gleichbehandlung der Eltern sei so nicht mehr sichergestellt, so Heinold weiter: "Eltern in Kreisen, die sich rechtskonform verhalten, werden betrogen." Ihre Fraktion hatte einen Gesetzentwurf vorgelegt, mit dem sie zur alten Regelung im Schulgesetz zurückkehren will. Demnach dürften Eltern nur dann an den Kosten beteiligt werden, wenn die Schülerfahrkarte als Netzkarte auch privat genutzt wird.

CDU will erst parteiintern beraten

CDU-Fraktionschef Johann Wadephul warf den Grünen vor, mit diesem "verspäteten" Vorstoß lediglich populistische Ziele zu verfolgen. "Die politische Debatte gibt es seit einem Jahr. Sie hätten den Gesetzentwurf schon lange vorlegen können", so Wadephul in Richtung der Oppositionsfraktion. Es gebe "ein Gesetz, das gilt" sowie "Sanktionsmöglichkeiten" gegen das nordfriesische Votum durch den Landrat, das Bildungsministerium und die Kommunalaufsicht des Innenministeriums. Der Landtag sei hier nicht unmittelbar zuständig.

Am Wochenende will sich ein Landesparteitag der CDU mit dem Thema befassen. Hiermit begründete Wadephul auch die Weigerung seiner Fraktion, das Thema im Plenum vertieft zu behandeln: "Entscheidungsfindungen in Volksparteien brauchen Zeit – das ist normal". Er kündigte eine Landtagsdebatte für Dezember an.

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Hintergrund:
  SSW und Grüne fordern eine Dringlichkeits-Debatte des Landtages über die umstrittene 30-prozentige Elternbeteiligung an den Schulbuskosten. Die Grünen haben zudem einen Gesetzentwurf vorgelegt, mit dem sie zur alten Regelung im Schulgesetz zurückkehren wollen. Demnach dürften Eltern nur dann an den Kosten beteiligt werden, wenn die Schülerfahrkarte als Netzkarte auch privat genutzt werden darf.
  Zur Vorgeschichte: Die schwarz-rote Koalition hatte den Beteiligungs-Passes im Januar ins neue Schulgesetz geschrieben und war dafür öffentlich in die Kritik geraten. Zuletzt hatte der nordfriesischen Kreistag am vergangenen Freitag auf Antrag der CDU mit großer Mehrheit die erst Ende Juni beschlossene Satzung über die Elternbeteiligung wieder aufgehoben: Der Landrat soll bereits gezahlte Beiträge zurück überweisen, und der Landtag soll das Schulgesetz in diesem Punkt wieder ändern, heißt es in dem Husumer Beschluss. Auch der Kreis Dithmarschen will die Eltern nicht an den Schulbuskosten beteiligen. Alle anderen Kreise haben hingegen eine entsprechende Satzung erlassen.
  Nach dem Votum der nordfriesischen Kreispolitiker hatte Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) vorgeschlagen, die Kreise sollten selbst über eine Beteiligung der Eltern an den Kosten entscheiden können. Er werde auf dem CDU-Parteitag am kommenden Wochenende eine Lösung vorschlagen.
  Zuvor hatten auch Elternverbände die Kostenbeteiligung als Belastung der Eltern im ländlichen Raum kritisiert. Eine Volksinitiative hat sich formiert, die die Elternbeteiligung an den Fahrtkosten wieder abschaffen will. Ein SPD-Landesparteitag im März hat sich ebenfalls gegen die Elternbeteiligung ausgesprochen.
  Innenminister Ralf Stegner (SPD) war im September von der CDU heftig kritisiert worden, nachdem er sich im Landtag gegen die Elternbeteiligung ausgesprochen hatte. Er hatte daraufhin seinen Rücktritt zum 15. Januar angekündigt. Anlass war ein FDP-Vorstoß zur Abschaffung der Elternbeteiligung, der damals mit schwarz-roter Mehrheit abgelehnt wurde
(plenum-online,September 2007).
  Mit der Elternbeteiligung soll den Kommunen zusätzlicher finanzieller Spielraum gegeben werden, nachdem das Land im Zuge der Haushaltskonsolidierung den Zuschuss zum kommunalen Finanzausgleich um 120 Millionen Euro pro Jahr im Doppelhaushalt 2007/2008 gekürzt hatte. Ersten Berechnungen zufolge würde sich das Einsparvolumen für die Kreise und Gemeinden auf elf Millionen Euro belaufen. Im Landesdurchschnitt käme auf jeden Schüler eine Belastung von 110 Euro jährlich zu.

weitere Debatte zum Thema: plenum-online, Mai 2007

Stichwort:
 
Die Tagesordnung einer Landtagssitzung steht zehn Tage vor Tagungsbeginn fest. Ein Beratungsgegenstand, der nicht auf der Tagesordnung steht, kann nur dann kurzfristig eingeschoben werden, wenn der Landtag die Dringlichkeit feststellt. Dazu sind zwei Drittel der abgegebenen Stimmen nötig. Gleichzeitig mit der Abstimmung über die Dringlichkeit wird die Einordnung des Gegenstandes in die Tagesordnung vorgenommen.

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit:  
Kosten f. Schülerbeförderung

Außerdem notiert: 

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Politiker-Bezüge
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E n e r g i e  / F o r s t e n

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Antrag:
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Berichte:
Weltnaturerbe Wattenmeer
Fischerei
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W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

2. Lesung:
Eichdirektion Nord
(ohne Aussprache)
1. Lesung:
Tariftreuegesetz
(ohne Aussprache)

F i n a n z e nt

Bericht:
Haushaltsrechnung 2005
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Antrag:
Ostseeparlamentarier- Konferenz