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Entwurf eines Gesetzes zur Lehrerbildung (Lehrerbildungsgesetz) 
Gesetzentwurf der Fraktion B´90/GRÜNE – Drs. 16/1700

Lehrerausbildung: Weitreichende Grünen-Pläne stoßen bei CDU und FDP auf große Skepsis

Gesetzentwurf sieht Ausrichtung auf Stufenlehrer vor und fordert ein "Assistant-Teacher-Jahr"

Kiel (SHL/22.11.) Nach der grundlegenden Umgestaltung der schleswig-holsteinischen Schullandschaft durch das im Januar verabschiedete Schulgesetz haben sich die Grünen im Landtag erneut für eine Neuausrichtung der Lehrerausbildung im Lande stark gemacht. In den neuen Regional- und Gemeinschaftsschulen würden die Pädagogen künftig deutlich heterogenere Klassen unterrichten, begründete Grünen-Fraktionschef Karl-Martin Hentschel den Vorstoß seiner Fraktion. Entsprechend müssten die Lehrer nicht mehr für einzelne Schularten, sondern als Stufenlehrer für bestimmte Altersgruppen ausgebildet werden. Und: Die angehenden Lehrkräfte sollen in einem "Assistant-Teacher-Jahr" nach dem Bachelor-Abschluss ihre Befähigung für den Schul-Alltag überprüfen – auch um sich gegebenenfalls rechtzeitig umorientieren zu können, wenn sie sich dem Beruf nicht gewachsen fühlen. Uneingeschränkte Unterstützung für diese Pläne signalisierte allerdings nur der SSW. Die SPD reagierte verhalten positiv, während CDU und FDP den Entwurf in Erster Lesung vehement ablehnten.

Hentschel bemängelte, dass die Lehrer zurzeit immer noch weitgehend als Fachwissenschaftler ausgebildet würden. Dabei blieben Pädagogik, Psychologie und Didaktik auf der Strecke. "Sie ignorieren, dass in der letzten Zeit einiges passiert ist", konterte Wissenschaftsminister Dietrich Austermann (CDU). Er verwies auf die in letzter Zeit erfolgte Stärkung der Praktika und der Pädagogik während des Studiums sowie auf die Verpflichtung der Lehrer zur Fortbildung. Sylvia Eisenberg (CDU) merkte an: "Zwar wird die Schulstruktur in Teilen verändert – die Schulabschlüsse bleiben aber weiterhin bestehen." Da es auch weiterhin Unterricht auf unterschiedlichem Niveau geben werde, sei der von den Grünen angestrebte Stufenlehrer "nicht zielführend". Und Ekkehard Klug (FDP) warf den Grünen vor, durch die Abschaffung der Ausbildung von Gymnasiallehrern eine "Zerschlagung des Gymnasiums als Schulart" anzustreben.

Jürgen Weber (SPD) attestierte den Grünen dagegen "gute Ansätze". Er wies darauf hin, dass die Kultusministerkonferenz eine ähnliche Position zum Stufenlehrer vertrete wie die Grünen in Schleswig-Holstein. Allerdings würden sich die "Grundstrukturen in dieser Wahlperiode nicht verändern", betonte Weber mit Blick auf den schwarz-roten Koalitionsvertrag. "Bei den Lehramtstudiengängen tut sich noch zu wenig", knüpfte Anke Spoorendonk (SSW) an den Grünen-Kurs an. Auch sie forderte eine rasche Anpassung der Lehrebildung an das neue Schulgesetz – "je schneller, desto besser für alle: für Lehrer, Studierende und Schüler".

Das Gesetz wird nun im Bildungsausschuss weiter beraten.


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