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Auf dieser
Seite: Lehrerbildung
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Top 18:
Entwurf
eines Gesetzes zur Lehrerbildung (Lehrerbildungsgesetz)
Gesetzentwurf
der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN |
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Lehrerausbildung:
Weitreichende Grünen-Pläne stoßen bei CDU und FDP auf große
Skepsis
Gesetzentwurf sieht Ausrichtung auf Stufenlehrer
vor und fordert ein "Assistant-Teacher-Jahr"
Kiel (SHL/22.11.) Nach
der grundlegenden Umgestaltung der schleswig-holsteinischen
Schullandschaft durch das im Januar verabschiedete Schulgesetz haben
sich die Grünen im Landtag erneut für eine Neuausrichtung der
Lehrerausbildung im Lande stark gemacht. In den neuen Regional- und
Gemeinschaftsschulen würden die Pädagogen künftig deutlich
heterogenere Klassen unterrichten, begründete Grünen-Fraktionschef
Karl-Martin Hentschel den Vorstoß seiner Fraktion. Entsprechend
müssten die Lehrer nicht mehr für einzelne Schularten, sondern als
Stufenlehrer für bestimmte Altersgruppen ausgebildet werden. Und:
Die angehenden Lehrkräfte sollen in einem "Assistant-Teacher-Jahr"
nach dem Bachelor-Abschluss ihre Befähigung für den Schul-Alltag
überprüfen – auch um sich gegebenenfalls rechtzeitig
umorientieren zu können, wenn sie sich dem Beruf nicht gewachsen
fühlen. Uneingeschränkte Unterstützung für diese Pläne
signalisierte allerdings nur der SSW. Die SPD reagierte verhalten
positiv, während CDU und FDP den Entwurf in Erster Lesung vehement
ablehnten.
Hentschel bemängelte, dass die Lehrer zurzeit immer
noch weitgehend als Fachwissenschaftler ausgebildet würden. Dabei
blieben Pädagogik, Psychologie und Didaktik auf der Strecke.
"Sie ignorieren, dass in der letzten Zeit einiges passiert
ist", konterte Wissenschaftsminister Dietrich Austermann (CDU).
Er verwies auf die in letzter Zeit erfolgte Stärkung der Praktika
und der Pädagogik während des Studiums sowie auf die Verpflichtung
der Lehrer zur Fortbildung. Sylvia Eisenberg (CDU) merkte an:
"Zwar wird die Schulstruktur in Teilen verändert – die
Schulabschlüsse bleiben aber weiterhin bestehen." Da es auch
weiterhin Unterricht auf unterschiedlichem Niveau geben werde, sei
der von den Grünen angestrebte Stufenlehrer "nicht
zielführend". Und Ekkehard Klug (FDP) warf den Grünen vor,
durch die Abschaffung der Ausbildung von Gymnasiallehrern eine
"Zerschlagung des Gymnasiums als Schulart" anzustreben.
Jürgen Weber (SPD) attestierte den Grünen dagegen
"gute Ansätze". Er wies darauf hin, dass die
Kultusministerkonferenz eine ähnliche Position zum Stufenlehrer
vertrete wie die Grünen in Schleswig-Holstein. Allerdings würden
sich die "Grundstrukturen in dieser Wahlperiode nicht
verändern", betonte Weber mit Blick auf den schwarz-roten
Koalitionsvertrag. "Bei den Lehramtstudiengängen tut sich noch
zu wenig", knüpfte Anke Spoorendonk (SSW) an den Grünen-Kurs
an. Auch sie forderte eine rasche Anpassung der Lehrebildung an das
neue Schulgesetz – "je schneller, desto besser für alle:
für Lehrer, Studierende und Schüler".
Das Gesetz wird nun im Bildungsausschuss weiter
beraten.
Hintergrund:
Die Grünen wollen mit einem neuen Gesetz die
Aus- und Weiterbildung von Lehrern verbessern. Sie
reagieren damit auf das im Januar verabschiedete neue
Schulgesetz mit der Einführung von Regional- und
Gemeinschaftsschulen. Dies erfordere eine
schulartenübergreifende Ausbildung, hieß es zur
Begründung. Schleswig-Holstein sei eines der wenigen
Bundesländer, wo es noch kein solches Gesetz gebe.
Die Grünen wollen die angehenden Lehrer nicht mehr
für Schularten, sondern stattdessen für vier Schulstufen
ausbilden. Dadurch sollen die Lehrer besser Lerngruppen
mit starkem Leistungsgefälle unterrichten und einzelne
Schüler stärker fördern können. So soll sich die
Ausbildung künftig auf die Elementarstufe in
Kindertagesstätten, die Primarstufe für die Grundschule,
die Sekundarstufe I für alle weiterführenden Schulen
oder die Sekundarstufe II für die gymnasiale Oberstufe
und die Berufsschule ausrichten. Lehrer an Grundschulen
sollen nicht mehr als Fachlehrer ausgebildet werden,
sondern sollen alle Fächer unterrichten können.
Zudem soll die Lehrerausbildung stärker an der
Praxis orientiert werden: Zwischen dem Bachelor- und dem
Masterstudiengang soll ein "Assistant-Teacher-Jahr"
eingeschoben werden, wo Studenten in Schulen hospitieren
und kleinere Lehraufgaben übernehmen. Hierdurch sollen
die Jung-Pädagogen frühzeitig überprüfen können, ob
sie für den Lehrerberuf geeignet sind.
Eine aktuelle Studie der Universität Potsdam hat
ergeben, dass sich schon unter Lehramtsstudenten und
Referendaren zahlreiche finden, die den psychischen
Anforderungen des Lehrerberufs nicht gewachsen sind. 25
Prozent fielen bei der Befragung von 20.000 Lehrern,
Studenten und Referendaren unter das "resignative
Muster". Die Merkmale: permanente Überforderung,
Erschöpfung und Resignation. Dennoch liegt die Zahl der
Lehramtsstudenten seit Jahren auf einem hohen Niveau: In
Flensburg und Kiel studieren zurzeit etwas mehr als 6.000
junge Menschen auf Lehramt.
Außerdem wollen die Grünen die Bedeutung der
Fächer Psychologie und Didaktik in der Lehrerausbildung
stärken und die Fort- und Weiterbildungsangebote im
Lehrberuf verbindlich regeln.
Die Grüne haben bereits mehrer ähnliche
Initiativen gestartet.
vorherige Debatten zum
Thema: plenum-online, Februar
2007
plenum-online, März
2007
plenum-online, Mai
2006
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