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Top 19: Religionsunterricht an den Schulen in Schleswig-Holstein Große Anfrage der Fraktion der CDU – Drucksache 16/1450 Antwort der Landesregierung – Drucksache 16/1677 Federführend ist das Ministerium für Bildung und Frauen – |
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CDU: Religion ist "Grundlagenfach für Persönlichkeitsentwicklung" Ministerin sieht gute Perspektiven für die Weiterentwicklung des Religionunterrichts Kiel (SHL/22.11.) CDU und FDP im Landtag beklagen einen zunehmenden Unterrichtsausfall und eine sinkende Zahl an Lehrern im Unterrichtsfach Religion. Die Landesregierung, so die Forderung von Christdemokraten und Liberalen, müsse dem Schulfach größere Aufmerksamkeit widmen. Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) hingegen sah keinen akuten Handlungsbedarf: Die Schülerzahl im Religionsunterricht sei stabil, es gebe ausreichend Lehrkräfte und die Zahl der Studierenden in den Fächern evangelische und katholische Religion nehme zu. "Ich sehe gute Perspektiven für die Weiterentwicklung des Faches", so das Fazit der Ministerin ihrer Antwort auf eine Große Anfrage der CDU. Laut dem vorliegenden Papier aus dem Bildungsministerium sind, je nach Schulart, zwischen 61 und 70 Prozent der schleswig-holsteinischen Schüler evangelisch. Etwa fünf Prozent sind katholisch, zwischen 7,4 Prozent (an den Gymnasien) und 11,5 Prozent (an den Hauptschulen) gehören einer anderen Religion an. Bei rund einem Viertel der Schüler wird keine Religionszugehörigkeit vermerkt. Die Stundentafel gibt von der ersten bis zur zwölften Klasse in der Regel zwei Wochenstunden Religion vor. Dabei soll jeder Schüler den Unterricht seiner Konfession besuchen. Ab dem 15. Geburtstag sind die Schüler "religionsmündig" und können sich abmelden. Dies tun laut der Statistik des Ministeriums etwa sechs Prozent jeden Jahrgangs. Sie nehmen in der Regel ersatzweise am Philosophie-Unterricht teil. Am Stichtag 1. September 2007 gab es in Schleswig-Holstein 1.885 evangelische und 337 katholische Religionslehrer, darunter 35 evangelische und 130 katholische Pastoren. Islam-Unterricht steckt noch in den Kinderschuhen Redner aller Parteien begrüßten in der Aussprache, dass seit diesem Schuljahr erstmals Islam-Unterricht an Schleswig-Holsteins Grundschulen angeboten wird. Allerdings hält das Bildungsministerium den endgültigen Bedarf noch nicht für abschätzbar. Muslimische Lehrer unterrichten 94 Erstklässler an acht Schulen in Kiel, Flensburg sowie den Kreisen Schleswig-Flensburg und Herzogtum Lauenburg. Parteiübergreifend moniert wurden fehlende Daten und kurze oder unvollständige Antworten in dem 35-seitigen Papier aus dem Bildungsministerium, unter anderem zu der Frage, wie viel Religionsstunden an den 1.100 Schulen tatsächlich erteilt wurden. Ministerin Erdsiek-Rave begründete dies mit einem hohen Verwaltungsaufwand. Man wollte den Schulen nicht mehr Bürokratie aufbürden als nötig. Religion ist "Grundlagenfach für Persönlichkeitsentwicklung und –findung von Jugendlichen", stellte Herlich Marie Todsen-Reese (CDU) heraus. Angesichts der steigenden Zahl an Ausländern im Land komme dem Fach eine zentrale Bedeutung zur Vermittlung interkultureller Werte zu. "In der Auseinandersetzung mit den Inhalten der Fächer Religion und Philosophie erhalten Schüler wesentliche Anregungen zu einer werteorientierten Bildung und Persönlichkeitsentwicklung", pflichtete Ekkehard Klug (FDP) bei. Grundlagen, Werte, Pluralität und Bekenntnisfreiheit Rolf Fischer (SPD) und Anke Spoorendonk (SSW) forderten dazu auf, Werte und Pluralität in allen Unterrichtsfächern zu vermitteln. Grundsätzlich dürfe kein Schüler von der Schule abgehen, ohne grundlegende Kenntnisse über die christliche Religion und die anderen Weltreligionen erworben zu haben. Angelika Birk von den Grünen warnte davor, Religionsunterricht dazu zu benutzen, "Kinder an das religiöse Erbe ihrer Eltern zu binden, oder sie überhaupt für ihr Leben endgültig religiös zu prägen". Ziel müsse ein bekenntnisfreier Religionsunterricht sein. Das Thema wird im Bildungsausschuss weiter beraten. |
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