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CDU: Religion ist
"Grundlagenfach für Persönlichkeitsentwicklung"
Ministerin sieht gute
Perspektiven für die Weiterentwicklung des Religionunterrichts
Kiel (SHL/22.11.)
CDU und FDP im Landtag beklagen einen zunehmenden
Unterrichtsausfall und eine sinkende Zahl an Lehrern im
Unterrichtsfach Religion. Die Landesregierung, so die Forderung
von Christdemokraten und Liberalen, müsse dem Schulfach größere
Aufmerksamkeit widmen. Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD)
hingegen sah keinen akuten Handlungsbedarf: Die Schülerzahl im
Religionsunterricht sei stabil, es gebe ausreichend Lehrkräfte
und die Zahl der Studierenden in den Fächern evangelische und
katholische Religion nehme zu. "Ich sehe gute Perspektiven
für die Weiterentwicklung des Faches", so das Fazit der
Ministerin ihrer Antwort auf eine Große Anfrage der CDU.
Laut dem vorliegenden Papier aus dem
Bildungsministerium sind, je nach Schulart, zwischen 61 und 70
Prozent der schleswig-holsteinischen Schüler evangelisch. Etwa
fünf Prozent sind katholisch, zwischen 7,4 Prozent (an den
Gymnasien) und 11,5 Prozent (an den Hauptschulen) gehören einer
anderen Religion an. Bei rund einem Viertel der Schüler wird
keine Religionszugehörigkeit vermerkt. Die Stundentafel gibt von
der ersten bis zur zwölften Klasse in der Regel zwei
Wochenstunden Religion vor. Dabei soll jeder Schüler den
Unterricht seiner Konfession besuchen. Ab dem 15. Geburtstag sind
die Schüler "religionsmündig" und können sich
abmelden. Dies tun laut der Statistik des Ministeriums etwa sechs
Prozent jeden Jahrgangs. Sie nehmen in der Regel ersatzweise am
Philosophie-Unterricht teil. Am Stichtag 1. September 2007 gab es
in Schleswig-Holstein 1.885 evangelische und 337 katholische
Religionslehrer, darunter 35 evangelische und 130 katholische
Pastoren.
Islam-Unterricht steckt noch in den Kinderschuhen
Redner aller Parteien begrüßten in der
Aussprache, dass seit diesem Schuljahr erstmals Islam-Unterricht
an Schleswig-Holsteins Grundschulen angeboten wird. Allerdings
hält das Bildungsministerium den endgültigen Bedarf noch nicht für
abschätzbar.
Muslimische Lehrer unterrichten 94
Erstklässler an acht Schulen in Kiel, Flensburg sowie den Kreisen
Schleswig-Flensburg und Herzogtum Lauenburg.
Parteiübergreifend moniert wurden fehlende Daten
und kurze oder unvollständige Antworten in dem 35-seitigen Papier
aus dem Bildungsministerium, unter anderem zu der Frage, wie viel
Religionsstunden an den 1.100 Schulen tatsächlich erteilt
wurden. Ministerin Erdsiek-Rave begründete
dies mit einem hohen Verwaltungsaufwand. Man wollte den Schulen
nicht mehr Bürokratie aufbürden als nötig.
Religion ist "Grundlagenfach für
Persönlichkeitsentwicklung und –findung von Jugendlichen",
stellte Herlich Marie Todsen-Reese (CDU) heraus. Angesichts der
steigenden Zahl an Ausländern im Land komme dem Fach eine
zentrale Bedeutung zur Vermittlung interkultureller Werte zu.
"In der Auseinandersetzung mit den Inhalten der Fächer
Religion und Philosophie erhalten Schüler wesentliche Anregungen
zu einer werteorientierten Bildung und
Persönlichkeitsentwicklung", pflichtete Ekkehard Klug (FDP)
bei.
Grundlagen, Werte, Pluralität und
Bekenntnisfreiheit
Rolf Fischer (SPD) und Anke Spoorendonk (SSW)
forderten dazu auf, Werte und Pluralität in allen
Unterrichtsfächern zu vermitteln. Grundsätzlich dürfe kein
Schüler von der Schule abgehen, ohne grundlegende Kenntnisse
über die christliche Religion und die anderen Weltreligionen
erworben zu haben. Angelika Birk von den Grünen warnte davor,
Religionsunterricht dazu zu benutzen, "Kinder an das
religiöse Erbe ihrer Eltern zu binden, oder sie überhaupt für
ihr Leben endgültig religiös zu prägen". Ziel müsse ein
bekenntnisfreier Religionsunterricht sein.
Das Thema wird im Bildungsausschuss weiter
beraten.
Hintergrund:
Der Landtag berät die Antwort der
Landesregierung auf eine Große Anfrage der CDU zum Thema
Religionsunterricht an den Schulen Schleswig-Holsteins.
Mit ihrer Initiative will die Union auch verhindern, dass
Religion zu einem "Randfach" wird.
Laut dem vorliegenden Papier aus dem
Bildungsministerium sind, je nach Schulart, zwischen 61
und 70 Prozent der schleswig-holsteinischen Schüler
evangelisch. Etwa fünf Prozent sind katholisch, zwischen
7,4 Prozent (an den Gymnasien) und 11,5 Prozent (an den
Hauptschulen) gehören einer anderen Religion an. Bei rund
einem Viertel der Schüler wird keine
Religionszugehörigkeit vermerkt.
Laut der Stundentafel sind von der ersten bis zur
zwölften Klasse in der Regel zwei Wochenstunden Religion
vorgesehen. Dabei soll jeder Schüler den Unterricht
seiner Konfession besuchen. Ab dem 15. Geburtstag sind die
Schüler "religionsmündig" und können sich
abmelden. Dies tun laut der Statistik des Ministeriums
etwa sechs Prozent jedes Jahrgangs. Sie nehmen in der
Regel ersatzweise am Philosophie-Unterricht teil.
Am Stichtag 1. September 2007 gab es in
Schleswig-Holstein 1.885 evangelische und 337 katholische
Religionslehrer. Darunter befinden sich 35 evangelische
und 130 katholische Pastoren. Die Landesregierung geht von
einer "Bedarfsdeckung" durch die vorhandenen
Lehrkräfte aus.
"Ausreichend" sei auch die Bewerberlage
bei Nachwuchs-Religionslehrern. Die zuletzt wieder
steigenden Studentenzahlen in den Fächern evangelische
und katholische Religion an den Unis Kiel und Flensburg
"lassen steigende Absolventenzahlen erwarten".
Im Studienjahr 2006 haben dem Papier zufolge 50 angehende
Religionslehrer im Lande ihr Studium erfolgreich
abgeschlossen (46 evangelische, vier katholische). 1998
waren es 167 (161 evangelische, sechs katholische). Es
gibt im Lande elf Theologie-Professuren.
Die Landesregierung verweist auf die hohe Zahl von
jährlich etwa 1.000 Lehrern, die eine Fortbildung im Fach
Religion belegen. Hinzu kommen 30 Teilnehmer an zwei
Weiterbildungskursen zum evangelischen Religionslehrer in
der Sekundarstufe II beziehungsweise an Grund-, Haupt- und
Förderschulen.
Seit diesem Schuljahr wird erstmals
Islam-Unterricht an Schleswig-Holsteins Grundschulen
angeboten. Neun Lehrer unterrichten 94 Erstklässler an
acht Schulen in Kiel, Flensburg sowie den Kreisen
Schleswig-Flensburg und Lauenburg. Die Lehrer sind selbst
Muslime, stehen im Landesdienst und haben eine
entsprechende Fortbildung absolviert. Da das Projekt neu
ist und mit den Jahren "aufwachsen" soll, hält
das Bildungsministerium den endgültigen Bedarf an
Islam-Unterricht im Lande noch nicht für abschätzbar.
Vorherige Debatte zum Thema: plenum-online,
Dezember
2003
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