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Landtag
fordert
"Task Force Meerespolitik"
Landesregierung
soll Resolution der Ostseeparlamentarierkonferenz umsetzen
Kiel (SHL/21.11.)
Die Landesregierung wird sich im Ostseerat für die Gründung
einer "Task Force Meerespolitik" einsetzen. Dies hat
Europaminister Uwe Döring (SPD) deutlich gemacht. Döring
reagierte damit auf einen parteiübergreifenden Vorstoß, der die
Umsetzung der Resolution der 16. Ostseeparlamentarierkonferenz vom
August dieses Jahres einfordert. Als weitere Maßnahmen mahnten
die Landtagsparteien in ihrem gemeinsamen Antrag unter anderem den
Einsatz von Lotsen in Gefahrengebieten der Ostsee an sowie die
Bereitstellung von Land-Stromanschlüssen für im Hafen liegende
Schiffe. Auch in diesen Punkten signalisierte der Minister die
Unterstützung der Landesregierung.
In der Debatte wies Döring auf die Bedeutung des
von der EU unabhängigen Ostseerates hin. Dies habe insbesondere
die Forderung nach einer "Task Force Meerespolitik"
gezeigt. So hätte Russland diesem Vorhaben bislang nicht
zugestimmt, weil es fürchte von der EU instrumentalisiert zu
werden. Wer frage, "wozu wir das Gremium brauchen", der
übersehe, dass "wir auf nicht EU-Partner wie Russland und
Norwegen" verzichten können, so Döring. Um Russland doch
noch umzustimmen, will die Landesregierung deshalb das Gespräch
mit dem russischen Botschafter suchen und deutlich machen, dass
eine gemeinsame Ostseepolitik auch im Interesse der Russischen
Förderation liegt.
Hauptredner:
Manfred Ritzek (CDU), Astrid Höfs (SPD), Ekkehard Klug
(FDP), Detlef Matthiessen (Grüne), Anke
Spoorendonk (SSW)
Hintergrund:
In einem gemeinsamen Antrag begrüßen alle
Fraktionen die Ergebnisse der 16.
Ostseeparlamentarierkonferenz, die Ende August in Berlin
getagt hat. Und: Die Abgeordneten fordern die
Landesregierung auf, sich für den Einsatz von Lotsen an
Gefahrstellen der Ostsee stark zu machen sowie die
Bereitstellung von Land-Stromanschlüssen für im Hafen
liegende Schiffe voranzutreiben. Zudem soll der Ostseerat
eine "Task Force Meerespolitik" einrichten.
Die gut 200 Teilnehmer der Parlamentarierkonferenz
hatten sich in einer in allseitigem Konsens
verabschiedeten Resolution darauf verständigt, den
Ostseeraum zu einer europaweit vorbildlichen Modellregion
in den Bereichen maritime Sicherheit und erneuerbare
Energien zu entwickeln. Das wesentliche umweltpolitische
Ziel eines von den Abgeordneten geforderten
Ostsee-Aktionsplanes ist es, die ökologische Sanierung
der Ostsee voranzubringen. Dabei geht es darum, die
Einleitung von Schadstoffen zu beenden, alte Schadstoffe
aus dem Meer zu entfernen und bestehende Lebensräume zu
schützen. Der Aktionsplan soll im November bei einem
Ministertreffen in Warschau beschlossen werden – mit dem
Ziel, ihn bis 2017 umzusetzen.
Weiterhin sprachen sich die Ostseeparlamentarier
dafür aus, Erschwernisse für die Arbeitsmarktmobilität
zu beseitigen – etwa durch die Einrichtung von
Informationszentren zu Sozialversicherungsfragen an stark
genutzten Grenzübergängen. Ein ähnliches Zentrum gibt
es bereits an der deutsch-dänischen Grenze.
Stichwort: BSPC /
Ostseerat
Die
Ostseeparlamentarierkonferenz (oder "Baltic Sea
Parliamentary Conference" / BSPC) gibt es seit
1991. Ihr gehören Vertreter aus den Ostseeanrainerstaaten
sowie aus Norwegen und Island an. Auf deutscher Seite
nehmen Delegierte der Landtage Schleswig-Holsteins und
Mecklenburg-Vorpommerns, der Bremischen Bürgerschaft, der
Hamburgischen Bürgerschaft und des Bundestages teil. Die
BSPC, die sich einmal jährlich zur Vollversammlung
trifft, bemüht sich um eine Stärkung der gemeinsamen
Identität des Ostseeraumes durch eine enge Zusammenarbeit
zwischen nationalen und regionalen Parlamenten. Sie will
politische Aktivitäten in der Region initiieren und die
regionale Zusammenarbeit insbesondere mit dem Ostseerat
vorantreiben. Die Parlamentarierkonferenz soll ferner ein
Forum für Diskussionen und für den Informationsaustausch
zwischen den Parlamenten und anderen Organisationen auf
internationaler und interregionaler Ebene in der Region
sei.
Im 1992 gegründeten Ostseerat arbeiten alle
Ostseeanrainer sowie Norwegen, Island und die Europäische
Kommission zusammen. Das Sekretariat ist in Stockholm,
Direktorin ist zurzeit die ehemalige Landtagsvizepräsidentin
Gabriele Kötschau.
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