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Auf dieser Seite: Grüner Punkt 

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Berichtsantrag zum "Grünen Punkt"
Antrag der Fraktion der FDP

                         Neu: ohne Aussprache

Drucksache: 16/1709

Bericht zur Abfallwirtschaft im Ausschuss 

Kiel (SHL/22.11.) Ein von der FDP geforderter mündlicher Regierungsbericht zu der Zukunft des Grünen Punkts wird nicht im Plenum vorgetragen, sondern im zuständigen Umwelt- und Agrarausschuss. Darauf haben sich die Fraktionen verständigt und den Tagesordnungspunkt von der Tagesordnung genommen.

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Hintergrund:
  Die FDP fordert einen mündlichen Regierungsbericht über die Zukunft der Abfallentsorgung: Wie soll es mit dem "Grünen Punkt" und der "Gelben Tonne" weitergehen?
  Seit 1990 müssen Hersteller und Handel die von ihnen in Umlauf gebrachten Verpackungen zurücknehmen. Hierfür, so der Grundgedanke, entrichtet die Wirtschaft eine Gebühr an die Firma Duales System Deutschland (DSD) in Köln. Die betroffenen Verpackungen sind mit dem Grünen Punkt gekennzeichnet. Sie sollen von den Verbrauchern in Gelben Säcken beziehungsweise der Gelben Tonne gesammelt werden. Das DSD und seine kommunalen Partner sammeln den Verpackungsmüll ein und recyceln ihn. So kommen nach Angaben des DSD jährlich fünf Millionen Tonnen zusammen, 63 Kilo pro Kopf. Den Verbraucher kostet das System im Schnitt 18,20 Euro pro Jahr – für erhöhte Produktpreise.
  In diesem System sind inzwischen verschiedene Schwachstellen aufgetreten:
  • Die Mülltrennung in den Haushalten funktioniert nur bedingt. Die Verbraucher entsorgen auch Müll, der nicht mit dem Grünen Punkt gekennzeichnet ist, in der Gelben Tonne. Laut der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen gehören rund 50 Prozent der Stoffe, die in der Gelben Tonne landen, dort nicht hinein. 1997 waren es nur 37 Prozent.
  • Viele Firmen beteiligen sich nicht am System. Die Bundesregierung schätzt die Zahl der "Totalverweigerer", die sich nicht um die Entsorgung ihrer Verpackungen kümmern, auf 24 Prozent. Hinzu kommen Unternehmen, die ihre Produkte in eigener Regie entsorgen – etwa Lebensmittel-Discounter. Letztlich werde nur noch für 59 Prozent der Verpackungen die Entsorgung über den Grünen Punkt bezahlt, heißt es.
  • Das DSD hat Konkurrenz bekommen. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes aus dem Jahr 2003 hat Deutschland gezwungen, den Markt für weitere Anbieter zu öffnen. Derzeit gibt es rund ein Dutzend kleinere Verpackungs-Entsorger. Sie bieten beispielsweise Warenhausketten so genannte Selbstentsorger-Konzepte an. Die Läden steigen somit aus dem Dualen System und der Gelben Tonne aus. Das DSD steht hierdurch finanziell unter Druck.

Als Reaktion auf diese Probleme hat die Bundesregierung nach einer langen Kontroverse zwischen Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) eine Novelle der Verpackungsverordnung in den Bundestag eingebracht. Sie will die Wahlmöglichkeit für Handel und Industrie zwischen der Teilnahme am Dualen System und der Selbstentsorgung über eigene Müllbehälter abschaffen. Die Selbstentsorgung soll künftig nur noch per Genehmigung und unter strengen Auflagen möglich sein. Damit sollen Trittbrettfahrer bekämpft werden, die keine Verpackungen zurücknehmen, keine Lizenzgebühren zahlen oder Gewerbemüll über die Gelbe Tonne entsorgen.
  Diese Regelung richtet sich auch gegen Händler, die in ihren Läden eigene Behälter aufstellen, um das Duale System zu umgehen. Denn: Kaum ein Kunde wirft den Verpackungsmüll dort hinein, sondern weiterhin zu Hause in die Gelbe Tonne.

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