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Schlick ist chic –
Wird Watt Welterbe?

Kiel (SHL/21.11.) Im
Januar 2008 soll die Bewerbung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe
bei der UNESCO eingereicht werden. Nach Niedersachsen, Hamburg, dem
Bund sowie den Niederlanden hat nun auch Schleswig-Holstein Grünes
Licht für diese angestrebte Auszeichnung gegeben. Damit hat die
Landespolitik nach 16 Jahren zäher Verhandlungen diesen
Diskussionsprozess abgeschlossen. Ein entsprechender Antrag von CDU,
SPD, Grünen und SSW wurde im Landtag einstimmig verabschiedet. Die
FDP ergänzte ihre Zustimmung allerdings mit der Forderung, die
Aufwertung des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer
dürfe nur im Einvernehmen mit der Westküsten-Bevölkerung
vonstatten gehen und nicht die wirtschaftliche und touristische
Nutzung des Gebiets beeinträchtigen.
Diesen Bedenken traten die anderen Fraktionen
entgegen: Der Status Weltnaturerbe bringe keine wirtschaftlichen
Einschränkungen mit sich, die über bereits bestehende Regelungen
im Nationalparkgesetz, im Trilateralen Wattenmeerplan, im
Landesnaturschutz- sowie im Landeswassergesetz hinaus reichten.
Wegen entsprechender Befürchtungen hatte es an der Nordseeküste
zunächst Widerstände gegeben. Inzwischen haben aber die Kreistage
von Dithmarschen und Nordfriesland zugestimmt. Alle Redner im Plenum
äußerten die Hoffnung, dass Dänemark sich dem Projekt ebenfalls
anschließt.
Landesregierung und Landtag versprechen sich von der
Beförderung des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer
zum Weltnaturerbe internationale Anerkennung sowie touristische und
ökonomische Vorteile. Es sei zu erwarten, dass dieser "Ruck
für die Region" neue Arbeitsplätze mit sich bringe. Das Watt
sei eine einzigartige Landschaft mit einmaliger Tier- und
Pflanzenwelt. Im Plenum war man sich einig, das Wattenmeer stehe auf
einer Ebene mit der Serengeti und dem Grand Canyon, und die
Anerkennung als Weltkulturerbe markiere "ein Stück Geschichte
unseres Landes Schleswig-Holstein".
Insgesamt soll eine Fläche von 10.000
Quadratkilometern an die UN-Kulturorganisation in Paris gemeldet
werden. Davon entfallen 7.300 Quadratkilometer auf das deutsche
Wattenmeer. Hiervon gehört wiederum der Löwenanteil von 4.400
Quadratkilometern zu Schleswig-Holstein. Davon sind 98 Prozent
Wasserfläche.
Nachdem der FDP-Änderungsantrag keine Zustimmung
gefunden hatte, stimmte der Landtag geschlossen für den
interfraktionellen Antrag.
Hauptredner:
Axel Bernstein (CDU), Detlef Buder (SPD),
Günther Hildebrand (FDP), Karl-Martin Hentschel (Grüne), Lars
Harms (SSW), Umweltminister Christian von Boetticher (CDU)
Hintergrund:
Der Umwelt- und Agrarausschuss wollte dem Plenum
empfehlen, die Initiative der Landesregierung zur Einstufung
des Wattenmeers als UNESCO-Weltnaturerbe zu unterstützen.
Ein entsprechendes Papier lag dem Plenum allerdings zu
Beginn der Tagung nicht vor, so dass kurzfristig ein neuer
Antrag von CDU, SPD, Grünen und SSW zum Thema eingebracht
wurde.
Der Antrag auf Anerkennung wird von der
Bundesrepublik Deutschland, den Bundesländern
Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen sowie den
Niederlanden eingereicht. Niedersachsen und Hamburg haben
bereits vor längerem entsprechende Voten abgegeben.
Dänemark beteiligt sich nicht. Die Landesregierung
verspricht sich von dieser Auszeichnung des Nationalparks
Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer internationale
Anerkennung sowie touristische und ökonomischen Vorteile.
Nach Aussage des Umweltministeriums bringt der
Status als Weltnaturerbe keine wirtschaftlichen
Einschränkungen mit sich, die über bereits bestehende
Regelungen im Nationalparkgesetz, im Trilateralen
Wattenmeerplan, im Landesnaturschutz- sowie im
Landeswassergesetz hinaus reichen. Wegen entsprechender
Befürchtungen hatte es an der Westküste
Schleswig-Holsteins zunächst Widerstände gegeben.
Inzwischen haben aber die Kreistage von Dithmarschen und
Nordfriesland zugestimmt.
Damit wird eine Gesamtfläche von 10.000
Quadratkilometern erfasst, von denen 7.300 auf das
deutsche Wattenmeer entfallen. Der schleswig-holsteinische
Anteil beträgt 4.400 Quadratkilometer, davon sind 98
Prozent Wasserfläche.
Der
Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, einer
von 14 deutschen Nationalparks, wurde 1985 gegründet und
ist das größte Gebiet dieser Art in Mitteleuropa. Der
Park beherbergt rund 3.200 Tierarten, darunter 250, die
nur in den Salzwiesen des Wattenmeeres vorkommen. Das Watt
ist Drehscheibe für jährlich über zwei Millionen
Zugvögel. Etwa 100.000 Paare brüten hier jedes Jahr. Das
Gebiet ist zudem die "Kinderstube" für
Schollen, Heringe und Seezungen sowie Heimat von
Seehunden, Kegelrobben und Schweinswalen.
mehr Informationen: plenum-online,
Januar
2006
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