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Auf dieser Seite: Freie Schulen

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Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Schleswig-Holsteinischen Schulgesetzes
Gesetzentwurf der Fraktion B`90/GRÜNE – Drs. 16/1563neu
(Ausschussüberweisung am 13. September 2007)
Bericht und Beschlussempfehlung des Bildungsausschusses

Fördersatz für Freie Schulen wird nicht um fünf Prozent angehoben

Kiel (SHL/13.11.) Gegen die Stimmen der Opposition hat es der Landtag abgelehnt, den Fördersatz für die 25 allgemein bildende Privatschulen in Schleswig-Holstein überwiegend Walddorfschulen – um fünf Prozent anzuheben: CDU und SPD stimmten in Zweiter Lesung gegen eine von den Grünen im Parlament eingebrachte Änderung am Schulgesetz. Die Oppositionspartei hatte eine Anhebung des Fördersatzes für die Freien Schulen von 80 auf 85 Prozent des Satzes für staatliche Schulen gefordert. Dies sei nicht finanzierbar, hieß es aus den Reihen der Koalition.

Die Große Koalition habe bereits Kürzungen für die Freien Schulen verhindert und im Doppelhaushalt 2009 und 2010 „tragfähige Lösungen für deren Existenz" geschaffen, so Susanne Herold (CDU). Sie bezog sich damit auch auf eine Entscheidung des Landtages im Februar, als den Freien Schulen für das laufende Jahr eine zusätzliche finanzielle Unterstützung in Höhe von 2,3 Millionen Euro bewilligt und damit die Zahlung der Zuschusssumme von 2007 abgesichert wurde. 

Herold sagte, dass angestrebt wurde, bei der Berechnung der Schülerkostensätze die deutschen Privatschulen mit dem dänischen Schulverein gleichzusetzen. Dies hätte jedoch für das Haushaltsjahr 2009 zur Folge gehabt, dass die Zuschüsse für die Schulen in freier Trägerschaft um rund drei Prozent gesunken wären. "Deshalb wollen wir die für 2008 gefundene Regelung für den Doppelhaushalt 2009/2010 fortschreiben. Dies geht nach unseren Berechnungen mit einer Erhöhung des Zuschusses um rund zwei Prozent einher."

Der SPD-Abgeordnete Henning Höppner nannte die derzeitige Beteiligung der Eltern an den Schulkosten „sozial verträglich". Und Bildungsministerin Erdsiek-Rave (SPD) wies darauf hin, dass die von den Grünen geforderte Anhebung des Fördersatzes das Land 4,9 Millionen Euro kosten würde und damit die „Gesamtstatik" der Haushaltsplanung für die Schulen „ins Wanken bringt".

Opposition geschlossen

Monika Heinold (Grüne) mit Schwarz-Rot hart ins Gericht, sprach einem „Armutszeugnis" der Großen Koalition: Sie verweigere „die Generalüberholung des Schulgesetzes" und die finanzielle Verbesserung der Schulen.  Stattdessen, so Heinold, würden die Freien Schulen womöglich „am ausgestreckten Arm verhungern". Liberale und SSW pflichteten ihr bei: Die Finanzhilfe für die Freien Schulen müsse „strukturell verbessert" werden, sagte Ekkehard Klug (FDP) und warf der SPD eine „herzliche Abneigung gegen Schulen in freier Trägerschaft vor". Lars Harms (SSW) monierte, dass der derzeitige Fördersatz für die Waldorfschulen dem Berechnungssatz des Jahres 1994 entspreche.

Hintergrund der Diskussion: Die Freien Schulen hatten nach der Kürzung des Weihnachtsgeldes für Landesbeamte im Jahr 2006 Alarm geschlagen. Denn: Ihre Zuschüsse sind an die Beamtenbesoldung für Lehrer an öffentlichen Schulen gekoppelt. Da diese Gelder nach der von Schwarz-Rot beschlossenen Kürzung gesunken sind, befürchteten die Schulträger existenzbedrohende Finanzprobleme.

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Hintergrund:
Die Finanzausstattung der Freien Schulen und der Waldorfschulen in Schleswig-Holstein ist erneut Streitthema im Landtag. Grundlage der Debatte ist die 2. Lesung zu einem bereits im September 2007 eingebrachten Entwurf der Grünen zur Änderung des Schulgesetzes. Kernpunkt: Die Grünen fordern, den Fördersatz für allgemein bildende Privatschulen von 80 auf 85 Prozent des Satzes für staatliche Schulen zu erhöhen. Dies hatten auch Vertreter der Schulen gefordert. Dieser Vorstoß steht jedoch nach dem Nein der Koalition im Bildungsausschuss vor der Ablehnung.

Schwarz-Rot verweist stattdessen auf den eigenen Lösungsweg: Demnach erhalten die betroffenen Schulen im laufenden Jahr, wie im Februar beschlossen (plenum-online, Februar 2008), die gleichen Mittel wie 2007. In den kommenden beiden Jahren sollen die Zuschüsse um zwei Prozent steigen. Hierzu wollen CDU und SPD entsprechende Gelder im Doppelhaushalt 2009/2010 bereitstellen. Dieser Weg reicht wiederum den Grünen nicht aus: Es sei unbefriedigend, dass diese Lösung nur bis 2010 reiche, und dass die Schulen damit keine langfristige Planungssicherheit hätten.

   Rückblick

Die Schulen hatten nach der Kürzung des Weihnachtsgeldes für Landesbeamte im Jahr 2006 Alarm geschlagen. Denn: Ihre Zuschüsse sind an die Beamtenbesoldung für Lehrer an öffentlichen Schulen gekoppelt. Da diese Gelder nach der von Schwarz-Rot beschlossenen Kürzung gesunken sind, befürchten die Schulträger existenzbedrohende Finanzprobleme.

Weitere Forderungen aus dem Grünen-Entwurf: Die Investitionszuschüsse für die freien Schulen sollen klarer geregelt werden, die Zuschüsse für die Betreuung von Kindern mit besonderem Förderbedarf sollen angehoben werden, und die Schulen sollen für ihre "Wartefrist" nachträglich entschädigt werden. Das bedeutet: Bei Schul-Neugründungen müssen die freien Schulen drei (ab 2008: zwei) Jahre auf öffentliches Geld warten. Diese entgangenen Summen sollen nach Auffassung der Grünen nachträglich zu 50 Prozent erstattet werden.

   Wenig Privatschüler in Schleswig-Holstein

Im Lande gibt es 69 Schulen in privater Trägerschaft. Neben den 48 Schulen der dänischen Minderheit, die den vollen Satz erhalten, gibt es zehn freie Waldorfschulen sowie christliche und heilpädagogische Schulen mit insgesamt rund 5.000 Schülern. Damit besuchen 3,3 Prozent der schleswig-holsteinischen Schüler eine Privatschule – bundesweit ein niedriger Wert.

1. Lesung: plenum-online, September 2007

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