zurück zur aktuellen Ausgabe von plenum-online

plenum-online wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" , "Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die neueste Fassung zu erhalten.  

Auf dieser Seite: Grunderwerbsteuer

xxx

Top 09
Entwurf eines Gesetzes über die Festsetzung des Steuersatzes für die Grunderwerbsteuer
Gesetzentwurf der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Grüne wollen Grunderwerbssteuer um ein Prozent erhöhen

Kiel (SHL/12.11.) Eine Gesetzesinitiative der Grünen zur Erhöhung der Grunderwerbssteuer ist in Erster Lesung auf ein geteiltes Echo gestoßen. Durch die Anhebung der Steuer von derzeit 3,5 Prozent auf 4,5 Prozent zum Januar 2009 erhofft sich die Oppositionspartei zusätzliche Einnahmen in Höhe von etwa 60 Millionen Euro pro Jahr für den Landeshaushalt. Während CDU und FDP den Entwurf als „unseriöse Mogelpackung" ablehnten, bekundeten SPD und SSW Unterstützung.

Die Mehreinnahmen sollen vor allem in Bildungs- und Familienangebote fließen. „Jeder Cent, den wir durch diese Steuererhöhung einnehmen, muss eins zu eins für die verbesserten Bildungschancen unserer Kinder eingesetzt werden", so Monika Heinold von den Grünen (Foto). Eine Koppelung der Steuereinnahmen mit bestimmten Vorhaben schloss die SPD-Abgeordnete Anna Schlosser-Keichel zwar aus. Dennoch, so die Sozialdemokratin, müssten alle Einnahmemöglichkeiten für das Land ausgeschöpft werden. Anke Spoorendonk (SSW) schlug vor, die Erhöhung des Steuersatzes auf gewerbliche Nutzer zu beschränken oder Grenzwerte zu verwenden, ab denen ein höherer Steuersatz fällig wird.

Finanzminister: „Unsinn"

„Wir können nicht immer weitere Staatsausgaben beschließen und diese durch immer neue Steuererhöhungen finanzieren", erklärte dagegen Tobias Koch (CDU). In die gleiche Kerbe schlug FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki: Priorität müssten wachstumsfördernde Maßnahmen und nicht Steuererhöhungen haben. Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) nannte den Gesetzentwurf schlicht „Unsinn". Er vermisse „ein klares ordnungspolitisches Konzept und eine konjunkturpolitische Einordnung". Denkbar, so Wiegard, sei die Erhöhung der Grunderwerbssteuer einzig zur Senkung der Neuverschuldung des Landes.

Seit der Föderalismusreform 2006 können die Länder selbst über die Höhe des Satzes beschließen. Das Land Berlin hat den Steuersatz bereits auf 4,5 Prozent erhöht, in Hamburg läuft ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren.

Sollte der Plan der Grünen umgesetzt werden, müsste der Käufer eines 200.000 Euro teuren Hauses in Schleswig-Holstein künftig nicht mehr 7.000, sondern 9.000 Euro Grunderwerbssteuer bezahlen.

Der Gesetzentwurf wird im Finanzausschuss weiter beraten.

Druckversion

zurück zum Textanfang

Hintergrund:
Die Grünen sprechen sich für eine Erhöhung der Grunderwerbsteuer um ein Prozent auf 4,5 Prozent des Kaufpreises einer Immobilie aus. Das zusätzlich eingenommene Geld soll in die Bildung und in den Klimaschutz fließen. Die Grünen gehen von etwa 60 Millionen Euro Mehreinnahmen pro Jahr für das Land Schleswig-Holstein aus. Unter anderem will die Oppositionsfraktion mehr Personal, bedarfsgerechte Öffnungszeiten und warme Mahlzeiten an Schulen und Kitas finanzieren. Zudem sollen Schulen und andere öffentliche Einrichtungen energiesparend saniert werden.

Die Grunderwerbsteuer beträgt zurzeit 3,5 Prozent des Kaufpreises. Seit der Föderalismusreform 2006 können die Länder selbst über die Höhe des Satzes beschließen. Das Land Berlin hat den Steuersatz bereits auf 4,5 Prozent erhöht, in Hamburg läuft ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren. Das zusätzlich eingenommene Geld fließt nicht in den Länderfinanzausgleich, sondern direkt in die jeweilige Landeskasse. Sollte der Plan der Grünen umgesetzt werden, müsste der Käufer eines 200.000 Euro teuren Hauses künftig nicht mehr 7.000, sondern 9.000 Euro Grunderwerbsteuer bezahlen.

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Regierungserklärung zur
Finanzmarktkrise

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Gratulation zum Orden
"Goldener Greif"

I n n e n  / R e c h t

1. Lesungen:
Landesentwicklungs-
Grundsätzegesetz
Beamtenrecht
Landesverwaltungsgesetz / Kirchenaustrittsgesetz
(ohne Aussprache)
Anträge:
Küstenwache
Flughafenausschuss HH
(ohne Aussprache)
Berichte:
Integrationskonzept
Petitionsausschuss
(ohne Aussprache)

F i n a n z e nt

2. Lesungen:
Kirchensteuergesetz
(ohne Aussprache)
Nordwestdt. Klassenlotterie
(ohne Aussprache)
1. Lesung:
Grunderwerbssteuer
Regierungserklärung / Anträge:
Finanzmarktkrise
Berichte:
Einkommens- und
Vermögensentwicklung
Gewerbesteuer / Windkraft
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

2. Lesungen:
Freie Schulen / Bezuschussung 
Rundfunkänderungs-
Staatsvertrag

(ohne Aussprache)
Wahl:
Stiftungsrat Kulturstiftung
(ohne Aussprache)
Anträge:
Hochbegabtenförderung
"Bildungsgipfel"
Berichte:
Meeresforschungsinstitut
KiTa-Gebühren
Annerkennung von Auslandsabschlüssen
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

2. Lesung:
Behindertenbeauftragter
1. Lesungen:
Pflegegesetzbuch
Bestattungsgesetz
(ohne Aussprache)
Anträge:
AKW / Terrorschutz
AKWs Krümmel u. Brunsbüttel / Vattenfall
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Bericht:
Tourismuswirtschaft

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

Antrag:
Moorschutzprogramm

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

                 – – –