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Hochbegabtenförderung

Antrag der Fraktionen von CDU und SPD

Landtag einig: Hochbegabung
früher erkennen und fördern

Kiel (SHL/13.11.) Die Große Koalition im Lande will hochbegabte Kinder besser fördern. Spezielle Klassen für besonders intelligente Schüler, wie in anderen Bundesländern, soll es in Schleswig-Holstein aber weiterhin nicht geben – sie sollen stattdessen im normalen Schulsystem gemeinsam mit anderen Kindern unterrichtet, dabei aber individuell gefördert werden. Das sieht ein gemeinsames Papier von CDU und SPD vor. Lehrer und Erzieher sollen demnach so aus- und fortgebildet werden, dass sie eine Hochbegabung frühzeitig erkennen. Und: Jede Schule im Lande soll eine spezielle Diagnostik-Fachkraft bekommen. Die Opposition stimmte diesem Katalog zu.

Noch im Frühjahr hatte sich die Koalition in dieser Frage uneinig gezeigt. Die Union hatte sich für spezielle Hochbegabten-Klassen stark gemacht. Und auch in der aktuellen Debatte sah Susanne Herold (CDU) den Koalitionsplan nur als „Einstieg in einen umfassenden, professionellen Umgang" mit dem Thema und forderte ein Hochbegabten-Gymnasium sowie eigenständige Lerngruppen. Das lehnte Detlef Buder (SPD) erneut ab: Das Grundprinzip dürfe nicht die Aufteilung der Kinder durch die Einrichtung spezieller Schulen sein, sondern ein „Förderangebot auf Basis der Integration".

Erdsiek-Rave ruft zu Spenden auf

Ekkehard Klug (FDP) richtete den Blick auf die rund 130 bereits bestehenden so genannten Enrichment-Kurse im Lande, in denen etwa 1.500 hochbegabte Schüler außerhalb des regulären Unterrichts betreut werden. Seine Kritik: Die Eltern müssten hier Schulgeld zahlen. Es sei bezeichnend, argwöhnte Klug, „dass das sozialdemokratisch geführte Bildungsministerium ausgerechnet in diesem Punkt die sonst so verpönte Kostenbeteiligung der Eltern festschreibt". Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) merkte hierzu an, dass betroffene Eltern hier Unterstützung erhielten. Sie forderte die Wirtschaft und wohlhabende Bürger zu Spenden für diese Einrichtungen auf, da das Land diese Projekte aus eigener Kraft nicht voll finanzieren könne.

Angelika Birk (Grüne) und Lars Harms (SSW) standen den schwarz-roten Plänen grundsätzlich positiv gegenüber. Es sei aber eine „langjährige landesweite Fortbildungsoffensive" nötig, so Birk, bis alle betroffenen Kinder rechtzeitig erkannt und gefördert würden. Harms betonte: „Je besser Lehrer auf den einzelnen hochbegabten Schüler eingehen können, desto mehr profitieren auch alle anderen Schüler davon."

Als hochbegabt gilt nach Angaben der Landesregierung aus dem Frühjahr, wer einen Intelligenzquotienten von über 130 hat. Dies trifft auf etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung zu. Nach dieser Annahme wären etwa 500 bis 900 Schüler jedes Jahrgangs in Schleswig-Holstein hochbegabt.

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Hintergrund:
CDU und SPD sprechen sich für eine bessere Förderung von hochbegabten Kindern und Jugendlichen aus – und führen dabei in ihrem gemeinsamen Antrag ihre bislang unterschiedlichen Positionen in dieser Frage zusammen. Kernpunkt: Lehrer und Erzieher sollen so aus- und fortgebildet werden, dass sie eine Hochbegabung frühzeitig erkennen. Jede Schule im Lande soll eine spezielle Diagnostik-Fachkraft bekommen. Hochbegabte Kinder könnten „mit gutem Erfolg im normalen Schulsystem gemeinsam mit anderen Kindern" unterrichtet werden, heißt es in dem Koalitionspapier. Voraussetzung hierfür sei allerdings, „dass die Lehrkräfte mit den besonderen Bedürfnissen von Schülerinnen und Schülern mit besonders hohen kognitiven Fähigkeiten vertraut sind". Außerdem sollen die Zusatzangebote für Hochbegabte landesweit ausgebaut werden.

Der Landtag hat das Thema zuletzt im Frühjahr diskutiert. Grundlage war die Antwort der Landesregierung auf eine Große Anfrage der CDU. In der Debatte zeigten sich grundsätzliche Unterschiede in dieser Frage zwischen den beiden Koalitionspartnern. Die CDU hatte die Hochbegabtenförderung des sozialdemokratisch geführten Bildungsministeriums massiv kritisiert und eine intensivere Unterstützung für besonders talentierte Kinder gefordert – etwa die Einrichtung spezieller Klassen. SPD-Vertreter hingegen hatten betont, es gehe nicht darum, hochbegabte Kinder auszusondern; sie müssten innerhalb des regulären Schulsystems individuell gefördert werden. Die Union war daraufhin im August mit einem eigenen Forderungspaket an die Öffentlichkeit gegangen.

Besonders begabte Schüler haben derzeit die Möglichkeit, am so genannten "Enrichment-Programm" teilzunehmen. Hier werden außerhalb des Unterrichts Zusatzkurse „auf hohem intellektuellen Niveau" angeboten. Im abgelaufenen Schuljahr gab es demnach 134 solcher Kursangebote im Lande, an denen etwa 1.500 Schüler teilnehmen. Neben dem "Enrichment-Programm" zählen die Jugendakademie und die regionalen Schülerakademien zu den speziellen Angeboten für Schulkinder. Für KiTa-Kinder gibt es keine besonderen Programme.

Kernpunkte der Großen Anfrage (v. April 2008):
Als hochbegabt gilt, wer einen Intelligenzquotienten von über 130 hat. Dies trifft auf etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung zu. Nach dieser Annahme wären etwa 500 bis 900 Schüler jedes Jahrgangs in Schleswig-Holstein hochbegabt. Anders als bei Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf gibt es in Schleswig-Holstein, anders als in anderen Ländern, bei Hochbegabten kein geregeltes Anerkennungsverfahren, keinen besonderen Lehrpläne und keine speziellen Klassen. Das geht aus der Antwort des Bildungsministeriums auf die Große Anfrage der CDU hervor, die im April debattiert wurde.

Debatte zum Thema (Große Anfrage):
plenum-online,
April 2008

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Petitionsausschuss
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F i n a n z e nt

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Nordwestdt. Klassenlotterie
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1. Lesung:
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Regierungserklärung / Anträge:
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Einkommens- und
Vermögensentwicklung
Gewerbesteuer / Windkraft
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 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

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2. Lesung:
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1. Lesungen:
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W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

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