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Auf dieser
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Top 25
Hochbegabtenförderung
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD |
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Landtag einig:
Hochbegabung
früher erkennen und fördern
Kiel (SHL/13.11.) Die Große
Koalition im Lande will hochbegabte Kinder besser fördern.
Spezielle Klassen für besonders intelligente Schüler, wie in
anderen Bundesländern, soll es in Schleswig-Holstein aber
weiterhin nicht geben – sie sollen stattdessen im normalen
Schulsystem gemeinsam mit anderen Kindern unterrichtet, dabei aber
individuell gefördert werden. Das sieht ein gemeinsames Papier
von CDU und SPD vor. Lehrer und Erzieher sollen demnach so aus-
und fortgebildet werden, dass sie eine Hochbegabung frühzeitig
erkennen. Und: Jede Schule im Lande soll eine spezielle
Diagnostik-Fachkraft bekommen. Die Opposition stimmte diesem
Katalog zu.
Noch im Frühjahr hatte sich die Koalition in
dieser Frage uneinig gezeigt. Die Union hatte sich für spezielle
Hochbegabten-Klassen stark gemacht. Und auch in der aktuellen
Debatte sah Susanne Herold (CDU) den Koalitionsplan nur als „Einstieg
in einen umfassenden, professionellen Umgang" mit dem Thema
und forderte ein Hochbegabten-Gymnasium sowie eigenständige
Lerngruppen. Das lehnte Detlef Buder (SPD) erneut ab: Das
Grundprinzip dürfe nicht die Aufteilung der Kinder durch die
Einrichtung spezieller Schulen sein, sondern ein „Förderangebot
auf Basis der Integration".
Erdsiek-Rave ruft zu Spenden auf
Ekkehard Klug (FDP) richtete den Blick auf die
rund 130 bereits bestehenden so genannten Enrichment-Kurse im
Lande, in denen etwa 1.500 hochbegabte Schüler außerhalb des
regulären Unterrichts betreut werden. Seine Kritik: Die Eltern
müssten hier Schulgeld zahlen. Es sei bezeichnend, argwöhnte
Klug, „dass das sozialdemokratisch geführte Bildungsministerium
ausgerechnet in diesem Punkt die sonst so verpönte
Kostenbeteiligung der Eltern festschreibt".
Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) merkte hierzu an, dass
betroffene Eltern hier Unterstützung erhielten. Sie forderte die
Wirtschaft und wohlhabende Bürger zu Spenden für diese
Einrichtungen auf, da das Land diese Projekte aus eigener Kraft
nicht voll finanzieren könne.
Angelika Birk (Grüne) und Lars Harms (SSW)
standen den schwarz-roten Plänen grundsätzlich positiv
gegenüber. Es sei aber eine „langjährige landesweite
Fortbildungsoffensive" nötig, so Birk, bis alle betroffenen
Kinder rechtzeitig erkannt und gefördert würden. Harms betonte:
„Je besser Lehrer auf den einzelnen hochbegabten Schüler
eingehen können, desto mehr profitieren auch alle anderen
Schüler davon."
Als hochbegabt gilt nach Angaben der
Landesregierung aus dem Frühjahr, wer einen Intelligenzquotienten
von über 130 hat. Dies trifft auf etwa zwei bis drei Prozent der
Bevölkerung zu. Nach dieser Annahme wären etwa 500 bis 900
Schüler jedes Jahrgangs in Schleswig-Holstein hochbegabt.
Hintergrund:
CDU und SPD sprechen sich für eine bessere Förderung
von hochbegabten Kindern und Jugendlichen aus – und
führen dabei in ihrem gemeinsamen Antrag ihre bislang
unterschiedlichen Positionen in dieser Frage zusammen.
Kernpunkt: Lehrer und Erzieher sollen so aus- und
fortgebildet werden, dass sie eine Hochbegabung
frühzeitig erkennen. Jede Schule im Lande soll eine
spezielle Diagnostik-Fachkraft bekommen. Hochbegabte
Kinder könnten „mit gutem Erfolg im normalen
Schulsystem gemeinsam mit anderen Kindern"
unterrichtet werden, heißt es in dem Koalitionspapier.
Voraussetzung hierfür sei allerdings, „dass die
Lehrkräfte mit den besonderen Bedürfnissen von
Schülerinnen und Schülern mit besonders hohen kognitiven
Fähigkeiten vertraut sind". Außerdem sollen die
Zusatzangebote für Hochbegabte landesweit ausgebaut
werden.
Der Landtag
hat das Thema zuletzt im Frühjahr diskutiert. Grundlage
war die Antwort der Landesregierung auf eine Große
Anfrage der CDU. In der Debatte zeigten sich
grundsätzliche Unterschiede in dieser Frage zwischen den
beiden Koalitionspartnern. Die CDU hatte die
Hochbegabtenförderung des sozialdemokratisch geführten
Bildungsministeriums massiv kritisiert und eine
intensivere Unterstützung für besonders talentierte
Kinder gefordert – etwa die Einrichtung spezieller
Klassen. SPD-Vertreter hingegen hatten betont, es gehe
nicht darum, hochbegabte Kinder auszusondern; sie müssten
innerhalb des regulären Schulsystems individuell
gefördert werden. Die Union war daraufhin im August mit
einem eigenen Forderungspaket an die Öffentlichkeit
gegangen.
Besonders
begabte Schüler haben derzeit die Möglichkeit, am so
genannten "Enrichment-Programm" teilzunehmen.
Hier werden außerhalb des Unterrichts Zusatzkurse „auf
hohem intellektuellen Niveau" angeboten. Im
abgelaufenen Schuljahr gab es demnach 134 solcher
Kursangebote im Lande, an denen etwa 1.500 Schüler
teilnehmen. Neben dem "Enrichment-Programm"
zählen die Jugendakademie und die regionalen
Schülerakademien zu den speziellen Angeboten für
Schulkinder. Für KiTa-Kinder gibt es keine besonderen
Programme.
Kernpunkte der Großen Anfrage
(v. April 2008):
Als hochbegabt gilt, wer einen Intelligenzquotienten von
über 130 hat. Dies trifft auf etwa zwei bis drei Prozent
der Bevölkerung zu. Nach dieser Annahme wären etwa 500
bis 900 Schüler jedes Jahrgangs in Schleswig-Holstein
hochbegabt. Anders als bei Kindern mit
sonderpädagogischem Förderbedarf gibt es in
Schleswig-Holstein, anders als in anderen Ländern, bei
Hochbegabten kein geregeltes Anerkennungsverfahren, keinen
besonderen Lehrpläne und keine speziellen Klassen. Das
geht aus der Antwort des Bildungsministeriums auf die
Große Anfrage der CDU hervor, die im April debattiert
wurde.
Debatte zum Thema (Große Anfrage):
plenum-online, April
2008
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