Ausgangspunkt
ist die im Koalitionsausschuss von CDU und SPD Anfang
Oktober getroffene Absprache. Demnach soll 2009 das dritte
KiTa-Jahr beitragsfrei werden. Das Land will den Kommunen
dafür im nächsten Jahr 14,6 Millionen Euro für das am
1. September beginnende KiTa-Jahr zur Verfügung stellen;
2010 sind es dann 35 Millionen. Das entspricht 120 Euro
pro Kind und Monat. Hiermit soll eine fünfstündige
Gratis-Betreuung gewährleistet werden.
"Pakt für Kinder und Familien"
Das
Bildungsministerium ruft die Kommunen auf, einem
"Pakt für Kinder und Familien" beizutreten:
Städte und Kreise sollen das Geld mit einbringen, das sie
durch den Wegfall der Sozialstaffel-Ermäßigung für
Eltern mit geringem Einkommen einsparen. Für diesen Zweck
haben die Kommunen im Jahr 2005 insgesamt, bezogen auf
alle drei KiTa-Jahre, 41 Millionen Euro ausgegeben. Zudem
sollen sie 50 Prozent ihrer Einsparungen aus
Verwaltungszusammenschlüssen zuschießen.
Der
Regierungsbericht stellt fest, dass es zurzeit starke
regionale Unterschiede bei den Kosten gibt. So schwankt
der Elternbeitrag im Lande zwischen 95 und 197 Euro im
Monat. Die Zuschüsse der Kreise und Städte für die
Betriebskosten der Kindergärten variieren von ein bis 20
Prozent.
Interpretationsspielraum zum Koalitionsvertrag
Im nächsten Mai soll es
dann laut Koalitionsbeschluss einen Stufenplan für die
weiteren KiTa-Jahrgänge geben. Für das zweite Jahr
müssten die Eltern von 2011 an keine Beiträge mehr
zahlen und von 2013 an auch nicht mehr für das erste
Jahr. Der schriftliche Beschlusstext des
Koalitionsausschusses ließ allerdings
Interpretationsspielraum zu: „Die Koalition bekräftigt
dabei das Ziel verfassungsgemäßer Haushalte und bis 2015
ausgeglichener Haushalte", heißt es in dem Papier.
An dieser Formulierung ist ein Streit zwischen Christ- und
Sozialdemokraten über die Verbindlichkeit der
Vereinbarung entbrannt: Die CDU beharrt auf den Vorrang
der Haushaltskonsolidierung, während die SPD die
Gratis-KiTa in jedem Fall einführen will und
gegebenenfalls an anderen Stellen des Haushalts sparen
will. (s. plenum-online, Oktober
2008)
"Kein Kind ohne Mahlzeit"
Ein
weiterer Aspekt des Berichts ist die Aktion "Kein
Kind ohne Mahlzeit". Die Initiative, die im Frühjahr
angelaufen ist, soll nach Willen der Koalition bis zum
Ende der Wahlperiode abgesichert werden. Hierbei wollen
Land, Kommunen und Sozialverbände bedürftigen
Kindergarten-Kindern ein kostenlose warmes Mittagessen
bezahlen. Der Regierungsbericht verwiest darauf, dass 17
Prozent aller schleswig-holsteinischen Kinder von Armut
bedroht seien – in Ballungszentren sei es sogar ein
Drittel.
Gemeinsam
mit den Wohlfahrtsverbänden hat das Sozialministerium
hierfür landesweit regionale Kinderhilfsfonds
eingerichtet, an die die Eltern sich wenden können. Das
Geld in Höhe von zwei Millionen Euro stammt von der
landeseigenen Stiftung "Familie in Not". Dem
Bericht zufolge haben im ersten KiTa-Halbjahr 2008
landesweit 1.948 Kinder ein bezuschusstes Mittagessen in
ihrer KiTa erhalten. Hierfür wurden 180.000 Euro
bereitgestellt. Im derzeit laufenden zweiten Halbjahr
liegen Anträge für 3.276 Kinder vor. Dies ergäbe Kosten
in Höhe von 275.000 Euro.
Der Landtag hat zuletzt
im April über dieses Thema beraten. (plenum-online,
April
2008)