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Auf dieser Seite: Uni-Klinikum

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Top 31 / Fragestunde:
- eingereicht von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen -
"Welche Beweggründe, Argumente und wirtschaftlichen Erwägungen haben zur beabsichtigten (bzw. bis zur 2. Tagung des Schleswig-Holsteinischen Landtages erfolgten) Zustimmung der Landesregierung zur Teilprivatisierung der Service GmbH / IT-Abteilung des UKSH geführt?"

Teilprivatisierung am UK S-H: 
Das Parlament hakt nach

Kiel (SHL/19.11.) Durch die geplante Teilprivatisierung des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H) rechnet die Landesregierung in den kommenden fünf Jahren mit Einsparungen im operativen Geschäft von 7,4 Millionen Euro. Diese Zahl nannte Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU/Foto) in einer von der Grünen-Abgeordneten Monika Heinold beantragten Aktuellen Fragestunde im Plenum. Der Aufsichtsrat des Klinikums hatte Anfang der Woche den Weg für die Teilprivatisierung der UK S-H Service GmbH und der IT-Abteilung frei gemacht. Das Gremium entschied sich mehrheitlich für die Veräußerung eines 49-Prozent-Anteils über einen Zeitraum von fünf Jahren an ein Konsortium aus den Firmen Vanguard, Zehnacker und Sodexo. Die Teilprivatisierung betrifft rund 1.500 Mitarbeiter. Das UK S-H ist mit über 10.600 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im Lande.

Die Qualität der Leistungen und die Produktivität werde durch vertraglich festgeschriebene Service-Levels steigen, zeigte sich de Jager überzeugt. Vor allem eine einheitliche IT-Bewirtschaftung an den Standorten in Kiel und Lübeck wertete der Minister als „qualitativen Fortschritt". Außerdem könne ein privates Konsortium dringend notwendige Erneuerungen und Sanierungen, etwa im Küchenbereich, „um bis zur Hälfte günstiger als das UK S-H" verwirklichen. Und: Das Konsortium verfüge über größere Management-Erfahrung als das UK S-H.

Für die derzeitig Beschäftigten der Service GmbH und der IT-Abteilung ändere sich nichts: „In der Vertragslaufzeit kommt es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen", erklärte de Jager auf Nachfrage von Wolfgang Baasch (SPD). Es gelte der im März 2008 vereinbarte Tarifvertrag.

Kritik an der Firma Vanguard, die nach Ansicht von Anke Spoorendonk (SSW) kurz vor der Insolvenz stand, wies de Jager zurück. „Vanguard ist Marktführer in diesem Bereich in Deutschland und hat 20 Jahre Erfahrung. Außerdem ist die Insolvenz abgewendet", sagte er. Da vorgesehen sei, dass die Partner im Konsortium gegenseitig für wirtschaftliche Verluste haften, sei ein Schaden für das UK S-H ausgeschlossen.

  Landesregierung will regelmäßig über 
  die Entwicklung Bericht erstatten

Nach fünf Jahren habe das Klinikum die Möglichkeit, die teilprivatisierten Bereiche für eine Million Euro zurückzukaufen oder den Vertrag weiter zu verlängern. „Je länger die Verträge dauern, desto größer fallen aber auch die Gewinne aus", meinte de Jager. Der Minister versprach, den Landtagsausschüssen regelmäßig einen Sachstandsbericht über das UK S-H zu geben.

Das UK S-H ist im Jahr 2003 aus den Universitätsklinika Kiel und Lübeck entstanden. Es hat 2.400 Patientenbetten und ist mit derzeit 10.600 Beschäftigten der größte Arbeitgeber im Lande. 6.100 Beschäftigte arbeiten in Kiel, 4.500 in Lübeck. Das UK S-H ist eine Anstalt öffentlichen Rechts in Trägerschaft des Landes. Das Klinikum schreibt seit Jahren rote Zahlen. Die Gesamtschulden belaufen sich auf über 100 Millionen, der Investitionsstau liegt bei mehr als 400 Millionen Euro.

Weitere Nachfragende: Andreas Tietze (Grüne), Robert Habeck (Grüne), Anke Erdmann (Grüne), Marret Bohn (Grüne), Daniel Günther (CDU), Wolfgang Kubicki (FDP), Ralf Stegner (SPD), Jürgen Weber (SPD), Lars Harms (SSW), Antje Jansen (Linke), Heinz-Werner Jezewski (Linke)

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Hintergrund:
Die Grünen wollen im Rahmen einer Fragestunde von der Landesregierung wissen, wie diese zum geplanten Teilverkauf des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H) steht.

Der Aufsichtsrat des Universitätsklinikums hat am Montag den Weg für die Teilprivatisierung der UK S-H Service GmbH und der IT-Abteilung frei gemacht. Das Gremium hat sich mehrheitlich für die Veräußerung eines 49-Prozent-Anteils für einen Zeitraum von fünf Jahren entschieden. Das UK S-H bliebe demnach Mehrheitsgesellschafter. Die Mitarbeiter wären also weiterhin Beschäftigte des UK S-H und behielten zunächst ihre tarifliche Absicherung. Ziel der Teilprivatisierung ist nach Angaben des Aufsichtsrats „der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit durch eine verbesserte Qualität und Erlössituation". Dem Vernehmen nach sollen bereits mehrere Firmen ihr Interesse bekundet haben, beim UK S-H einzusteigen.

  Opposition im Landtag
  meldet Bedenken an

Die geplante Teilprivatisierung der Klinik hat in den letzten Wochen für Wirbel bei Mitarbeitern und Politik geführt. Am Tag der Aufsichtsratssitzung haben mehrere hundert Beschäftigte in Kiel und Lübeck gegen das Vorhaben protestiert. Auch Grüne, SPD und Linke haben sich kritisch geäußert.

Von den Plänen sind rund 1.400 Beschäftigte der Service-Sparte (Küche, Reinigung, Fahrdienst, Technik) sowie 70 IT-Experten betroffen. Die Mitarbeiter befürchten höheren Arbeitsdruck sowie eine geringere Bezahlung, wenn der jetzige Tarifvertrag 2015 ausläuft. Bis dahin sichert der Tarif die Löhne und die Arbeitsplätze und schließt eine Gesamt-Privatisierung des Klinikums aus. Anschließend wäre ein Rückkauf der teilprivatisierten Anteile denkbar. Kritiker befürchten aber auch weitere Verkäufe.

  Hoffnung auf Einsparungen in Höhe
  von rund 10 Millionen Euro

Der UK S-H-Vorstand begründet die angestrebte Teilprivatisierung mit der notwendigen Modernisierung und Qualitätssteigerung. Bei den zukünftigen Partnern handele es sich um ausgewiesene Experten, die einschlägige Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit verschiedenen Krankenhäusern in Deutschland hätten, heißt es in einer Pressemitteilung des Vorstands. Von dem Anteilsverkauf erhofft sich das UK S-H einen Erlös von 15 Millionen Euro sowie bis 2014 Einsparungen in Höhe von insgesamt rund 10 Millionen Euro.

Das UK S-H ist im Jahr 2003 aus den Universitätsklinika Kiel und Lübeck entstanden. Es hat 2.400 Patientenbetten und ist mit derzeit 10.600 Beschäftigten der größte Arbeitgeber im Lande. 6.100 Beschäftigte arbeiten in Kiel, 4.500 in Lübeck. Das UK S-H ist eine Anstalt öffentlichen Rechts in Trägerschaft des Landes. Das Problem: Das Klinikum schreibt seit Jahren rote Zahlen. Die Gesamtschulden belaufen sich auf über 100 Millionen, der Investitionsstau auf mehr als 400 Millionen. Allein im letzten Jahr kamen Neu-Schulden von 8,5 Millionen hinzu. Die alte Landesregierung hat dem Vorstand deshalb die Vorgabe gemacht, das jährliche Minus bis 2010 auf null zu reduzieren.

Letzte Debatte zum Thema:
plenum-online
Juli 2009

Stichwort: Fragestunde
Gemäß Paragraph 37 der Landtags-Geschäftsordnung kann jeder Abgeordnete im Rahmen einer Plenarsitzung Fragen zur direkten Beantwortung an die Landesregierung richten. Themen sollen die Bereiche Landespolitik und Verwaltung sein. Der zuständige Minister muss mündlich antworten. Anschließend kann der Abgeordnete, der die Fragestunde auf die Tagesordnung gesetzt hat, drei Zusatzfragen stellen, und auch andere Parlamentarier können mit eigenen Fragen „nachbohren".

Eine solche Fragestunde muss spätestens drei Werktage vor Beginn der Sitzung beantragt werden. Eine Fragestunde soll zu Beginn einer Plenarsitzung stattfinden, außer es findet eine Aktuelle Stunde oder - wie in dieser Tagung - eine Regierungserklärung statt.

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Regierungserklärung:
Carstensen steckt schwarz-gelbe Ziele ab

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: - - -

I n n e n  / R e c h t

1. Lesungen:
Wahlgesetz
Abgeordnetengesetz
(ohne Aussprache)
Wahl:
Wahlkreisausschuss
(ohne Aussprache)
Anträge:
Homosexuelle Beamtenpaare
Verhaltensregelung
(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

1. Lesung:
Haushaltsordnung
(ohne Aussprache)
Anträge:
Schuldenbremse
Steuersenkungen
HSH Nordbank
Bundesbank-Filialen

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Antrag:
Sozialgesetzbuch II

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

1. Lesung:
Tariftreue-Gesetz
Anträge:
Flughafen Lübeck
Aufsichtsrat Flughafen HH
(ohne Aussprache)
Bericht:

Innovationsstiftung
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

1. Lesung:
Fischereigesetz
Anträge:
Tierschutz
CO2-Endlagerung
Schweinegrippe
(ohne Aussprache)
FFH-Gebiete
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

Anträge:
Mitbestimmung an Unis 
und Schulen
Bildungsfinanzierung
Denkmalschutz
(ohne Aussprache)
Bericht:

Unterrichtssituation

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Ostsee-Politik
Armut; soziale Ausgrenzung
Ausschuss der Regionen
(ohne Aussprache)