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Auf dieser Seite: Aktuelle Stunde

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Aktuelle Stunde
(beantragt von der Fraktion B´90/GRÜNE)
"Keine Verzögerung beim Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals"

Verkehrsminister Jost de Jager: Verzögerung beim Kanalausbau „bedauerlich, aber nicht dramatisch"

Opposition prangert falsche Prioritätensetzung 
im Bundesverkehrsministerium an

Kiel (SHL/17.11.) Die überraschende Ankündigung aus dem Bundesverkehrsministerium, der Vertiefung von Elbe, Weser und Ems den Vorrang vor einem Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) zu geben, hat nach Ansicht der Landesregierung keine Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der meist befahrenen Wasserstraße der Welt. „Das ist bedauerlich, aber nicht dramatisch", sagte Verkehrsminister Jost de Jager (CDU) in einer von den Grünen beantragten Aktuellen Stunde. Er zeigte sich davon überzeugt, dass der Ausbau lediglich um zwei Jahre verschoben wird. An der Schleuse in Brunsbüttel soll weiter gebaut werden, so der Minister.

Das Bundesverkehrsministerium habe falsche Prioritäten gesetzt – „mit schwerem Schaden für unsere Wirtschaft", hatte sich der Grünen-Abgeordnete Andreas Tietze (Foto) zuvor empört und in Richtung Berlin geschmettert: „Wir Schleswig-Holsteiner können uns das nicht gefallen lassen." In die gleiche Kerbe schlug Kai Dolgner (SPD). Er schloss nicht aus, die neue Prioritätensetzung hänge womöglich damit zusammen, dass Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (CDU) aus Cuxhaven kommt. Ulrich Schippels (Linke) nannte die Verschiebung „aus verkehrs- und umweltpolitischen Gründen völlig verfehlt und verantwortungslos".

Disput um möglichen Zusammenhang 
mit Elbvertiefung

Während sich der Landtag einvernehmlich für den schnellen Ausbau aussprach, entzündete sich Streit darüber, ob das Projekt mit der von Grünen und Linken abgelehnten Elbvertiefung zusammenhängt. Hans-Jörn Arp (CDU) erklärte: „Für die wirtschaftliche Entwicklung von Schleswig-Holstein und Hamburg ist beides unerlässlich." Dem schloss sich Oliver Kumbartzky (FDP) an: „Der Nord-Ostsee-Kanal als Wirtschaftsstandort und wichtige Verkehrsader würde leiden, wenn es mit der Elbvertiefung nicht vorangehen würde."

Auch Lars Harms setzte sich für „das Paket" aus Elbvertiefung und Kanalausbau ein, kritisierte aber das mangelnde Verhandlungsgeschick der Landesregierung: „Sie hätten schon früher die Zusammenarbeit mit den anderen norddeutschen Ländern suchen müssen", sagte er in Richtung der Regierungsbank.

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Hintergrund:
Die Grünen haben die Entscheidung der Bundesregierung, den Nord-Ostsee-Kanal wegen fehlender Haushaltsmittel zunächst nicht auszubauen, nach eigener Bekundung mit „Entsetzen" zur Kenntnis genommen. Sie wollen das Thema nun in einer Aktuellen Stunde im Landtag zur Sprache bringen. Denn: Schleswig-Holstein brauche den Kanal-Ausbau dringend, nicht zuletzt aus Umwelt-Gründen: „Jedes Schiff, das nicht über Skagen in Nord- oder Ostsee fährt, erspart der Umwelt den Verbrauch von Schweröl und schont das Klima."

In der vergangenen Woche hatte der Berliner Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (CDU) bekanntgegeben, dass Weser- und Elbvertiefung bei der Bundesregierung Vorrang hätten. Der Bau einer fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel sowie die Begradigung der sogenannten Oststrecke von Kiel bis Königsförde werden voraussichtlich erst in Angriff genommen, wenn die Elbvertiefung in die Endphase gehe. „In zwei Jahren werden wir auf jeden Fall am Nord-Ostsee-Kanal anfangen können", wird Ferlemann in den Medien zitiert.

  Ausbau-Planungen laufen seit acht Jahren

Für Schleusenbau und Oststrecke veranschlagte Felemann demnach „mindestens fünf Jahre Bauzeit". Dann wären beide Projekte nicht vor 2017 fertig. Eigentlich sollten die Arbeiten dieses Jahr beginnen und 2014 beendet sein. Zudem soll der Kanal noch vertieft und eine Brücke erneuert werden. „Wenn wir alles bis 2020 schaffen wollen, ist das schon ehrgeizig", sagte Ferlemann. Aber: „Falls wir bei anderen Projekten langsamer als geplant sind, können wir vielleicht eher anfangen."

Zuvor hatte sich Ministerpräsident Peter Harry Carstensen in einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel (beide CDU) für eine zügige Umsetzung der seit acht Jahren laufenden Planungen für den Kanal-Ausbau stark gemacht. Medienberichten zufolge soll der Regierungschef an die Kanzlerin appelliert haben: „Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie sich für diese wichtigen und dringlichen Belange der Küste einsetzen würden."

  Passagezahlen ziehen nach Wirtschaftskrise 
  wieder stark an

Der 1895 fertig gestellte Nord-Ostsee-Kanal ist die am meisten befahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Im vergangenen Jahr passierten gut 30.000 Schiffe den 100 Kilometer langen Wasserweg zwischen der Elbmündung und der Kieler Förde – ein Minuswert als Folge der weltweiten Wirtschaftskrise. Im laufenden Jahr erholen sich die Passagezahlen wieder. In den ersten neun Monaten 2010 wurden bereits 23.600 Schiffe verzeichnet, ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Frachtmenge stieg von 17,2 auf 19,9 Millionen Tonnen.

Stichwort: Aktuelle Stunde
Über eine bestimmte Frage von allgemeinem Interesse kann eine Aktuelle Stunde von einer Fraktion oder von mindestens fünf Abgeordneten beantragt werden. Der Antrag muss spätestens zwei Tage vor Sitzungsbeginn gestellt werden.

Bei einer Aktuellen Stunde beraten die Abgeordneten ohne feste Rednerliste über einen Gegenstand von tagesaktueller Bedeutung. Die Redezeit ist auf fünf Minuten pro Beitrag begrenzt. Die Reden sollen frei gehalten werden. Die Gesamtredezeit der Abgeordneten darf 60 Minuten nicht überschreiten; hinzu kommt das Zeitkonto der Landesregierung von maximal 30 Minuten.

Mit einer Aktuellen Stunde wird kein konkreter Beschluss herbeigeführt, sie dient vorrangig dem Meinungsaustausch und der Darstellung der unterschiedlichen Standpunkte gegenüber der Öffentlichkeit.

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Der Landtag trauert...
...um Sarah Lena Seele und
 Hans-Klaus Solterbeck

I n n e n  / R e c h t

2. Lesung:

Kennzeichnung von Polizeibeamten
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Marktüberwachung von Bauprodukten
(ohne Aussprache)
Verwaltungs-Vorverfahren
(ohne Aussprache)
Gemeindeordnung / Seniorenbeiräte
(ohne Aussprache)
Wahl:
Richterwahlausschuss
(ohne Aussprache)
Ausschuss-Empfehlungen:
Untersuchungsausschüsse / Beweiserhebung
(ohne Aussprache)
Homo-Ehen
(ohne Aussprache)
Anträge:
Freiwillige Feuerwehren
Jugendbeteiligung
Parlamentarische Kontrolle / Wohnraumüberwachung
(ohne Aussprache)
Berichts-Anträge:
Blutprobenentnahme
(ohne Aussprache)
Ausbau Breitbandnetz
(ohne Aussprache)
Regierungs-Berichte:

Sicherheitsbericht

Öffentliche Beschaffung

F i n a n z e n

Ausschuss-Empfehlung:
Steuerhinterziehung
(ohne Aussprache)
Anträge:
HSH Nordbank

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

1. Lesungen:
Kinderschutz / Verfassung
Ausschuss-Empfehlungen:
Kontrazeptiva / Hartz IV
ALG für Schwangere
(ohne Aussprache)
Hebammen
(ohne Aussprache)
Anträge:
Hartz IV-Reform
Kinderkrippen
Fraueneinrichtungen / Mädchentreffs
Pflegeberufe
Psychiatrieplan
Regierungs-Bericht:

Arbeitsmarktsituation

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  E n e r g i e

Regierungserklärung:

Partnerschaft mit Zhejiang

Aktuelle Stunde: 

Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals

2. Lesung:

Ladenöffnungszeiten
Ausschuss-Empfehlungen:
Flughafen Lübeck
Kfz-Kennzeichen Oldtimer
(ohne Aussprache)
Anträge:
Energiepolitik
Konzessionsabgabe Gas
Landes-Straßenbau
Berichts-Antrag:
Fehmarnbeltquerung
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
F o r s t e n

Antrag:
Tourismus-Marketing
Berichts-Antrag:
Zukunftsprogramm 
Ländliche Räume

(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

Große Anfrage:
Medienkompetenz
Ausschuss-Empfehlungen:
Journalistische Unabhängigkeit
(ohne Aussprache)
UK S-H Trägerschaft
(ohne Aussprache)
UK S-H Privatisierung
(ohne Aussprache)
Regierungs-Bericht:

Hochschulpolitisches Konzept

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Antrag:
Güter- und Schienen-
personenverkehr
(Berichts-)Antrag:
Ostseepolitik
(ohne Aussprache)