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Auf dieser Seite: Hartz IV-Reform

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Top 16
Sanktionen gegen Hartz IV-Beziehende aussetzen!

Antrag der Fraktion DIE LINKE – Drucksache 17/911
   Aufruf gemeinsam mit
Top 29
Mobilitätskosten im Regelsatz berücksichtigen

Antrag der Fraktion B´90/DIE GRÜNEN – Drs. 17/984
   Aufruf gemeinsam mit
Top 34
Teilhabe stärken, Regelsätze transparent gestalten – Neuregelung im SGB II und SGB XII

Antrag der Fraktion der SPD – Drucksache 17/992
Änderungsantrag der Fraktionen von CDU und FDP –
 Drucksache 17/1033
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Top 41
Das Grundrecht auf Gewährung eines menschenwürdigen Existenzminimums bei der Neufestsetzung der Hartz IV-Regelsätze umsetzen!

Antrag der Fraktion DIE LINKE – Drucksache 17/1001

Transparent oder unsozial?
Hartz-IV-Sätze sorgen erneut 
für heftige Kontroverse

Kiel (SHL/18.11.) Die von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten neuen Hartz-IV-Sätze stoßen im Landtag auf Beifall bei CDU und FDP, aber auch auf teils vehemente Proteste der Opposition. In einer Neuauflage der Debatte vom vergangenen Oktober lobte die Koalition erneut den Plan von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die Sätze um fünf auf 364 Euro zu erhöhen und ein Bildungspaket für Kinder zu schnüren: Dies sei „transparent und nachvollziehbar". SPD, Grüne und SSW forderten dagegen erhebliche Nachbesserungen bei den anstehenden Beratungen auf Bundesebene. Die gesellschaftliche Teilhabe vor allem von Kindern und Jugendlichen müsse besser abgesichert werden als bislang vorgesehen. Die Linken schließlich lehnten die neuen Regelsätze kategorisch ab und forderten: „Hartz IV muss weg."

„Die Regelsätze sind für die Führung eines menschenwürdigen Lebens nicht auskömmlich", klagte die Linken-Abgeordnete Antje Jansen in einer über zweistündigen Aussprache. Die vom Bundesverfassungsgericht angemahnte Neuberechnung der Sätze durch das Bundesarbeitsministerium „steckt voller Mängel und ist keineswegs transparent", so Jansen.

Auch Marret Bohn (Grüne) und Ralf Stegner (SPD) kritisierten die Pläne der Bundesregierung als „sozialpolitische Bankrotterklärung" und die neuen Sätze als „zu wenig, zu kompliziert und obendrein ungerecht und bürokratisch". Bohn forderte deswegen eine „angemessene Mobilitätspauschale" für Jugendliche. Derzeit seien nur 12,62 Euro für eine Monatskarte oder ein Fahrrad vorgesehen. Das gehe „an der Lebenswirklichkeit vorbei", so die Grünen-Abgeordnete.

Stegner machte sich für den Ausbau von Ganztags-KiTas und -Schulen stark und sprach sich für die „Stärkung der Schulsozialarbeit an jeder Schule" sowie „auskömmliche Mindestlöhne" aus. Auch Flemming Meyer (SSW) verlangte: „Die eingeplanten Mittel müssen dringend noch mal auf den Prüfstand." Denn: Die Bildungschancen der Kinder dürften nicht vom Einkommen der Eltern abhängen.

Schwarz-Gelb in Schleswig-Holstein steht 
fest an der Seite der Koalition in Berlin

Demgegenüber verteidigten CDU und FDP die Vorschläge der Bundesregierung. Werner Kalinka (CDU) bezeichnete die statistische Stichprobe, die Grundlage der neuen Sätze war, als „eine objektive Erhebung". Auch die Idee, Sach- statt Geldleistungen für Kinder auszuteilen, sei „zielgenauer": „Damit kommt den Kindern zugute, was die Gemeinschaft für sie geben will", stellte Kalinka fest. „Die Bundesregierung gibt in diesem Bereich mehr Geld aus als die letzten Bundesregierungen und sie gibt es auch zielgenauer aus", fügte Christopher Vogt (FDP) an. Die Kinder würden nun „erstmals als eigenständige Persönlichkeiten wahrgenommen".

Sozialminister Heiner Garg (FDP) mahnte die Mitverantwortung der SPD für die bisherigen Sätze an, die Anfang 2005 unter der rot-grünen Bundesregierung eingeführt wurden. Insofern seien die jetzigen Proteste der Sozialdemokraten „pharisäerhaft". Nun verfolge der Bund „die richtige Philosophie", so Garg: „Arbeitslosigkeit wird nicht verwaltet", sonder aktiv bekämpft.

Verzicht auf Sanktionen: Linken-Antrag 
findet nur bei den Grünen Zuspruch

Keine Chance hatte im Plenum der Linken-Vorschlag, die derzeitigen Sanktionen für Hartz-IV-Empfänger auszusetzen, weil viele der von den Sozialbehörden verhängten Mittelkürzungen vor Gericht keinen Bestand haben. Außer bei den Grünen stieß dieser Vorschlag auf Ablehnung: Das System Hartz IV mit seinem Prinzip des Forderns und Förderns könne ohne eine Sanktionsmöglichkeit kaum funktionieren.

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Hintergrund:
Vor dem Hintergrund der bundesweiten Diskussion um die neuen Hartz-IV-Sätze fordert die Opposition weitgehende Erleichterungen für die Betroffenen.

Stichwort Regelsätze

Die SPDsteht den von der Bundesregierung vorgeschlagenen neuen Regelsätzen skeptisch gegenüber und verlangt vor der Abstimmung im Bundesrat einen genaueren Einblick in die vom Bundesarbeitsministerium herangezogenen Statistiken zum Durchschnittsverbrauch in den privaten Haushalten. Zudem fordern die Sozialdemokraten einen gesetzlichen Mindestlohn sowie mehr Geld für Schulen und KiTas.

Die Linken lehnen die neuen Hartz-IV-Sätze kategorisch ab: Sollten sie verabschiedet werden, müsse das Land dagegen klagen. Nach Überzeugung der Linksfraktion müssen insbesondere die Sätze für Kinder angehoben werden, um das „sozio-kulturelle Existenzminimum" und die gleichwertige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sicherzustellen.

Auch die Grünen bemängeln, dass die gesellschaftliche Teilhabe mit den neuen Regelsätzen nicht gewährleistet sei. Sie sprechen sich deswegen für eine „Mobilitätspauschale" aus, mit der sich Kinder ein Fahrrad oder eine Monatskarte leisten können. Gerade in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein sei dies notwendig.

  Eckpfeiler der Reform

Laut den Plänen der schwarz-gelben Koalition im Bund soll der Regelsatz für Langzeitarbeitslose um fünf auf 364 Euro pro Monat steigen. Für die 1,7 Millionen Kinder von Hartz-IV-Beziehern wird ein Paket zur Bildungsförderung geschnürt. Für Musikunterricht oder Sportverein ist ein Gutschein von monatlich pauschal 10 Euro vorgesehen. Aus dem Schulpaket gibt es jährlich 100 Euro.

Grundlage dieser heftig kritisierten Zahlen sind Berechungen des Statistischen Bundesamts. Die Statistiker haben 55.000 Haushalte mehrere Monate lang aufschreiben lassen, wie sie ihr Geld ausgeben. Die Neufestsetzung war nötig geworden, nachdem das Bundesverfassungsgericht im Februar die Berechnungsmethode für die Hartz-IV-Sätze, speziell jene bei Kindern, beanstandet und eine Änderung bis zum Jahresende verlangt hatte. Das Gericht fordert eine transparente und nachvollziehbare Bedarfsermittlung.

Der Gesetzentwurf zur Hartz-IV-Reform wurde Ende August in Erster Lesung im Bundestag beraten. CDU und FDP brauchen die Zustimmung von SPD-geführten Ländern, weil sie im Bundesrat keine eigene Mehrheit mehr haben.

Stichwort Sanktionen

Die Linken fordern, dass die Sozialbehörden keine weiteren Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger verhängen sollen, bis es ein „rechtssicheres, zuverlässiges und verhältnismäßiges Verwaltungsverfahren" für solche Fälle gibt. Zudem sollen die Betroffenen durch Sanktionen nicht unter das gesetzlich festgeschrieben Existenzminimum abrutschen können.

Ein großer Teil der Beschwerden und Klagen gegen Leistungskürzungen seien erfolgreich, stellen die Linken heraus. Bis sie ihr Recht bekämen, müssten die Hartz-IV-Bezieher aber teilweise monatelang mit weniger Geld auskommen. Ein Grund für die häufigen Verwaltungsirrtümer sei „die katastrophale Personalsituation in den Jobcentern".

Zudem werde ein Großteil der Mittelkürzungen nicht wegen Leistungsmissbrauchs, sondern wegen geringer Vergehen verhängt, etwa der Ablehnung einer Arbeit, nicht eingehaltener Meldetermine oder zu wenig verschickter Bewerbungen. Insgesamt wurden im Jahr 2008 nach Angaben der Linksfraktion 780.000 Sanktionen gegen die rund 6,5 Millionen Hartz-IV-Bezieher verhängt.

Die Linken kritisieren insbesondere die scharfe Gangart gegen Unter-25-Jährige. Ihnen darf bei einer erstmaligen Pflichtverletzung das Arbeitslosengeld für bis zu drei Monate gestrichen werden. Bei Älteren werden die Bezüge in solchen Fällen lediglich um 30 Prozent gekürzt.

Letzte Debatte zum Thema:
plenum-online
Oktober 2010

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Der Landtag trauert...
...um Sarah Lena Seele und
 Hans-Klaus Solterbeck

I n n e n  / R e c h t

2. Lesung:

Kennzeichnung von Polizeibeamten
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Marktüberwachung von Bauprodukten
(ohne Aussprache)
Verwaltungs-Vorverfahren
(ohne Aussprache)
Gemeindeordnung / Seniorenbeiräte
(ohne Aussprache)
Wahl:
Richterwahlausschuss
(ohne Aussprache)
Ausschuss-Empfehlungen:
Untersuchungsausschüsse / Beweiserhebung
(ohne Aussprache)
Homo-Ehen
(ohne Aussprache)
Anträge:
Freiwillige Feuerwehren
Jugendbeteiligung
Parlamentarische Kontrolle / Wohnraumüberwachung
(ohne Aussprache)
Berichts-Anträge:
Blutprobenentnahme
(ohne Aussprache)
Ausbau Breitbandnetz
(ohne Aussprache)
Regierungs-Berichte:

Sicherheitsbericht

Öffentliche Beschaffung

F i n a n z e n

Ausschuss-Empfehlung:
Steuerhinterziehung
(ohne Aussprache)
Anträge:
HSH Nordbank

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

1. Lesungen:
Kinderschutz / Verfassung
Ausschuss-Empfehlungen:
Kontrazeptiva / Hartz IV
ALG für Schwangere
(ohne Aussprache)
Hebammen
(ohne Aussprache)
Anträge:
Hartz IV-Reform
Kinderkrippen
Fraueneinrichtungen / Mädchentreffs
Pflegeberufe
Psychiatrieplan
Regierungs-Bericht:

Arbeitsmarktsituation

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  E n e r g i e

Regierungserklärung:

Partnerschaft mit Zhejiang

Aktuelle Stunde: 

Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals

2. Lesung:

Ladenöffnungszeiten
Ausschuss-Empfehlungen:
Flughafen Lübeck
Kfz-Kennzeichen Oldtimer
(ohne Aussprache)
Anträge:
Energiepolitik
Konzessionsabgabe Gas
Landes-Straßenbau
Berichts-Antrag:
Fehmarnbeltquerung
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
F o r s t e n

Antrag:
Tourismus-Marketing
Berichts-Antrag:
Zukunftsprogramm 
Ländliche Räume

(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

Große Anfrage:
Medienkompetenz
Ausschuss-Empfehlungen:
Journalistische Unabhängigkeit
(ohne Aussprache)
UK S-H Trägerschaft
(ohne Aussprache)
UK S-H Privatisierung
(ohne Aussprache)
Regierungs-Bericht:

Hochschulpolitisches Konzept

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Antrag:
Güter- und Schienen-
personenverkehr
(Berichts-)Antrag:
Ostseepolitik
(ohne Aussprache)