Kiel (SHL/19.11.) Der Landtag
hat es abgelehnt, das gesamte Marketing des Landes im Bereich der
Image- und Tourismuswerbung auf die Tourismusagentur
Schleswig-Holstein (TASH) zu übertragen. Anträge der SPD und des
SSW sahen unter anderem vor, Aufgaben, die zurzeit bei der
Landwirtschaftskammer oder auf regionaler Ebene wahrgenommen werden,
bei der TASH zentral zu bündeln. CDU, FDP und Grüne warnten jedoch
davor, bestehende Strukturen zu zerstören. Anlass der Debatte waren
auch die Pläne der Landesregierung, die Unterstützung der TASH aus
Landesmitteln bis 2014 komplett einzustellen.
Die TASH ist seit 2001 für das landesweite
touristische Marketing Schleswig-Holsteins zuständig. Sie
koordiniert die zielgruppengerechte Aufbereitung und Vermarktung
touristischer Angebote, unterstützt ihre Partner bei der
Entwicklung von Angeboten und legt Qualitätsstandards fest. Zu den
Gesellschaftern gehören unter anderem die Nordsee-Tourismus-Service
GmbH, der Ostsee-Holstein-Tourismus e.V., der Bäderverband und die
Marketingkooperation Städte in Schleswig-Holstein e.V.
De Jager: Bedeutung der TASH ist unumstritten
Bernd Schröder (SPD) brandmarkte es in der
Aussprache als „verantwortungslos", der TASH die Mittel zu
kürzen. In dieselbe Richtung argumentierte Ulrich Schippels
(Linke): Das Marketing der TASH sei wichtig, schließlich würden
rund zehn Prozent der Bevölkerung in der Tourismusbranche arbeiten.
Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) stellte
seitens der Regierung indes klar, dass die Bedeutung der TASH
unumstritten sei. Die zentrale Kosten-Nutzen Frage sei: Wenn die
Agentur für im Tourismus agierende Unternehmen einen Nutzen hat –
und davon sei auszugehen – dann hätten diese eine „Bringschuld"
und müssten sich stärker beteiligen.
Diskussion um das Gütesiegel Schleswig-Holstein
Zuvor hatte Lars Harms den SSW-Vorschlag, die
Marketing-Mittel für das Gütezeichen Schleswig-Holstein in Höhe
von 250.000 Euro sowie für die Landwirtschaftskammer in Höhe von
700.000 Euro zu streichen, verteidigt: Es sei für
Schleswig-Holstein wichtig, die TASH zu einer schlagkräftigen
Organisation auszubauen, und ein einheitliches "Corporate
Design" herauszubilden, sagte er.
Tourismus-Marketingmaßnahmen seien oft zu „unspezifisch",
entgegnete Hartmut Hamerich (CDU) und Oliver Kumbartzky (FDP) sagte,
dass Schleswig-Holstein keine einheitliche Marke brauche.
Schließlich habe das Land bereits zwei schlagkräftige Argumente:
Die Nordsee und die Ostsee. Bernd Voß von den Grünen lehnte
Änderungen im Bereich des Gütesiegels ab: Die Absatzförderung von
Produkten sei keine staatliche Aufgabe.