Thema Frauenhäuser:
Die Opposition will die Arbeitsfähigkeit von
Frauenberatungseinrichtungen, Frauennotrufen und
Frauenhäusern „auch in Zukunft flächendeckend in
qualitativer und quantitativer Hinsicht" sicher
stellen. Die Frauenfacheinrichtungen seien „notwendig
und unverzichtbar" und benötigten ein „Mindestmaß
an personeller, sächlicher und finanzieller
Ausstattung", um eine angemessene Betreuung zu
gewährleisten, so die Argumentation der Grünen, die den
Ursprungsantrag gestellt hatten.
Die
Landesregierung soll daher auf die geplanten Kürzungen in
diesem Bereich verzichten. „Vor dem Hintergrund der
angespannten Finanzlage des Landes" will die CDU-/
FDP-Koalition die Zuschüsse für Frauenhäuser und –beratungsstellen
zurückfahren, dabei allerdings „die Angebote so weit
wie möglich erhalten". Dazu sollen die Aufgaben der
Einrichtungen „neu strukturiert" werden.
Zurzeit
gibt es in Schleswig-Holstein 25 Beratungsstellen und 16
Frauenhäuser, die von Land und Kommunen gemeinsam
gefördert werden. Sie sollen im nächsten Jahr knapp
29.000 Euro und im Jahr 2012 noch einmal rund 525.000 Euro
weniger an Zuschüssen erhalten, so dass die gesamte
Fördersumme für Frauenhäuser und -beratungsstellen auf
4.800.000 Euro jährlich gesenkt wird. Bislang erhalten
die Frauenhäuser jedes Jahr 4.300.000 Euro, die
Beratungsstellen 1.053.000 Euro.
In den
vergangenen Wochen haben Mitarbeiterinnen von
Frauenhäusern und –beratungsstellen in Kiel mehrfach
gegen die Kürzungspläne der Regierung demonstriert.
Thema
Mädchentreffs:
Auch den vier Mädchentreffs in Schleswig-Holstein will
die Landesregierung die Förderung streichen. Die
Einrichtungen in Schleswig, Preetz, Ostenfeld
(Nordfriesland) und Husum erhalten vom Land bisher
insgesamt rund 144.500 Euro jährlich. Der Haushaltsplan
für 2011/ 2012 sieht vor, die Zuschüsse komplett zu
streichen.
Die
Oppositionsfraktionen stellen sich dagegen und wollen die
Mädchentreffs erhalten und weiter ausbauen. Sie
befürchten, dass die Einrichtungen schließen müssen,
sobald die schwarz-gelbe Landesregierung die Finanzierung
stoppt. Denn bisher steuern neben dem Land auch Kommunen
und Kreise Geld bei. Diese könnten sich aber aufgrund
ihrer finanziellen Lage auch aus der Finanzierung
zurückziehen und schon gar nicht die ausbleibenden
Landesmittel auffangen, so die Befürchtung der Linken,
die den Ursprungsantrag gestellt hatten.
Auch
Landesfrauenrat und Beratungsstellen
"Frau & Beruf" betroffen
Mit weniger
Fördergeldern müssen in den kommenden Jahren auch der
Landesfrauenrat und die Beratungsstellen Frau & Beruf
auskommen. Der Landesfrauenrat muss ab 2012 auf Zuschüsse
verzichten, bei den Beratungsstellen soll die Förderung
ab dem nächsten Jahr reduziert und ab 2014 komplett
entfallen. Bereits in der Landtagssitzung im September
hatten sich die Linken gegen die Kürzungen bei den
Beratungsstellen ausgesprochen, sind mit ihrem Antrag
allerdings gescheitert.