In den
letzten Monaten ist die Zahl der Arbeitslosen in
Schleswig-Holstein beständig gesunken. Im Oktober waren
97.600 Menschen ohne festen Job, das sind 1.400 weniger als
im Vormonat und sogar 6.500 weniger als im Oktober 2009. Die
Quote betrug 6,8 Prozent. Das teilte die Regionaldirektion
Nord der Bundesagentur für Arbeit (BA) mit. Damit wurde der
niedrigste Wert in einem Oktober seit 1994 verzeichnet. Die
geringste Arbeitslosigkeit unter den Kreisen gab es erneut
in Stormarn mit einer Quote von 4,0 Prozent, die höchste im
Kreis Schleswig-Flensburg mit 8,6 Prozent. Unter den
Städten hat Lübeck mit 10,3 Prozent die niedrigste Quote,
Flensburg mit 11,9 Prozent die höchste.
Positive Tendenz auch im Bereich der
Jugendarbeitslosigkeit
Während der
Krise hat sich aber nach Angaben er BA die
Beschäftigungsstruktur verschoben. Dies zeige der Vergleich
der August-Daten von 2008 und 2010. So gingen im
verarbeitenden Gewerbe 4.800 sozialversicherungspflichtige
Arbeitsplätze verloren, während vor allem im Gesundheits-
und Sozialwesen (+5.700) und bei den wirtschaftlichen
Dienstleistungen (+6.900) mehr Stellen entstanden.
Vom Abbau der
Arbeitslosigkeit profitierten vor allem jüngere Arbeitslose
unter 25. Aktuell sind 10.300 junge Menschen arbeitslos. Das
sind 2.100 oder 17 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Dieser Trend dürfte sich nach einer Studie der
Bertelsmann-Stiftung aus dem Sommer in den kommenden Jahren
verstärken, denn aufgrund der geringen Geburtenrate wird
sich die Zahl der 19- bis 24-Jährigen bundesweit um rund
1,2 Millionen im Vergleich zu heute verringern. Für
Schleswig-Holstein sagen die Forscher jedoch einen niedrigen
Rückgang junger Menschen um acht Prozent voraus. Zum
Vergleich: Für Mecklenburg-Vorpommern wird ein Minus von 48
Prozent veranschlagt.
Arbeitsminister Garg will
Fachkräftemangel entgegenwirken
Entsprechend
werde es die Unternehmen „zunehmend schwierig,
Arbeitskräfte zu gewinnen", wie es in der Studie
heißt. Arbeitsminister Heiner Garg (FDP) hat deshalb
Politik und Wirtschaft aufgerufen, etwas gegen den
Fachkräftemangel tun. Er setzt auf flexiblere
Arbeitszeitmodelle für Frauen, Weiterbildung,
Beschäftigungsanreize für Ältere und eine bessere
Integration von Migranten auf dem Arbeitsmarkt.
Im Bereich
der Hochqualifizierten hat Schleswig-Holstein nach Angaben
der BA aus dem Jahr 2008 Nachholbedarf. So sei die
Akademikerquote unter den Beschäftigten mit 6,3 Prozent die
niedrigste in Deutschland. Der Bundesschnitt liegt bei 11,2
Prozent.