Schleswig-Holstein
unterstützt Bundesratsinitiative für ein
Wildtierverbot in Zirkussen
Kiel (SHL/17.11.)
Schleswig-Holstein wird sich der Bundesratsinitiative Hamburgs und
Hessens für ein Haltungsverbot von Wildtieren in Wanderzirkussen
anschließen. Betroffen von dem angestrebten Verbot, das
überfraktionell gefordert wird, sind Affen, Elefanten, Großbären,
Giraffen, Nashörner und Flusspferde. SPD, Grüne und Linke wollten
auch Raubkatzen mit auf die Indexliste setzen. Das hätte jedoch
Probleme bereitet, denn diese Tiere sind in der gemeinsamen
Initiative von Hamburg und Hessen nicht enthalten. Die
fachpolitischen Sprecher der Fraktionen verständigten sich
schließlich darauf, den Vorstoß der Oppositionsfraktionen an den
zuständigen Umwelt- und Agrarausschuss zu überwiesen. Dort soll
nun versucht werden, eine separate Lösung für ein Haltungsverbot
von Raubkatzen zu finden - eventuell auch speziell nur für
Schleswig-Holstein.
Löwen hätten ein ausgeprägtes Sozialverhalten
sowie einen großen Bewegungsdrang, hatte Antje Jansen (Linke) in
der Debatte für die Aufnahme der Raubkatzen in die Verbotsliste
geworben. Dafür zeigte Günther Hildebrand (FDP) zwar Verständnis,
gab aber zu Bedenken, dass dies die Einigung im Bundesrat gefährden
könne. Am Ende hätte man dann nichts in den Händen, so
Hildebrand. Ministerin Juliane Rumpf (CDU) machte deutlich, dass das
Parlament mit der Bundesratsinitiative bei ihr offene Türen
einlaufe. Es könne nicht sein, so die Ministerin, dass "nicht
domestizierte Tiere in engen Gehegen und Käfigen ihr Dasein
fristen".
Schätzungen gehen von etwa 400 Zirkussen in
Deutschland aus, von denen bis zu 50 wilde Tiere halten.
Weitere Stimmen aus dem Plenum:
Barbara Ostmeier (CDU):
Die letzten Maßnahmen wie die Zirkusregisterverordnung haben zu
keiner Verbesserung der Wildtierhaltung geführt. Das ist nicht
hinnehmbar.
Sandra Redmann (SPD):
Angesichts der Mängel in der Tierhaltung gibt es zum Verbot von
Wildtieren in Zirkussen keine Alternative. Zirkus kann auch ohne
Elefanten, Affen oder Raubkatzen ein Erlebnis sein.
Detlef Matthiessen (Grüne):
Die Haltung von Wildtieren im Zirkus läuft grundsätzlich dem
Tierschutzgedanken zuwider, wie er im Tierschutzgesetz und vor allem
in unserer Verfassung formuliert ist.
Flemming Meyer (SSW):
An der unzumutbaren Haltung der Wildtiere hat sich nichts geändert.
Den Großteil ihrer Zeit verbringen sie in engen Transportwagen.
Außerdem verfügen nur wenige Zirkusse über ein Winterlager.