Nach den
Plänen aus dem Bundesverkehrsministerium sollen Fernbusse
Ziele in ganz Deutschland, die mindestens 50 Kilometer
auseinander liegen, anfahren dürfen - auch wenn auf
diesen Strecken bereits Züge rollen. Nach dem geltenden
Personenbeförderungs-Gesetz ist dies nur in
Ausnahmefällen möglich. Es sei umweltfreundlicher, wenn
50 Leute mit einem Fernbus von Kiel nach Frankfurt
reisten, anstatt in 25 oder gar 50 Pkw, so die
Argumentation des Ministeriums. Durch die neuen Fernbusse
solle nicht der Verkehr von der Schiene auf die Straße
verlagert werden. Vielmehr sollen die Busse eine
kostengünstige Alternative zum Individualverkehr sein.
Der SSW mahnt nun, dass die neuen Fernlinien dem
bestehenden Nahverkehr keine Konkurrenz machen dürften.
Diskussion
auch um Autobahn-Maut und
Entschädigungen bei Ausfall oder Verspätung
Ein
weiterer Knackpunkt: Die Bundesregierung will die
Omnibusse von der Autobahn-Maut für LKW ausnehmen. Die
SPD sieht das kritisch und befürchtet Wettbewerbsvorteile
für die Busse gegenüber der Bahn.
Die
Länderkammer hat sich zudem dafür stark gemacht,
Fahrgastrechte in das Gesetz aufzunehmen - etwa
Entschädigungen bei Ausfall oder Verspätung der Busse.
Hierfür plädiert auch der SSW. Bislang enthält der
Entwurf der Bundesregierung keinen solchen Hinweis. Und:
Der SSW macht sich dafür stark, dass Städte und Kreise
Kleinaufträge auch ohne Vergabeverfahren direkt an
Busunternehmen erteilen können. Auch dies ist im
Bundesgesetz bislang nicht enthalten.
Die Hälfte
aller 170 Bahnhöfe sind behindertenfreundlich –
Behindertenbeauftragter hilft Nachbesserung
Das
geplante neue wie das alte Personenbeförderungs-Gesetz
rufen dazu auf, die Interessen behinderter Menschen im
Bus- und Bahnverkehr zu berücksichtigen. Auf Antrag der
Grünen legt die Landesregierung nun einen Bericht vor,
wie es mit der Barrierefreiheit im Lande aussieht. Demnach
fließen zwischen 2008 und 2012 insgesamt 40 Millionen
Euro in das "Stationsprogramm". Etwa die Hälfte
aller 170 Bahnhöfe im Lande ist laut Bericht inzwischen
behindertenfreundlich. Ende 2014 sollen es 56 Prozent
sein. Dennoch heißt es: "Zur Herstellung einer
flächendeckenden Barrierefreiheit in Schleswig-Holstein
sind noch erhebliche weitere Anstrengungen in den
nächsten Jahren zu unternehmen."
So seien
viele Stationen schlecht beleuchtet, und die
Fahrkartenautomaten seien für viele Menschen schwer zu
bedienen. Um Abhilfe zu schaffen, hat das
Verkehrsministerium gemeinsam mit dem
Behindertenbeauftragten eine "Checkliste" zur
Nachbesserung der Haltestellen erstellt.