Hintergrund: RWE Dea will das Fördergebiet um
Mittelplate ausdehnen und hat Anfang November insgesamt vier
Probebohrungen, davon drei auf schleswig-holsteinischem Gebiet,
östlich und südlich der Plattform, beim zuständigen Bergbauamt
beantragt. Der Konzern vermutet ein Erdölfeld von rund 23
Millionen Kubikmetern im schleswig-holsteinischen und
niedersächsischen Wattenmeer. Bewahrheitet sich die vermutete
Größe des Erdölfeldes, würden sich die deutschen Ölreserven
schlagartig um zwei Drittel vergrößern.
Michael von Abercron (CDU) sah in den
Schrägbohrungen sogar einen Vorteil für die Nordsee und ihrer
Küsten. Die Aufsuchung von Land aus würde viele der über 450
Bohrinseln in der Nordsee ersetzen können, so von Abercron. Bei den
geplanten Explorationsbohrungen verfahre der Antragsteller nach dem
"Null-Einleitungsprinzip", betonte auch der Liberale
Oliver Kumbartzky. Verunreinigungen des Wattenmeeres würden
durch eine Vielzahl von Sicherheitsvorkehrungen ausgeschlossen.
Opposition: Erdölbohrungen könnten den
Tod
des Nationalparks Wattenmeer bedeuten
Die Opposition hielt dagegen, die Förderung von
Erdöl im Wattenmeer lasse sich grundsätzlich nicht mit dem Status
des Weltkulturerbes der UNESCO und dem Grundsatz des Klimawandels
vereinbaren. Das sei ein "Stachel im Nationalpark - ihn tiefer
zu Bohren könnte den Tod des Wattenmeers bedeuten", machte
Marlies Fritzen die Haltung der Grünen deutlich. Die
Erdölförderung sei "eine klaffende Wunde im Ansehen des
Nationalparks" und sollte daher nicht auf ewig verlängert oder
ausgedehnt werden, schloss sich Sandra Redmann von der SPD an.
"Haben Sie denn aus den letzten
Ölkatastrophen, oder besser aus den letzten Umweltkatastrophen gar
nichts gelernt?", fragte Björn Thoroe von den Linken. Und
Flemming Meyer vom SSW sagte: "Nach unserer Auffassung
verstoßen sowohl die Erkundungsbohrungen als auch die Ölförderung
außerhalb der Mittelplate gegen das geltende
Nationalparkgesetz."
Eine weitere Diskussion in den Ausschüssen lehnten CDU und FDP ab.