plenum-online wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" , "Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die neueste Fassung zu erhalten.  

Auf dieser Seite: Verwaltungs-Modernisierung

xxx

Top 08:
Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Reform kommunaler Verwaltungsstrukturen (Zweites Verwaltungsstrukturreformgesetz)

Gesetzentwurf der Landesregierung
Drucksache: 16/1003
-Plenarprotokoll-
         Aufruf gemeinsam mit
Top 11:
Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Verwaltungsmodernisierung (Erstes Verwaltungsmodernisierungsgesetz)
Gesetzentwurf der Landesregierung
Drucksache: 16/1006

Reform der Kommunalstruktur
auf der Zielgeraden

8.000er-Grenze nimmt Gestalt an / 
Kritik an "mutlosem" Bürokratieabbau

Kiel (SHL/11.10.) Fusionsunwilligen Mini-Kommunalverwaltungen droht ab 1. Januar 2007 der "Zwangs-Zusammenschluss". Das machte Innenminister Ralf Stegner (SPD) bei der Vorlage des "2. Verwaltungsstrukturreformgesetzes" im Landtag erneut deutlich. Demnach sollen Ämter und hauptamtlich verwaltete Gemeinden in Schleswig-Holstein künftig mindestens 8.000 Einwohner betreuen. Die zum Jahresende auslaufende Phase freiwilliger Verwaltungszusammenschlüsse, die das Land mit einer "Hochzeitsprämie" von 250.000 Euro belohnt, verlaufe indes sehr "erfreulich", bilanzierte Stegner. An fusionsunwillige Kommunalpolitiker appellierte er: "Nutzen Sie die verbleibende Zeit". Gleichzeitig präsentierte Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) seine Vorschläge zum Bürokratieabbau. Während die Koalition Schritte in die richtige Richtung sah, übte die Opposition heftig zurück: "Mutlos" und "undemokratisch" urteilten FDP, Grüne und SSW.

Die 8.000er Grenze sei "sehr moderat", so Stegner. "Verantwortungsbewusste Kommunalpolitiker" würden bereits jetzt wesentlich größere Einheiten von bis zu 40.000 Einwohnern bilden. Wilfried Wengler (CDU) sah das Gesetz als "Meilenstein". Er hob hervor, die Koalition habe "bewusst" auf eine Gemeindegebietsreform verzichtet, um das kommunale Ehrenamt zu erhalten. Er lobte die vorgesehene Regel, drei Prozent von der Mindestgröße abweichen zu können. Dies mache es möglich, in Grenzfällen zugunsten der Gemeinde zu entscheiden – etwa wenn die Einwohnerzahl kurzfristig unter 8.000 gefallen sei. Die CDU-Abgeordnete Herlich Marie Todsen-Reese bezweifelte hingegen den Sinn dieser Vorgabe und kritisierte das Vorgehen des Innenministers.

Klaus-Peter Puls (SPD) sah in dem Erfolg der freiwilligen Fusionen "eine kleine Revolution". Er lobte die geplante Zusammensetzung der Amtsausschüsse. Künftig soll eine Gemeinde höchstens drei Mitglieder in den Amtsausschuss entsenden. Für je 100 Einwohner hat die Gemeinde eine Stimme, die auf die drei Mitglieder gleichmäßig verteilt wird.

FDP warnt vor "großkoalitionärer Kungelei"

Hier setzte die Oppositionskritik an. Günther Hildebrand (FDP) argwöhnte, die Verkleinerung der Amtsausschüsse leiste einer "großkoalitionärer Kungelei" Vorschub, weil kleine Parteien künftig nur sehr schwer dort vertreten sein können. Auch Karl-Martin Hentschel (Grüne) betrachtete den Entwurf als "undemokratisch", da die kleinen Parteien und Wählergemeinschaften aus den Amtsausschüssen "ausgesperrt" werden sollten. Die Willensbildung dürfe nicht über "Stimmenkontingente wie bei einer Aktionärsversammlung" abgewickelt werden, ergänzte Anke Spoorendonk (SSW).

Bürokratieabbau "ein sehr, sehr langwierigen Prozess"

Finanzminister Wiegard warb für die Vorschläge zum Bürokratieabbau, die eine Projektgruppe unter Staatssekretär Klaus Schlie erarbeitet hat. Unter anderem soll die Landesregierung von Berichtspflichten befreit werden, die bislang im Gleichstellungsgesetz und im Landesbeamtengesetz festgeschrieben sind, und die Landesbauordnung soll "entschlackt" werden. Wiegard kündigte weitere Vorschläge in dieser Richtung an: Dies sei erst der Beginn "eines sehr, sehr langwierigen Prozesses".

Eine "Bankrotterklärung" sah der Liberale Hildebrand hierin. Trotz "vollmundiger Ankündigungen" geschehe zu wenig. Es würden nur 0,4 Stellen und eine Million Euro eingespart. Demgegenüber, rechnete der Grüne Hentschel vor, beschäftige die Entbürokratisierungsstelle 50 Mitarbeiter und koste drei Millionen Euro jährlich. Seine Forderung an den Minister : "Schaffen Sie diesen Staatssekretärsposten ab". Auch die Spoorendonk vom SSW erkannte "keine wirklich durchschlagenden Ergebnisse der Entbürokratisierung" und folgerte: "Ein Durchbruch sieht anders aus".

Der Innen- und Rechtsausschuss, der Finanzausschuss, sowie der Agrar- und Umweltausschuss beraten weiter.

Druckversion

zurück zum Textanfang

Hintergrund:
  Mit zwei Gesetzentwürfen, die der Landtag gemeinsam berät, will die Landesregierung die Verwaltung im Lande "professioneller, bürgernäher und wirtschaftlicher" gestalten.
  Laut dem Zweiten Verwaltungsstrukturreformgesetz sollen hauptamtlich verwaltete Gemeinden in Schleswig-Holstein künftig mindestens 8.000 Einwohner betreuen. Das Gesetz soll am 1. Januar 2007 in Kraft treten und damit die im vergangenen Herbst ausgerufene Phase freiwilliger Verwaltungszusammenschlüsse beenden. In dem Gesetzesvorschlag wird die Landesregierung ermächtigt, Verwaltungen zusammenzuführen, die nicht die erforderliche Größe besitzen. Die Vorschrift sei mit Rücksicht auf die Besonderheiten der Gemeinde Helgoland als Soll-Bestimmung ausgestattet worden.
  Die Neuregelungen in der Verwaltungsstruktur sehen auch eine andere Zusammensetzung der Amtsausschüsse vor. Künftig darf eine Gemeinde höchstens drei Mitglieder in den Amtsausschuss entsenden, darunter den Bürgermeister. Für je 100 Einwohner hat die Gemeinde eine Stimme, die auf die drei Mitglieder gleichmäßig verteilt wird. Die Reform eröffnet den Gemeinden zudem die Möglichkeit, auf eine Bürgermeisterwahl zu verzichten, wenn dieses Amt in absehbarer Zeit wegfällt. Und: Verwaltungsämter können auch über Kreisgrenzen hinweg gebildet werden.
  Das Erste Verwaltungsmodernisierungsgesetz setzt eine Reihe von Vorschlägen der Entbürokratisierungs-Projektgruppe von Finanz-Staatssekretär Klaus Schlie um. Unter anderem soll die Landesregierung von Berichtspflichten befreit werden, die bislang im Gleichstellungsgesetz und im Landesbeamtengesetz festgeschrieben sind. Mit einer Änderung des Sparkassengesetzes soll das Land alleinige Aufsichtsbehörde für den Sparkassen- und Giroverband werden. Beamten sollen künftig auf die Jubiläumszuwendung anlässlich ihres 25., 40. und 50. Dienstjubiläums verzichten müssen. Zudem sollen Vorschriften des Landesjagdgesetzes vereinfacht werden.

mehr Informationen: plenum-online, November 2005
www.sh-landtag.de/plenumonline/november2005/
texte/44_verwaltungsstruktur.htm()
Dezember 2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/dezember2005/
texte/14_verwaltungsstrukturen.htm)
Mai 2006
(www.sh-landtag.de/plenumonline/mai1-2006/
texte/06_32_landesbeteiligung_verwaltungsmod..htm)

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit:
Leukämie/Elbmarsch

Außerdem notiert: 
Trauer um H. Hagemann

Herzlichen Glückwunsch

I n n e n  / R e c h t

2. Lesung:
Verwaltungsmodernisierung
1. Lesungen:
Parlaments-Information
Laden-Öffnungszeiten
Große Anfrage:
Wohnungsbau
Anträge:
Gebietsreform
Sportwetten
Berichte:
Parlaments-Information
Rundfunkgebühren für PCs
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

1. Lesungen:
Schulgesetz
Hochschulgesetz
Anträge:
Dänisches Fernsehen
Berufsbildungs-Zentren
(ohne Aussprache)
Bericht:
Schwimmausbildung
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

1. Lesungen:
Sozialgerichtsgesetz
Steuerberater (Versorgung)
(ohne Aussprache)
Anträge:
Migrationsberatung
Rauchfreie Zonen
Kindergesundheit
(ohne Aussprache)
Politik für ältere Menschen
(ohne Aussprache)
Berichte:
Rauchfreie Zonen
Kinderschutz
Frühförderung
Pflege
Arbeitsloseninitiativen
(ohne Aussprache)
1-Euro-Jobs
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Antrag:
Strom/Leitungsnetze
Große Anfrage:
Fehmarnbelt
Berichte:
Zhejiang
"Non-Resident-Limited"

F i n a n z e nt

2. Lesung:
Kfz-Zulassung
(ohne Aussprache)
Berichte:
Haushalt 2004/LRH
(ohne Aussprache)
Haushaltsrechnung 2004
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

1. Lesung:
Landesnaturschutzgesetz

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Antrag:
Meerespolitik
Berichte:
Ostseekooperation
Marco Polo II
(ohne Aussprache)