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Seite: Wohnungsbau-Politik
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Top 14:
Wohnungsbaupolitik in Schleswig-Holstein
Große Anfrage der Fraktion der SPD – Drucksache 16/743
Antwort der Landesregierung |
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Wohnungsbau: Städte stehen
im Mittelpunkt
Landesregierung beantwortet Große Anfrage /
Landtag warnt vor internationalen Investment-Trusts
Kiel (SHL/11.10.) –
Von der Wohnungsbauförderung des Landes sollen künftig vor allem
die Problemviertel der großen Städte profitieren. Das kündigte
Innenminister Ralf Stegner (SPD) in seiner Antwort auf eine Große
Anfrage der SPD-Fraktion zur "Wohnungsbaupolitik in
Schleswig-Holstein" an. Ziel müsse es sein, eine gemischte
Bevölkerungsstruktur zu bewahren, in der auch ältere Menschen,
sozial Schwache und Migranten erschwinglichen Wohnraum und eine
leistungsstarke Infrastruktur fänden. Wohnungsbau sei Teil der
Gesellschaftspolitik und dürfe deshalb "nicht den freien
Kräften des Marktes überlassen werden", so der
Minister.
Stegner wandte sich zugleich gegen das "Einsickern"
internationaler Investment-Trusts, so genannter "Real Estate
Investment Trusts" (REIT), auf dem heimischen Wohnungsmarkt.
Sowohl die Koalition als auch die Opposition stimmten mit der
Analyse des Ministers in weiten Teilen überein. Die
Debatte fand vor dem Hintergrund der Föderalismusreform statt:
Dort wurde die Wohnbauförderung vom Bund in die Landeshoheit
übertragen. Angesichts eines Neubaubedarfs von 70.000 Wohnungen
und eines Modernisierungsbedarfs bei 150.000 Wohnungen im Lande
bestehe hier die Notwendigkeit zum Handeln, so die Abgeordneten
unisono.
...nur an Rendite interessiert
Wie Stegner betonte auch Thomas Hölck (SPD),
Wohnraum dürfe kein Spekulationsobjekt von Investment-Trusts
werden, da sich diese weniger an der Pflege der Quartiere
beteiligten, sondern in der Regel nur an Rendite interessiert
seien. Er forderte deshalb von Bundesregierung und Bundestag, REIT’s
in Deutschland nicht zuzulassen. Wilfried Wengler (CDU) verwies
darauf, dass Schleswig-Holstein das Flächenland sei, das am
meisten von Wohnungs-Verkäufen betroffen sei. Dies berge die
Gefahr, dass soziale und städtebauliche Negativfolgen entstehen.
FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki unterstrich,
dass die Eigentumsquote im Lande seit 1990 von 40 auf 49 Prozent
gestiegen sei. Der Erwerb von Wohnraum sei "Teil der
Altersvorsorge". Es müsse "Schluss sein mit dem
Siedeln, mit dem Neubau in der Fläche", forderte Detlef
Matthiessen (Grüne) – dies führe zur Zerfaserung der
Landschaft. Anke Spoorendonk (SSW) lobte als Alternative zu den
Investment-Trusts das "Beispiel der genossenschaftlichen
Lösungen". Hier nehme Schleswig-Holstein eine bundesweite
Vorreiterrolle ein.
Die Ausschüsse für Innen und Recht sowie für Soziales
beraten weiter.
Hintergrund:
In ihrer Antwort auf eine Große Anfrage der SPD
nimmt die Landesregierung zur Wohnungsbaupolitik in
Schleswig-Holstein Stellung. Zudem hat das Kabinett Ende
September das Wohnraumförderprogramm für die Jahre 2007
und 2008 beschlossen.
Demnach stellt die Landesregierung in den kommenden
zwei Jahren insgesamt 174 Millionen Euro für die
Förderung von bis zu 4.350 Wohnungen zur Verfügung. Der
Investitionsschwerpunkt liege dabei auf der Modernisierung
von Mietwohnungen in den größeren Städten des Landes.
Die Förderpolitik des Landes reicht nach Ansicht des
Innenministeriums aus, um in den städtischen Quartieren
einen Mindestbestand von Sozialwohnungen zu tragbaren
Mieten zu gewährleisten.
Das Wohnraumförderprogramm sieht vor, dass 2.320
Mietwohnungen modernisiert und 450 neu gebaut werden
können. Daneben fördert das Land den Erwerb von
Belegungsrechten, um die Sozialbindung von Mietwohnungen
zu erhalten. Die Landesregierung will in den nächsten
zwei Jahren bis zu 1.530 Haushalten helfen, den Traum von
den eigenen "vier Wänden" zu verwirklichen:
Gefördert wird der Neubau von 1.100 Eigentumswohnungen
oder Eigenheimen. Darüber hinaus unterstützt das Land in
bis zu 430 Fällen Mieter finanziell, die ihre oder eine
andere ehemalige Mietwohnung nach Umwandlung in eine
Eigentumswohnung kaufen wollen. In den Genuss der Gelder
für die Eigentumsförderung kommen in erster Linie
einkommensschwächere junge Familien.
Im nächsten Jahr verbessern sich die Bedingungen
für die Förderung von Hausankäufen. Nach Auskunft von
Stegner können ab 2007 bereits Familien mit mindestens
einem Kind entsprechende Anträge stellen, wenn sie über
ein geringes bis mittleres Einkommen verfügen. Bislang
müssen mindestens drei Kinder im Haushalt leben. Wer
zudem eine Eigentumswohnung oder ein Eigenheim in den
größeren Städten des Landes kauft oder baut, kann ab
2007 mit höheren Förderdarlehen rechnen.
Stichwort: Große
Anfrage
Eine Fraktion oder mindestens 18 Abgeordnete können
eine Große Anfrage an die Landesregierung stellen. An die
Beantwortung soll sich eine Aussprache im Landtag anschließen.
Kann eine Anfrage nicht innerhalb eines Monats beantworten
werden, so muss der Präsident die Große Anfrage auf
Verlangen der Fragestellenden auf die Tagesordnung der nächsten
Plenarsitzung setzen.
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