|
plenum-online
wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei
Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" ,
"Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die
neueste Fassung zu erhalten.
|
|
Auf dieser
Seite: Strom
|
xxx
|
Top 17:
Trennung von Stromerzeugung und Leitungsnetz
Antrag der Abgeordneten des SSW und der Fraktionen von FDP und
BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN |
|
|
Opposition will mehr
Wettbewerb
auf dem Strommarkt
Trennung von Erzeugung und Netz gefordert
/
CDU und SPD zurückhaltend
Kiel (SHL/12.10.) Die
Opposition im Landtag fordert als Konsequenz aus den steigenden
Energiepreisen die Trennung von Stromerzeugung und Leitungsnetz.
Nach Willen von SSW, FDP und Grünen soll die Landesregierung beim
Bund darauf hinwirken, dass die Kraftwerke einerseits und die
Leitungen anderseits von unterschiedlichen Betreibern unterhalten
werden. Damit wollen die drei Parteien die marktbeherrschende
Stellung der Energieriesen E-on, Vattenfall, EnBW und RWE brechen,
mehr Wettbewerb ermöglichen und dadurch die Verbraucherpreise
senken. Die Koalition reagierte verhalten. Sie empfahl, mit
drastischen Schritten zu warten, bis genauere Erfahrungen
vorliegen. Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) stellte
heraus, ohne die Kernkraftwerke im Lande wären die Preise noch
höher.
Zurzeit setzt die im Juli 2005 gegründete
Bundesnetzagentur in Bonn die Netzentgelte fest, also die
Transportgebühren, die Stromnetzbetreiber von Energielieferanten
verlangen können. Dies wird von Verbraucherschützern kritisiert.
Sie beklagen, die von der Netzagentur genehmigten hohen
Durchleitungsgebühren würden die vier Stromriesen begünstigen
und gleichzeitig verhindern, dass sich neue Unternehmen am Markt
etablieren. Die vier Großkonzerne beherrschen rund 90 Prozent des
deutschen Marktes.
"Wir müssen machtlos zusehen, wie der
Strompreis ständig steigt, während die Großkonzerne
Milliardengewinne machen", beklagte Lars Harms (SSW). Heiner
Garg (FDP) ergänzte, die "Platzhirsche" hätten zurzeit
kaum Konkurrenz zu fürchten und "haben natürlich ihren
eigenen Strom und ihre eigenen Kunden am liebsten". Darunter
würden Neueinsteiger leiden. "Nur die Entflechtung im
Eigentum" könne das Problem lösen, sagte Detlef Matthiessen
(Grüne).
Auch die Koalition beklagte den Mangel an
Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt. Für Johannes Callsen
(CDU) ist "die Marktöffnung zum Stillstand gekommen."
Dennoch will er zunächst die Netzagentur ihre Arbeit machen
lassen und erst später auswerten. Olaf Schulze (SPD) kritisierte,
die Preispolitik der Stromriesen sei "schwer
nachvollziehbar". In anderen europäischen Ländern, wo eine
strikte Trennung herrscht, funktioniere der Wettbewerb viel
besser.
Ein weiterer Punkt des Oppositionsantrags war die
Forderung, die Netzbetreiber sollten die Kosten für den
Netzanschluss für die geplanten Offshore-Windparks übernehmen.
Dies sei "eine Selbstverständlichkeit", meinte der
Liberale Garg. SSW-Mann Harms wies darauf hin, dass diese Technik
viele hochwertige Arbeitsplätze im Lande schaffe. Demgegenüber
wandte sich der Christdemokrat Callsen gegen eine "weitere
Subventionierung der Windkraft". Und der Sozialdemokrat
Schulze stellte heraus, eine derartige Belastung der Netzbetreiber
würde auf die Verbraucher zurückfallen.
Im Wirtschaftsausschuss wird weiter beraten.
Hintergrund:
Der SSW und fordert die Landesregierung auf, sich
auf Bundesebene für eine Trennung von Stromerzeugung und
Leitungsnetz einzusetzen. Liberale und Grüne haben sich
kurz vor der Debatte der Forderung angeschlossen.
Zurzeit setzt die im Juli 2005 gegründete
Bundesnetzagentur in Bonn die Netzentgelte fest, also die
Transportgebühren, die Stromnetzbetreiber von
Energielieferanten verlangen können. Dies wird von
Verbraucherschützern kritisiert. Sie beklagen, die von
der Netzagentur genehmigten hohen Durchleitungsgebühren
würden die Stromriesen E-on, Vattenfall, EnBW und RWE
begünstigen und gleichzeitig verhindern, dass sich neue
Unternehmen am Markt etablieren. Vor diesem Hintergrund
fordern Verbraucherschützer die Verstaatlichung der
Stromnetze.
Auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU)
hat Mitte September kritisiert, die vier Großkonzerne,
die 80 bis 90 Prozent der deutschen Kraftwerke
kontrollieren, würden ihre Stellung zur Preistreiberei
nutzen. Laut dem Statistischen Bundesamt sind die
Energiepreise in Deutschland zwischen Januar 2004 und
August 2006 um 28 Prozent gestiegen. Die Bundesrepublik
liege inzwischen beim Strompreis EU-weit auf dem vierten
Platz, so die Statistiker.
In Schleswig-Holstein werden die Strompreise
zunächst stabil bleiben. Der Versorger E-on Hanse hat
Ende September dem Landes-Wirtschaftsministerium
zugesichert, einen Antrag auf Preiserhöhung
zurückzuziehen.
Ein weiterer Punkt des SSW-Antrags: Er will die
Netzbetreiber verpflichten, die Anschlusskosten für
Offshore-Windparks zu übernehmen.
|
|
|
* * * * *
| |
|