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Top 36: Früher wahrnehmen – schneller handeln – besser kooperieren – zum Wohle unserer Kinder Landtagsbeschluss vom 23. Februar 2006 – Drs. 16/542 u. 16/592 Federführend ist das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren – Drs. 16/830 |
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Mit "Schutzengel" gegen VerwahrlosungKiel (SHL/13.10.) Vor dem aktuellen Hintergrund des Falls des in Bremen an Verwahrlosung gestorbenen Zwei-jährigen Kevin hat der Landtag konkrete Wege zur Vermeidung von Kindesmisshandlung in Schleswig-Holstein aufgezeigt. Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) lobte in einem von CDU und SPD beantragten Regierungsbericht insbesondere das Modellprojekt "Schutzengel e.V." in Flensburg. Zu dem Angebot des gemeinnützigen Vereins gehört unter anderem eine Familienhebamme, die junge Mütter bis zu einem Jahr nach der Geburt begleitet. Weiterhin wird die diakonische Hausbetreuung angeboten, die jungen Familien lebenspraktische Hilfe im häuslichen Bereich gibt. Es sei das Paradebeispiel für ein soziales Frühwarnsystem, so die Ministerin. Die Regierung werde deshalb Geld bereitstellen, um "Schutzengel" landesweit umzusetzen. Dies bedeute auch, das Schleswig-Holstein das einzige Bundesland sei, das flächendeckend das Konzept eines Frühwarnsystems auf den Weg gebracht habe, so die Ministerin. "Schutzengel" unterstützt und koordiniert außerdem Initiativen, die sich für Familien mit kleinen Kindern in sozialen Brennpunkten einsetzen. Weitere Angebote sind ein offenes Elterncafé, Frauenfrühstück, Eltern-Kind-Projekte und Sozialberatung. Statistiken zeigen, dass dieses Problem auch in Schleswig-Holstein aktuell ist: Das Landeskriminalamt hat 2005 nach Medienberichten 99 Fälle von Misshandlung in Schleswig-Holstein gezählt. Das sei eine Steigerung um 20 Prozent gegenüber 2004. Das Kinderschutz-Zentrum Kiel registrierte 2005 in seinem Einzugsbereich fast 540 "Erstmeldungen" von Kindesmisshandlungen mit knapp 700 betroffenen Kindern. 2004 waren es noch rund 470 Erstmeldungen mit etwa 580 Kindern. Es seien vor allem immer jüngere Kinder betroffen, heißt es weiter. Kinderschutzorganisationen sprechen von 16.000 erfassten Fällen von sexuellem Kindesmissbrauch in Deutschland pro Jahr. Der Bericht der Landesregierung wurde zur abschließenden Beratung an den Sozialausschuss überwiesen. Hauptredner: Heike Franzen (CDU), Siegrid Tenor-Alschausky (SPD), Heiner Garg (FDP), Monika Heinold (Grüne), Lars Harms (SSW) |
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