plenum-online wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" , "Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die neueste Fassung zu erhalten.  

Auf dieser Seite: Zwangsarbeitslager in China 

xxx

Top 23:
Verurteilung des Systems der Zwangsarbeitslager
in der Volksrepublik China
Antrag der Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, FDP, CDU, SPD und der Abgeordneten des SSW
Drucksache: 16/1644neu
-Plenarprotokoll-

Landtag verurteilt
"Laogai"-Arbeitslager in China

Kiel (SHL/10.10.) Der Schleswig-Holsteinische Landtag unterstützt die Bundesregierung und das EU-Parlament in ihren Bemühungen, Chinas politische Führung zur Schließung der so genannten "Laogai-Lager" zu bewegen. In einem interfraktionellen Antrag forderte das Plenum die Landesregierung auf, sich unter anderem in Schleswig-Holsteins chinesischer Partnerregion Zhejiang bei offiziellen Anlässen für die Einhaltung der Menschenrechte stark zu machen.

Die stellvertretende Ministerpräsidentin Ute Erdsiek-Rave (SPD) begrüßte den Vorstoß der Landtagsparteien und sicherte die Unterstützung der Landesregierung im Kampf für Menschenrechte zu. Zudem forderte sie dazu auf, auch "vor der eigenen Tür zu kehren – zum Beispiel beim Verbraucherverhalten".

Bei den Laogai-Lagern handelt es sich um Zwangsarbeitslager, die während der Kulturrevolution in den 1960er Jahren eingerichtet wurden. Die Landtagsabgeordneten kritisierten vor allem die unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen in den Lagern und die Tatsache, dass China daraus wirtschaftliches Kapital schlage. Laut Menschenrechtsorganisationen sollen auch in Schleswig-Holsteins Partnerregion Zhejiang solche Arbeitslager existieren.

Hauptredner: Karl-Martin Hentschel (Grüne), Thomas Stritzl (CDU), Rolf Fischer (SPD), Wolfgang Kubicki (FDP), Anke Spoorendonk (SSW)

– Druckversion –

zurück zum Textanfang

Hintergrund:
  FDP, Grüne und SSW protestieren in einem gemeinsamen Antrag gegen die so genannten Laogai-Zwangsarbeitslager in China. Die drei Oppositionsfraktionen fordern die Landesregierung auf, in den Gesprächen mit Vertretern der chinesischen Partnerregion Zhejiang diese Problematik zur Sprache zu bringen. Zudem werden die Industrie- und Handelskammern im Lande aufgefordert, nicht mit chinesischen Unternehmen zusammenzuarbeiten, die ihre Produkte mit dem Einsatz von Zwangsarbeitern herstellen.
   Kurz vor Beginn der Aussprache im Plenum haben sich auch die Fraktionen von CDU und SPD dem Antrag formal angeschlossen (Drs. 1644neu).
  Die Laogai ("Reform durch Arbeit") sind während der Kulturrevolution in den 1960er Jahren eingerichtet worden. Die drei Oppositionsfraktionen beklagen, dass hier vielfach politische Gefangene und Angehörige von Minderheiten festgehalten würden, ebenso wie Verurteilte, denen nur geringfügige Vergehen zur Last gelegt werden. Nach Angaben der Laogai Research Foundation in Washington gibt es zurzeit etwa 1.000 derartiger Lager und Gefängnisse mit vier bis sechs Millionen Insassen.
  In den Lagern würden die Gefangenen "unter menschenunwürdigen Bedingungen" zur Arbeit gezwungen, heißt es in dem Antrag weiter. Die Todesrate sei sehr hoch. Die Zwangsarbeit ohne Entlohnung verschaffe der Volksrepublik zudem einen Wettbewerbsvorteil auf dem Weltmarkt.
  Der Bundestag hat die Bundesregierung im Mai in einer Resolution aufgefordert, "die Zustände in den Laogai-Lagern weiterhin zu verurteilen, die Volksrepublik China zur Schließung der Einrichtungen aufzufordern und das Laogai-System im Rahmen des deutsch-chinesischen Rechtsstaatsdialogs sowie des EU-China-Menschenrechtsdialogs weiterhin zur Sprache zu bringen." Auch das EU-Parlament hat sich ähnlich geäußert.
  Die Partnerschaft zwischen Schleswig-Holstein und der Provinz Zhejiang, nahe der Metropole Shanghai, besteht seit 1986. Sie umfasst Projekte zur wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit. Über die Beziehung zu Zhejiang hat der Landtag im vergangenen November debattiert.

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit: - - -

Der Landtag trauert...
...
um Uwe Ronneburger

Außerdem notiert: 
Ausschusssitzung geplatzt – Nichtraucherschutzgesetz liegt auf Eis
Persönliche Erklärung von
Wolfgang Kubicki

I n n e n  / R e c h t

2. Lesung:
Kommunalwahlrecht
1. Lesungen:
Kommunalwahlrecht
Sammlungs- u. Lebens-
partnerschaftsgesetz
Anträge:
Staatsangehörigkeitsrecht
Online-Durchsuchung
Luftraumsicherheit
Neuwahlen Parlament
Arbeitslager in China
Geschäftsordnung Landtag
(ohne Aussprache)
Berichte:
Föderalismusreform II
Minderjährige Flüchtlinge
Vorratsdatenspeicherung
Petitionsausschuss
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

2. Lesungen:
Nichtrauchergesetz
Heilberufe-Gesetz
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Arbeitsschutz
Adoptionsstelle
(ohne Aussprache)
Antrag:
KiTa-Mahlzeiten
Berichte:
Essstörungen
Familienzentren
Krebsregister
Verbraucherschutz RAPEX
Rente mit 67
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

1. Lesung:
Eichdirektion Nord
(ohne Aussprache)
Große Anfrage:
Perspektiven f. d. Mittelstand
Antrag:
Arbeitnehmer im demo-
grafischen Wandel
Bericht:
Erneuerbare Energien /
Kohlekraftwerke

F i n a n z e nt

- - -

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

1. Lesung:
Verwaltungsstruktur Agrar-/Umweltwesen
(ohne Aussprache)
Veterinärkostengesetz
(ohne Aussprache)
Große Anfrage:
Klimaschutz
Anträge:
Ostsee-Verschmutzung
Tempo-Limit
Bericht:
Öko-Lebensmittel
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

Antrag:
Universitäts-Klinikum
Berichte:
Landesmuseen Gottorf
Informatik-Unterricht
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
EU-Forschungsprogramm
Ostseeparlamentarier- Konferenz