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Auf dieser Seite: Kein Kind ohne Mahlzeit 

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Kein Kind ohne Mahlzeit
Antrag der Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, der FDP und der Abgeordneten des SSW
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD – Drs.16/1656
Drucksache: 16/1645
-Plenarprotokoll-

Bezuschussung für Kindermahlzeiten: CDU und SPD wollen Regierungsbericht abwarten

Kiel (SHL/11.10.) Der Vorstoß der Opposition, über einen Sozialfonds das Mittagessen in Kindergärten für Mädchen und Jungen aus armen Familien zu subventionieren, ist von den Regierungsfraktionen mit Zurückhaltung aufgenommen worden. FDP, Grüne und SSW beabsichtigten, jede Mahlzeit für bedürftige Kinder mit 1,50 Euro zu bezuschussen und so ein Essen für maximal einen Euro Eigenanteil zu ermöglichen. Bedarf sei nach Angaben der Antragsteller bei jedem fünften der rund 80.000 schleswig-holsteinischen Kindergarten- und Krippenkinder vorhanden. Ihr Antrag, der von der Landesregierung die Vorlage eines konkreten Entwurfes bis zur Novembertagung verlangte, wurde von Schwarz-Rot zurückgewiesen.

Die Koalition will stattdessen zunächst einen bereits beantragten Regierungsbericht zur "Gesunden Ernährung in Kindertagesstätten und Schulen" im Dezember abwarten (plenum-online, September 2007). CDU und SPD verlangen zusätzlich ergänzend Auskunft, welche Instrumente Kommunen und freie Träger zur Grundversorgung sozialbedürftiger Kinder nutzen.

Ausgangspunkt für den Antrag der Opposition war eine Äußerung von Jugendministerin Gitta Trauernicht (SPD) am Weltkindertag. Sie hatte den Ausbau von Kindertafeln in den KiTas gefordert. "Die Finanzierung" so Trauernicht damals, "könnte hier durch eine Gemeinschaftsaktion von Verbänden und Sozialministerium mit einem Sozialfonds unterstützt werden." Im Plenum konkretisierte die Ministerin nun, sie habe das "als Teilziel im Rahmen eines ganzheitlichen Konzeptes" vorgeschlagen. Dieses Konzept sei aber noch nicht abschließend fertig gestellt. Ähnlich zurückhaltend äußerten sich auch Redner von CDU und SPD. Es sei wichtig, "einen Schritt nach dem anderen zu machen" und das Thema "nicht für populistische Zwecke" voreilig auszunutzen.

Die Opposition wertete die Ablehnung ihrer Initiative als "pikant". Sie kündigte an, nicht zuzulassen, dass "das Thema auf die lange Bank geschoben wird".

Weitere Redner: Monika Heinold (Grüne), Ekkehard Klug (FDP), Lars Harms (SSW), Heike Franzen (CDU), Wolfgang Baasch (SPD)

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Hintergrund:
  Mädchen und Jungen aus armen Familien sollen in Schleswig-Holsteins Kindergärten nach dem Willen der Opposition für einen Euro ein Mittagessen bekommen. Darauf zielt eine Initiative ab, die Grüne, FDP und SSW dem Landtag vorlegen. Sie fordern einen Sozialfonds, aus dem eine Subvention von rund 1,50 Euro je Mahlzeit bezahlt werden könne. Hierzu soll die Landesregierung bis November ein Konzept erarbeiten.
  Als Empfänger käme nach Auffassung der Antragssteller jedes fünfte der rund 80.000 schleswig-holsteinischen Kindergarten- und Krippenkinder infrage. Die jährlichen Kosten beziffert die Landtagsopposition auf sechs Millionen Euro. Das Geld soll durch das Land, die Kommunen sowie durch Sponsoring-Beiträge aus der Wirtschaft und von privater Seite aufgebracht werden. Anträge sollen über die jeweilige Kommune gestellt werden.
  Mit der Sozialfonds-Idee beziehen sich Grüne, FDP und SSW auf eine Erklärung von Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) vom 20. September, dem Weltkindertag. Die Ministerin hat einen Ausbau von "Kindertafeln" an den KiTas gefordert. "Die Finanzierung", so Trauernicht, "könnte hier durch eine Gemeinschaftsaktion von Verbänden und Sozialministerium mit einem Sozialfonds unterstützt werden."
  Hartz-IV-Empfänger oder Schlechtverdiener könnten das Mittagessen in Kindertagesstätten oft nicht bezahlen, hieß es bei der Opposition zur Begründung. Das führe dazu, dass Kinder aus Kostengründen von der Mittagsmahlzeit abgemeldet würden. Es müsse schnell mit Hilfe eines Sozialfonds gewährleistet werden, dass kein Kind aus Kostengründen vom Angebot der Mittagsmahlzeit ausgeschlossen wird, so die Forderung.
  Die Landesregierung soll in ihrem Konzept zudem darlegen, wie das Fonds-Angebots auch auf die Schulen ausgeweitet werden kann.
  Ein Antrag der Grünen auf verbindliche Qualitäts-Standards für das Essen an KiTas und Schulen war im September an der Koalitionsmehrheit gescheitert. Bis Dezember soll ein von CDU und SPD beantragter Regierungsbericht zum Thema vorliegen. Aktuell: Kurz vor der Aussprache hat die Koalition gefordert, in den zum Dezember angekündigten Bericht auch darzulegen, welche Instrumente die Kommunen und freie Träger zur Grundversorgung sozialbedürftiger Kinder nutzen.

Debatte zu Kinderernährung: plenum-online, September 2007
(www.sh-landtag.de/plenumonline/september2007/
texte/18_kinder_ernaehrung.htm)

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