Hintergrund:
Mit den Stimmen der Großen Koalition empfiehlt
der Sozialausschuss dem Landtag, einen Grünen-Antrag zum
Thema Essstörungen aus dem Juni 2006 abzulehnen. Die
Grünen stimmten im Ausschuss gegen die Ablehnung, die FDP
enthielt sich.
Die Grünen hatten die Landesregierung
aufgefordert, ein Konzept zur Einrichtung eines
"Bündnisses gegen Essstörungen" für
Schleswig-Holstein zu erstellen. In diesem Bündnis sollen
Fachkliniken, niedergelassene Ärzte, Therapeuten,
Kassenärzte und Versicherungsträger ihre Angebote
vernetzen. Zudem soll die Landesregierung durch gezielte
Öffentlichkeitsarbeit insbesondere bei Mädchen und
jungen Frauen einem übertriebenen Schlankheitsideal
entgegenwirken.
Das Sozialministerium hat dem Ausschuss im
Frühjahr einen Bericht zum Thema vorgelegt. Demnach gibt
es im Lande eine "Vielzahl von regionalen und
überregionalen Präventionsprojekten", etwa seitens
der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung, der
Landesstelle für Suchtfragen oder der Krankenkassen. Das
2002 ins Leben gerufene Netzwerk Ernährung, an dem sich
unter anderem die Ärztekammer, die Gesundheitsämter, die
Kassen und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung
beteiligen, richtet sich vornehmlich an Kinder und
Jugendliche. Im Bereich der Suchtberatung verweist der
Bericht ebenfalls auf ein "dichtes Netz an
Beratungsstellen", das allerdings nicht
ausschließlich auf Essstörungen ausgerichtet ist.
Kritisch wird angemerkt, dass es bei den
Beratungsangeboten "ein Stadt- / Landgefälle"
gibt.
Stichwort:
Essstörung
Der gestörte Umgang mit dem Essen reicht
von wahllosem, zwanghaften In-sich-Hineinstopfen großer
Nahrungsmengen (so genanntes Binge-Eating) bis zur
Verweigerung jeglicher Nahrungsaufnahme. Dieses Verhalten
gilt unter Psychologen als Ausweichverhalten und als
Reaktion auf unbefriedigende Lebensverhältnisse.
Ungefähr 85 Prozent der Betroffenen sind Schätzungen
zufolge Frauen Frauen.
Die häufigste Erkrankung in diesem Bereich ist die
Ess-Brech-Sucht, die Bulimie: In Deutschland leiden rund
700.000 Menschen unter Essstörungen, davon 600.000 an
Bulimia nervosa.
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