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10 Jahre Krebsregister Schleswig-Holstein
Landtagsbeschluss vom 26. Januar 2007 – Drs.16/1159neu
Federführend ist das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren
Drucksache: 16/1550
-Plenarprotokoll-

Lob vom Landtag: Schleswig-Holsteinisches Krebsregister bundesweit führend

Kiel (SHL/11.10.) In den zehn Jahren seines Bestehens hat sich das schleswig-holsteinische Krebsregister zu einer der aussagekräftigsten Datensammlungen dieser Art in der Bundesrepublik entwickelt. Dieses Lob sprachen Gesundheitsministerin Gitta Trauernicht (SPD) und Vertreter aller Fraktionen der Einrichtung in Bad Segeberg und Lübeck aus. Basis der Landtagsdebatte war ein von den Grünen beantragter Regierungsbericht. Ein Grund für die positive Bilanz mit einer Erfassungsquote von über 90 Prozent sei die Meldepflicht, wonach die Ärzte jeden neuen Krankheitsfall im Lande anzeigen müssen.

Die Abgeordneten machten in der Aussprache aber auch kritische Anmerkungen: So müsse die seit Jahren ungeklärte Leukämie-Häufigkeit bei Kindern in der Region Elbmarsch noch genauer untersucht werden. Und: Die Zusammenarbeit mit Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern sei zu verbessern. Denn: Das Register erfasst zurzeit noch nicht die schleswig-holsteinischen Patienten, die sich in den Nachbarländern behandeln lassen. Ministerin Trauernicht kündigte an, sich für eine einheitliches, verpflichtendes Meldewesen einzusetzen.

Im Krebsregister werden Name, Alter, Wohnort und Krankheitsart aller Krebspatienten in Schleswig-Holstein erfasst und ausgewertet. Mit Hilfe dieser Daten sollen Ursachen von Krebserkrankungen erforscht sowie der Nutzen präventiver und therapeutischer Maßnahmen bewertet werden. Auch wird die räumliche Verteilung der Erkrankungen untersucht.

Aus datenschutzrechtlichen Gründen ist das Krebsregister in zwei Organisationseinheiten aufgeteilt, die Vertrauens- und die Registerstelle. Die Vertrauensstelle, bei der alle neuen Krebserkrankungen erfasst werden, ist bei der Landes-Ärztekammer in Bad Segeberg eingerichtet. Personenbezogene Daten werden nur in der Vertrauensstelle gespeichert. Tumorbezogene Daten leitet diese an die Registerstelle weiter, die im Institut für Krebsepidemologie an der Universität Lübeck sitzt.

2005 verstarben in Schleswig-Holstein 29.669 Menschen an Krebserkrankungen, die damit nach Kreislaufkrankheiten die zweithäufigste Todesursache sind. Jährlich verzeichnet das Register 60.000 bis 70.000 Neumeldungen

Der Sozialausschuss berät den Bericht abschließend.

Hauptredner: Angelika Birk (Grüne), Ursula Sassen (CDU), Jutta Schümann (SPD), Ekkehard Klug (FDP), Lars Harms (SSW)

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Hintergrund:
  Der Landtag behandelt einen von den Grünen beantragten Bericht zum zehnjährigen Bestehen des schleswig-holsteinischen Krebsregisters.
  Im Krebsregister werden Name, Alter, Wohnort und Krankheitsart aller Krebspatienten Schleswig-Holsteins erfasst und ausgewertet. Mit Hilfe dieser Daten sollen Ursachen von Krebserkrankungen erforscht sowie der Nutzen präventiver und therapeutischer Maßnahmen bewertet werden. 2005 verstarben in Schleswig-Holstein 29.669 Menschen an Krebserkrankungen, die damit nach Kreislaufkrankheiten die zweithäufigste Todesursache sind. Durch das Krebsregister sollen Entwicklung und Verbreitung der Krankheit untersucht und räumliche Unterschiede der Neuerkrankungen aufgedeckt werden. Auch die Wissenschaft greift im Rahmen der Ursachen- und Versorgungsforschung auf Daten des Registers zurück. In Zukunft sollen die Auswertungen auch für Überlebenszeit-Analysen und die Bewertung neuer Versorgungsangebote wie beispielsweise des Mammographie-Screenings genutzt werden.
  Aus datenschutzrechtlichen Gründen ist das Krebsregister in zwei Organisationseinheiten aufgeteilt, die Vertrauens- und die Registerstelle. Die Vertrauensstelle, bei der Ärzte laut des Krebsregistergesetzes von 1997 alle neuen Krebserkrankungen melden müssen, ist bei der Landes-Ärztekammer in Bad Segeberg eingerichtet. Eine namentliche Meldung ist seit 2006 in Schleswig-Holstein Pflicht. Personenbezogene Daten werden nur in der Vertrauensstelle gespeichert. Tumorbezogene Daten leitet diese an die Registerstelle weiter, die im Institut für Krebsepidemologie an der Universität Lübeck sitzt. In der Registerstelle werden diese Angaben dauerhaft gespeichert und wissenschaftlich ausgewertet. Zusammenhänge zwischen Risikofaktoren und Krebserkrankungen sowie deren klinischer Verlauf werden durch das Register nicht dokumentiert.
  Laut der Auswertungen des Registers liegt die Rate der Neuerkrankungen in Schleswig-Holstein bei Brustkrebs um 20 Prozent und bei Hautkrebs um 50 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Den Grund für diese Abweichungen gegenüber den anderen Bundesländern sieht das Gesundheitsministerium in den intensiven Vorsorgeuntersuchungen, durch die in Schleswig-Holstein Neuerkrankungen frühzeitig erkannt würden.
  Finanziert wird das Krebsregister ausschließlich durch das Land Schleswig-Holstein. Für das Jahr 2007 betragen die Gesamtkosten 1,466 Millionen Euro.

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