Kiel (SHL/10.10.). Mit
einer Schweigeminute hat der Landtag des am 1. Oktober
verstorbenen FDP-Politikers Uwe Ronneburger gedacht. Der ehemalige
Fraktions- und Landesvorsitzende der Liberalen war im Alter von 86
Jahren in seinem Wohnort Tetenbüll (Kreis Nordfriesland)
gestorben. Landtagspräsident Martin Kayenburg würdigte
Ronneburger als einen über die Parteigrenzen hinweg glaubwürdigen Politiker,
dessen "Lebenswerk mit unserem Land untrennbar verbunden
bleibt".
Der gebürtige Kieler war über Jahrzehnte eine
der bundesweit bestimmenden Persönlichkeiten der Liberalen.
Mitglied des Landtages und Vorsitzender der Kieler FDP-Fraktion
war Ronneburger von 1975 bis 1980. Davor und danach (1972 bis 1975
sowie 1980 bis 1990) saß er für die schleswig-holsteinische FDP
im Bundestag, wo er stellvertretender Fraktionschef war.
Von 1970 bis 1983 war der ehemalige
selbstständige Landwirt Landesvorsitzender seiner Partei. Im Jahr
2000 wurde der Ehrenvorsitzende der Nord-Liberalen und Träger des
Großen Verdienstkreuzes zum Ehrenbürger Schleswig-Holsteins
ernannt. Besonders in den Blickpunkt rückte der stellvertretende
FDP-Bundesvorsitzende 1982 nach dem Ausstieg der FDP aus der
sozialliberalen Koalition in Bonn. Er trat auf dem Berliner
Parteitag in einer Kampfabstimmung um den Vorsitz gegen
Hans-Dietrich Genscher an, unterlag aber mit 169 zu 222 Stimmen.