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Hinterlandanbindung der
Fehmarnbelt-Querung:
Wird die Fehmarnsund-Brücke
zum Nadelöhr?
Kiel (SHL/09.10.)
Die geplante Fehmarnbelt-Brücke spaltet weiterhin den Landtag.
Für die Forderung der Liberalen, Land und Bund sollen zügig ein
Konzept für die Hinterlandanbindung erarbeiten, hatte
Verkehrsminister Werner Marnette (CDU) nur vertröstende Worte: Da
noch mit dem Bund verhandelte werde, „kann ich das Konzept heute
leider noch nicht vorlegen". Er gab aber zu Protokoll, dass
der Ausbau der Bundesstraße 207 bis 2015, also drei Jahre vor der
geplanten Fertigstellung der Brücke, abgeschlossen sein soll.
Zugleich unterstrich der Minister: „Es werden keine
Verkehrsprojekte im Land gegeneinander ausgespielt."
Für Diskussion sorgte zunehmend auch die
Fehmarnsund-Brücke, die das Festland mit Fehmarn verbindet. Sie
ist für den Autoverkehr zweispurig beziehungsweise für die Bahn
einspurig befahrbar und könnte, so die jüngste Befürchtung vom
Kommunalpolitikern des Kreises Ostholstein, zum Nadelöhr werden.
„Was nützt eine vierspurige Beltquerung, wenn die Autos dann im
Stau vor der zweispurigen Fehmarnsund-Brücke stehen?",
fragte auch Heiner Garg (FDP) im Plenum.
Schröder: Menschen vor Ort einbinden
Entsprechend, so Garg, müsse
das zu entwickelnde Konzept mehr beinhalten als den vierspurigen
Ausbau der B 207 von Heiligenhafen bis Puttgarden und den
zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Bad Schwartau-Puttgarden.
Während Hans-Jörn Arp (CDU) mahnte: „Wir können eine
Fehmarnbelt-Querung nicht abhängig machen von einer
Fehmarnsund-Querung", teilte Bernd Schröder (SPD) die
Bedenken der Politiker in Ostholstein. Er rief dazu auf, die
Menschen vor Ort in die Planungen einzubinden.
Detlef Matthiessen (Grüne) und Lars Harms (SSW) stellten erneut grundsätzliche Finanzfragen in den Vordergrund ihrer Reden.
Steigende Rohstoff- und Energiepreise seien bisher noch nicht in
die Kalkulation zur Fehmarnbelt-Querung und der
Hinterlandanbindungen mit eingeflossen. „Dies", so Harms,
„halte ich finanzpolitisch für fahrlässig"
Veranschlagte Kosten
Deutschland hat sich
bereit erklärt, 800 Millionen Euro für die
Land-Anbindung aufzubringen. 95 Millionen sollen allein in
den vierspurigen Ausbau der B 207 fließen. Hier wird Schleswig-Holstein
nach Angaben der Landesregierung 60 Millionen Euro zuschießen. Die
Bahntrasse zwischen Hamburg und Kopenhagen soll bis 2018
für 200 Millionen Euro einspurig elektrifiziert werden,
eine zweite Spur soll bis 2025 fertig werden. Das beträfe
auf deutscher Seite die Gleise zwischen Lübeck und
Puttgarden.
Der Wirtschaftsausschuss berät das Thema weiter.
Hintergrund:
Nachdem Deutschland und Dänemark Anfang September nach
jahrelangen Verhandlungen den Staatsvertrag zum Bau der
Verbindung zwischen Fehmarn und der dänischen Insel
Lolland unterzeichnet haben, fordert die FDP jetzt Land
und Bund auf, ein Finanzierungskonzept für die
Hinterlandanbindung der geplanten Fehmarnbelt-Querung zu
erarbeiten.
Die Kosten
für die 19 Kilometer lange Brücke und die Anbindungen an
Land betragen 5,6 Milliarden Euro. Die dänische Seite
soll mit 4,8 Milliarden den Löwenanteil tragen. Die
deutsche Seite muss 800 Millionen Euro für die
Land-Anbindung aufbringen. So soll für 95 Millionen die
Bundesstraße zwischen Heiligenhafen und Puttgarden
vierspurig ausgebaut werden. Hier wird Schleswig-Holstein
nach Angaben der Landesregierung 60 Millionen zuschießen.
Die
Bahntrasse zwischen Hamburg und Kopenhagen soll bis 2018
für 200 Millionen Euro einspurig elektrifiziert werden,
eine zweite Spur soll bis 2025 fertig werden. Das beträfe
auf deutscher Seite die Gleise zwischen Lübeck und
Puttgarden. Eine Elektrifizierung der Strecke
Hamburg-Lübeck ist bis 2009 geplant. Beide Seiten wollen
Geld aus dem Programm für das transeuropäische Netz der
Europäischen Union (EU) beantragen.
Die
Fehmarnbelt-Brücke soll bis 2018 fertig sein und die
Fahrzeit zwischen Hamburg und Kopenhagen um knapp 60
Minuten auf dreieinhalb Stunden verkürzen. Die private
Finanzierung, die per Staatsgarantien abgesichert wird,
soll durch Maut-Einnahmen abgedeckt werden. Die Maut wird
bei rund 50 Euro anfangen.
Vorherige
Debatten zum Thema:
plenum-online, Juli
2007 (Regierungserklärung zum Vorhaben)
Mai
2008 (Staatsvertrag mit Dänemark)
Mai
2008 (Verkehrsinfrastruktur)
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