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Auf dieser Seite: Ölförderung im Wattenmeer 

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Top 20:
Entschließung zur Verlängerung der 
Konzession zur Ölförderung im Wattenmeer

Antrag der Fraktion B´90/DIE GRÜNEN – Drucksache 17/890  

Schwarz-Gelb lehnt 
Missbilligung de Jagers ab

Kiel (SHL/08.10.) Der Landtag hat es mit den Stimmen der Koalition und bei Enthaltung der SPD abgelehnt, das Verhalten von Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) im Zusammenhang mit der Verlängerung der Bohr-Konzession für die Ölförderplattform Mittelplate zu missbilligen. Wie bereits im Vorfeld der Landtagsdebatte bekannt gewesen war und von dem Minister auch eingeräumt wurde, hat es im Ministerium Kommunikationspannen gegeben. Dies hatte dazu geführt, dass der Minister in der Mai-Tagung laut Protokoll erklärte, es sei lediglich beabsichtigt, „die Bewilligung bis zum 31. Dezember 2041 zu verlängern". Das zuständige Bergbauamt in Hannover hatte indes bereits am 11. Mai, zehn Tage vor der Landtagsdebatte, der RWE Dea die Bohr-Zusage gegeben. Eine im Ministerium eingegangene Mail über die Erteilung der Genehmigung habe aber Minister de Jager vor Redebeginn nicht erreicht. Die Grünen klagten danach an: Der Minister habe den Landtag nicht wahrheitsgemäß informiert.

Für erheblichen Unmut sorgten in diesem Zusammenhang Berichte, dass der zuständige Abteilungsleiter im Ministerium zugleich in einem Beirat eines RWE-Tochterunternehmens tätig ist und dafür eine Pauschale von 3.000 Euro pro Jahr sowie Sitzungsgelder erhält. Die Grünen-Abgeordnete Marlies Fritzen warf de Jager in der Debatte vor, das eigenmächtige Handeln eines Abteilungsleiters zu decken. Dem widersprach De Jager: Die Entscheidung wäre auch losgelöst von diesem Umstand so ausgefallen. Die Grünen würden einen Popanz aufbauen und aus dieser Sache einen Skandal machen, obwohl es gar keinen Skandal gebe, so der Minister.

Auch eine weitere Missbilligungsforderung in der eigentlichen Sache, der Verlängerung der Konzession bis 2041, wies Schwarz-Gelb zurück. Derweil vermeldete de Jager, dass eine Londoner Firma den Antrag gestellt hätte, rund 240 Kilometer vor der Küste – außerhalb des Wattenmeergebietes – nach Öl und Gas-Vorkommen bohren zu wollen. In dieser Sache sei bereits eine Abstimmung mit dem Umweltministerium vorgesehen.

Weitere Redner: Karsten Jasper (CDU), Detlef Buder (SPD), Oliver Kumbartzky (FDP), Ranka Prante (Linke), Flemming Meyer (SSW)

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Hintergrund:
Im Mai wurde die Bohr-Konzession für die Ölförderplattform Mittelplate im Wattenmeer um 30 Jahre bis 2041 verlängert. Nun gehen die Grünen den zuständigen Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) scharf an und fordern den Landtag auf, sein Verhalten in dieser Sache zu missbilligen: Er habe die umstrittene Förder-Erlaubnis „offensichtlich nicht aus fachlichen, sondern aus politischen Erwägungen heraus" ausgesprochen. Und: De Jager habe den Landtag nicht wahrheitsgemäß informiert.

Die Oppositionsfraktion nimmt Anstoß an einer Aussage de Jagers aus der Landtagssitzung vom 21. Mai dieses Jahres. Der Minister hatte in der Debatte über Ölförderung im Watt zum Antrag des Energiekonzerns RWE Dea Stellung genommen, die Lizenz für Mittelplate zu verlängern. Laut Protokoll erklärte de Jager, es sei „vorgesehen, die Bewilligung bis zum 31. Dezember 2041 zu verlängern". Tatsächlich sei die Verlängerung zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits beschlossene Sache gewesen, monieren die Grünen nun. Denn das zuständige Bergbauamt in Hannover hat RWE Dea bereits am 11. Mai, zehn Tage vor der Landtagsdebatte, die Bohr-Zusage gegeben.

  Minister de Jager räumt im 
  Ausschuss „Panne" ein

Ende September hat der Minister bereits im Umweltausschuss des Landtages zu diesem Vorwurf Stellung genommen. Seine Erklärung: Er habe die Mail einer Mitarbeiterin, die ihn darin über die Konzessionsverlängerung informiert hat, nicht rechtzeitig gelesen. Die Rede wiederum, die de Jager im Plenum vorgetragen hat, sei zu einem Zeitpunkt geschrieben worden, als die Entscheidung pro Mittelplate im Ministerium noch nicht bekannt gewesen sei. Dies sei eine „Panne" gewesen, so der Minister im Ausschuss.

Der Vorwurf, die Bohr-Konzession sei nicht aus fachlichen, sondern aus politischen Gründen verlängert worden, gründen die Grünen auf zwei Umstände. Zum Einen habe das Ministerium sich für eine Ausweitung bis 2041 eingesetzt, obwohl das Bergamt ursprünglich nur bis 2022 verlängern wollte. Das Ministerium habe aber zu bedenken gegeben, dass „die Umweltseite ‚mehr und mehr industrieavers’ werde" – so wird in den Medien aus einem angeblichen Schreiben des Wirtschaftsministeriums an das Bergamt zitiert. Minister de Jager hat demgegenüber während der Ausschusssitzung betont, die Verlängerung um 30 Jahre habe sich an der Restölmenge unter der Bohrinsel orientiert. Sein Haus habe „administrativ korrekt gearbeitet".

  Opposition kritisiert Beirat-Tätigkeit 
  eines Ministeriumsmitarbeiters

Zum Anderen kritisiert die Opposition, dass der zuständige Abteilungsleiter im Ministerium zugleich in einem Beirat eines RWE-Tochterunternehmens tätig sei und dafür eine Pauschale von 3.000 Euro pro Jahr sowie Sitzungsgelder erhalte.

Der Energiekonzern RWE-Dea betreibt seit 1987 die einzige deutsche Förderplattform Mittelplate im Nationalpark Wattenmeer vor der schleswig-holsteinischen Westküste.

Vorherige Debatte zum Thema:
plenum-online
Mai 2010

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