Die
Koalitionsfraktionen rücken dabei die Integrationskurse
für Migranten in den Mittelpunkt. Hier lernen neu
zugewanderte Ausländer und Spätaussiedler die deutsche
Sprache, Kultur und Geschichte kennen. Der Grundkurs
umfasst 645 Stunden, zudem gibt es Spezialkurse für
Jugendliche, Frauen und Analphabeten, die 945 Stunden
dauern. Am Ende steht eine Prüfung.
Zwölf Prozent der schleswig-holsteinischen
Bevölkerung haben ihre Wurzeln im Ausland.
Der Bund
übernimmt die Kosten ganz oder teilweise. Das
schleswig-holsteinische Ministerium für Justiz,
Gleichstellung und Integration empfiehlt allen Migranten,
an einem Integrationskurs teilzunehmen. Die
CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat unlängst vorgeschlagen,
diejenigen, die sich der Teilnahme an einem
Integrationskurs verweigern, durch die Kürzung der
finanziellen Unterstützung zu bestrafen.
Außerdem,
fragen die Koalitionsfraktionen nach, wie viele
Kinder-Erzieher und Lehrer mit Migrationshintergrund es im
Lande gibt.
Zwölf
Prozent der schleswig-holsteinischen Bevölkerung haben
ihre Wurzeln im Ausland. Das ist der niedrigste Wert aller
westdeutschen Länder. Hiervon ist fast jeder Dritte ein
Aussiedler – die Deutschstämmigen aus Osteuropa bilden
damit die größte Gruppe unter den Zuwanderern. 58
Prozent der im Norden lebenden Einwanderer haben
inzwischen einen deutschen Pass – so viele wie sonst
nirgends.
Weniger als die Hälfte der Migranten-Kinder
in Schleswig-Holstein besuchen KiTas
Jüngste Untersuchungen
stellen der Integration von Zuwanderern in
Schleswig-Holstein insgesamt kein gutes Zeugnis aus. So
spricht nach Angaben des Statistikamts Nord aus dem August
weniger als die Hälfte (43,7 Prozent) der
Migranten-Kinder, die KiTas im Lande besuchen, zu Hause
deutsch. Das Berlin-Institut für Bevölkerung und
Entwicklung hat im letzten Jahr die Integration von
Zuwanderern deutschlandweit anhand von 20 Kriterien
bewertet, etwa Bildungsniveau und Deutschkenntnisse.
Ergebnis: Zwar haben 32 Prozent der Zuwanderer im Norden
die Hochschulreife, aber: Jeder Fünfte ist von
öffentlichen Leistungen abhängig – der höchste Wert
in den westdeutschen Ländern.