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Schleswig-Holsteins
Schullandschaft im Aufwind
Kiel (SHL/06.10.) Die
Rahmenbedingungen in der schleswig-holsteinischen Schullandschaft
sind nach
Ansicht der Landesregierung so gut wie selten zuvor. Die
Unterrichtsversorgung habe sich insgesamt weiter verbessert, es
seien trotz sinkender Schülerzahlen mehr Lehrer eingestellt
worden, und die Zahl der Schüler ohne Abschluss gehe weiter
zurück, bilanzierte Bildungsminister Ekkehard Klug (FDP) im
Plenum bei Vorstellung eines Berichts zur Unterrichtssituation.
Die positive Entwicklung werde
sich seiner Meinung nach in den kommenden Jahren fortsetzen.
Allerdings, so Klug, könnte es aufgrund des demografischen
Wandels mit einem damit verbundenen Schülerrückgang zu
Zusammenlegungen oder Schließungen von kleineren Schulen kommen.
Redner der Opposition warfen dem
Bildungsministerium vor, dass die Statistik zum Unterrichtsausfall
„schöngerechnet" werde. So sei beispielsweise nicht
ersichtlich, wenn ein Lehrer mehrere Klassen
beaufsichtige oder sich die Schüler Filme ansehen, anstatt Mathe
oder Deutsch zu lernen.
In den Bericht geschaut:
Im vergangenen Schuljahr
besuchten 407.028 Schüler eine Schule im Land. Das sind gut 4.400
weniger als im Vorjahr. Den stärksten Rückgang verzeichneten die
öffentlichen allgemeinbildenden Schulen. Sie büßten rund 6.300
Schüler und damit zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein.
Dieser Trend wird sich nach Ansicht des Bildungsministeriums in
den kommenden Jahren fortsetzen, denn das Minus ist an den
Grundschulen besonders stark (minus 3,6 Prozent). Auch an den
Förderzentren sank die Schülerzahl um acht Prozent. Grund dafür
ist laut Regierungsbericht „die anhaltende Ausweitung der
integrativen Förderung im gemeinsamen Unterricht".
Einen Anstieg verzeichneten dagegen die
Berufsschulen. Die neu eingerichteten 52 Regionalschulen
unterrichteten im vergangenen Schuljahr rund 5.500 Schüler in den
Klassen fünf und sechs. Knapp 15.000 Schüler besuchten eine der
94 Gemeinschaftsschulen. Beim Unterrichtsausfall ist ein leichter
Anstieg von 2,01 auf 2,13 Prozent der angesetzten Stunden zu
verzeichnen, was im Bericht auf den „langen und harten
Winter" zurückgeführt wird. Die höchste Ausfallquote hat
Kiel mit 2,62 Prozent, die niedrigste der Kreis Nordfriesland mit
1,36 Prozent.
Im Bildungsausschuss wird der Bericht der
Landesregierung abschließend beraten.
Hauptredner: Heike
Franzen (CDU), Henning Höppner (SPD), Cornelia Conrad (FDP), Anke
Erdmann (Grüne), Ulrich Schippels (Linke), Anke Spoorendonk (SSW)
Hintergrund:
Die Schülerzahlen an den allgemein bildenden Schulen
im Lande sind im vergangenen Schuljahr 2009/10 erneut
gesunken. Einen Anstieg verzeichneten dagegen die
berufsbildenden Schulen. Das geht aus dem Bericht der
Landesregierung über die Unterrichtssituation hervor, den
das Bildungsministerium dem Parlament jährlich vorlegt.
Insgesamt
besuchten 407.028 Schüler eine Schule im Land. Das sind
gut 4.400 weniger als im Vorjahr. Den stärksten Rückgang
verzeichneten die öffentlichen allgemein bildenden
Schulen. Sie büßten rund 6.300 Schüler und damit zwei
Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein. Dieser Trend dürfte
sich in den kommenden Jahren fortsetzen, denn das Minus
ist an den Grundschulen besonders stark (minus 3,6
Prozent). Auch an den Förderzentren sank die Schülerzahl
um acht Prozent. Grund dafür ist laut Regierungsbericht
„die anhaltende Ausweitung der integrativen Förderung
im gemeinsamen Unterricht".
Zahlenmaterial spiegelt Umbruch in der
schleswig-holsteinischen Schullandschaft wider
In den
Zahlen des Regierungsberichts ist der Umbruch in der
schleswig-holsteinischen Schullandschaft mit der
Auflösung der Haupt- und Realschulen deutlich erkennbar:
Die neu eingerichteten 52 Regionalschulen unterrichten
bereits rund 5.500 Schüler in den Klassen fünf und
sechs, knapp 15.000 Schülern besuchten eine der 94
Gemeinschaftsschulen.
Die
Berufsschulen haben erneut mehr Zulauf als im Vorjahr: Um
zwei Prozent stieg hier die Schülerzahl. Insgesamt
besuchten knapp 96.100 Schüler die verschiedenen
berufsbildenden Schularten.
Unterrichtsausfall nimmt leicht zu
Beim
Unterrichtsausfall ist ein leichter Anstieg von 2,01 auf
2,13 Prozent der angesetzten Stunden zu verzeichnen, was
im Bericht auf den „langen und harten Winter"
zurückgeführt wird. Die höchste Ausfallquote hat Kiel
mit 2,62 Prozent, die niedrigste der Kreis Nordfriesland
mit 1,36 Prozent.
In Sachen
Klassenstärke liegt Schleswig-Holstein in fast allen
Schularten unter dem Durchschnitt der 16 Bundesländer.
Leicht darüber liegen nur die Förderzentren Lernen und
die Berufsbildenden Schulen. Auch die Zahl der
durchschnittlich erteilten Unterrichtsstunden pro Schüler
liegt in den meisten Fällen über dem Bundesdurchschnitt.
Am schlechtesten schneiden hierbei allerding die
Hauptschulen und die Förderzentren Lernen ab.
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