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Auf dieser Seite: Unterrichtssituation

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Bericht über die Unterrichtssituation an öffentlichen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen im 
Lande Schleswig-Holstein im Schuljahr 2010/2011

Federführend ist das Ministerium für Bildung und Kultur - Drs. 17/1842 

Unterrichtssituation an den Schulen:
Bildungsminister zieht positive Bilanz

Kiel (SHL/07.10.) Die Unterrichtsversorgung in Schleswig-Holstein bewegt sich auf einem konstant hohen Niveau. Zu diesem Schluss kommt Bildungsminister Ekkehard Klug (FDP) mit Blick auf den aktuellen Bericht zur Unterrichtssituation im Land. Insgesamt sei die Zahl der Schulstunden im Schuljahr 2010/11 um 7.500 gestiegen. "Für fast alle Schularten liegen bessere Zahlen vor", konstatierte der Minister. Damit habe Schwarz-Gelb ein zentrales Ziel in der Schulpolitik erreicht. Einzig an den Gymnasien wurde in dem Bericht ein leichter Anstieg des Unterrichtsausfalls auf 2,97 Prozent verzeichnet. Klug räumte ein, dass Ersatzlösungen nicht immer befriedigend seien, wenn "Engpässe" aufträten. Dies ließe sich jedoch nicht ändern, eine Traumwelt könne nicht "herbeigezaubert" werden.

Während die Regierungsfraktionen vor allem die positive Entwicklung bei der Unterrichtsversorgung betonten, nahm die Opposition die Kritik von Lehrerverbänden und Eltern auf. "Warum zeichnen die Schulen ein so ganz anderes Bild, wie es der Bericht vorgibt?" fragte Anke Erdmann (Grüne). Die Lehrerverbände würden der Politik "Selbstbetrug" vorwerfen. Offensichtlich gebe es da "eine Entkopplung von der Papierlage". Damit dürfe sich das Plenum zufrieden geben, mahnte Erdmann und forderte dazu auf, sich ernsthaft den Problemen zu stellen, statt mit der Debatte zur Unterrichtssituation nur ein jährliches Ritual zu pflegen.

In dieselbe Richtung argumentierte der SSW, der eine Überlastung von Lehrern anprangerte und kreativere Lösungen für eine bessere Unterrichtsversorgung anmahnte. SPD und Linke forderten die Regierung dazu auf, weniger Lehrerstellen zu streichen, als geplant. Laut den Plänen der Landesregierung sollen wegen der demografischen Entwicklung im laufenden Jahr sowie 2012 jeweils 300 Lehrerstellen eingespart werden.

Der Bericht wurde zur Beratung an den Bildungsausschuss überwiesen.

Weitere Hauptredner: Heike Franzen (CDU), Henning Höppner (SPD), Cornelia Conrad (FDP), Ellen Streitbörger (Linke), Lars Harms (SSW)

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Hintergrund:
Im Norden werden immer weniger Kinder eingeschult. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Schüler an den allgemeinen Schulen sowie an den Berufsschulen um etwa 6.400 gegenüber dem Jahr 2009 gesunken. Insgesamt gingen in Schleswig-Holstein 400.600 Mädchen und Jungen zur Schule. Das geht aus einem Regierungsbericht zur Unterrichtssituation im Schuljahr 2010/2011 hervor.

Besonders deutlich macht sich der Rückgang der Schülerzahlen in den Grundschulen bemerkbar. Gab es im Schuljahr 2009/2010 noch rund 107.000 Erstklässler, sanken die Anmeldungen ein Jahr später auf 103.000. Bis zum Jahr 2020 geht die Regierung davon aus, dass nur noch 87.000 Kinder eingeschult werden und die Zahl der Schüler im Land insgesamt auf 336.000 sinken wird.

Landesregierung verweist auf Stellenzuwachs und
Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung

Die Unterrichtsversorgung im Norden hat sich im vergangenen Schuljahr indes verbessert. Die Zahl der insgesamt erteilten Unterrichtsstunden stieg gegenüber dem Vorjahr um 7.500 Stunden, "bedingt durch den Stellenzuwachs und die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung", heißt es im Bericht des Bildungsministeriums. Neu eingestellt in den Schuldienst hat das Land auf Dauer 655 Lehrer, 781 Pädagogen erhielten befristete Verträge, und rund 580 Referendare begannen ihre praktische Ausbildung.

Das Plus an mehr Unterricht sei vor allem an den Regional- und Gemeinschaftsschulen sowie in der Sekundarstufe I der Gymnasien zu spüren, so das Ministerium. Im vergangenen Schuljahr erhielten Regionalschüler pro Klasse 40,6 Stunden Unterricht, im Jahr zuvor waren es noch 37,9 Stunden, an den Gemeinschaftsschulen waren es pro Klasse 39,8 Stunden, im Vorjahr 36,7 Stunden und an den Gymnasien bis Jahrgang 10 erhielt jede Klasse 33,6 Stunden Unterricht, im Schuljahr 2009/2010 waren es 31,6 Stunden.

Lehrerfortbildungen führen zu steigendem
Unterrichtsausfall an Gymnasien

Allerdings fiel vor allem an den Gymnasien im vergangenen Schuljahr mehr Unterricht als im Jahr zuvor aus: 2,97 Prozent der Stunden fanden nicht statt. Grund dafür waren unter anderem Lehrerfortbildungen, schreibt die Regierung. An den Grundschulen war der Unterrichtsausfall am niedrigsten und erreichte einen Wert von 0,65 Prozent. Im Vergleich der Kreise und kreisfreien Städte fiel im Kreis Pinneberg am häufigsten der Unterricht aus (2,51 Prozent), am wenigsten im Kreis Nordfriesland (1,44 Prozent). Elternvertreter widersprechen diesen Zahlen und gehen, vor allem an den Gymnasien, von deutlich höheren Ausfallquoten aus.

Die Größen der Klassen haben sich an Schleswig-Holsteins Schulen nicht verändert. In den Grundschulen saßen im vergangen Schuljahr pro Klasse durchschnittlich 21,5 Kinder, in den Gemeinschaftsschulen 23,6, in den Regionalschulen 22,8 und in den Gymnasien waren es im Schnitt 24,6. Damit haben die Grund-, Real- und Gesamtschulen sowie die Gymnasien in Schleswig-Holstein weniger Schüler je Klasse als im bundesweiten Durchschnitt.

Debatte zum letzten Bericht:
plenum-online
Oktober 2010

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