Besonders
deutlich macht sich der Rückgang der Schülerzahlen in
den Grundschulen bemerkbar. Gab es im Schuljahr 2009/2010
noch rund 107.000 Erstklässler, sanken die Anmeldungen
ein Jahr später auf 103.000. Bis zum Jahr 2020 geht die
Regierung davon aus, dass nur noch 87.000 Kinder
eingeschult werden und die Zahl der Schüler im Land
insgesamt auf 336.000 sinken wird.
Landesregierung
verweist auf Stellenzuwachs und
Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung
Die
Unterrichtsversorgung im Norden hat sich im vergangenen
Schuljahr indes verbessert. Die Zahl der insgesamt
erteilten Unterrichtsstunden stieg gegenüber dem Vorjahr
um 7.500 Stunden, "bedingt durch den Stellenzuwachs
und die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung",
heißt es im Bericht des Bildungsministeriums. Neu
eingestellt in den Schuldienst hat das Land auf Dauer 655
Lehrer, 781 Pädagogen erhielten befristete Verträge, und
rund 580 Referendare begannen ihre praktische Ausbildung.
Das Plus an
mehr Unterricht sei vor allem an den Regional- und
Gemeinschaftsschulen sowie in der Sekundarstufe I der
Gymnasien zu spüren, so das Ministerium. Im vergangenen
Schuljahr erhielten Regionalschüler pro Klasse 40,6
Stunden Unterricht, im Jahr zuvor waren es noch 37,9
Stunden, an den Gemeinschaftsschulen waren es pro Klasse
39,8 Stunden, im Vorjahr 36,7 Stunden und an den Gymnasien
bis Jahrgang 10 erhielt jede Klasse 33,6 Stunden
Unterricht, im Schuljahr 2009/2010 waren es 31,6 Stunden.
Lehrerfortbildungen
führen zu steigendem
Unterrichtsausfall an Gymnasien
Allerdings
fiel vor allem an den Gymnasien im vergangenen Schuljahr
mehr Unterricht als im Jahr zuvor aus: 2,97 Prozent der
Stunden fanden nicht statt. Grund dafür waren unter
anderem Lehrerfortbildungen, schreibt die Regierung. An
den Grundschulen war der Unterrichtsausfall am niedrigsten
und erreichte einen Wert von 0,65 Prozent. Im Vergleich
der Kreise und kreisfreien Städte fiel im Kreis Pinneberg
am häufigsten der Unterricht aus (2,51 Prozent), am
wenigsten im Kreis Nordfriesland (1,44 Prozent).
Elternvertreter widersprechen diesen Zahlen und gehen, vor
allem an den Gymnasien, von deutlich höheren
Ausfallquoten aus.
Die
Größen der Klassen haben sich an Schleswig-Holsteins
Schulen nicht verändert. In den Grundschulen saßen im
vergangen Schuljahr pro Klasse durchschnittlich 21,5
Kinder, in den Gemeinschaftsschulen 23,6, in den
Regionalschulen 22,8 und in den Gymnasien waren es im
Schnitt 24,6. Damit haben die Grund-, Real- und
Gesamtschulen sowie die Gymnasien in Schleswig-Holstein
weniger Schüler je Klasse als im bundesweiten
Durchschnitt.