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LEG-Verkauf
besiegelt: 105 Millionen für die Landeskasse
Opposition kritisiert zu
niedrigen Verkaufspreis
Kiel (SHL).
Angesichts der angespannten Haushaltslage hat sich das Land von
weiterem Landeseigentum getrennt. Am Mittwoch, dem 24. September
2003, stimmte der Landtag auf Antrag der Regierung mehrheitlich dem
Verkauf der restlichen Landesanteile an der
Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) an die HSH Nordbank zu. Der
LEG-Anteilsverkauf in Höhe von 50,07 Prozent soll 105 Millionen
Euro in die Landeskasse bringen. In einem Zusatzantrag forderten SPD
und Grüne zudem, eine "Call-Option" zum Rückkauf der
Landesplanung nicht wahr zu nehmen. Ursprünglich hatte die
Landesregierung vor, die Landesplanung als Tochterunternehmen aus
der LEG auszugliedern und die Mehrheit an dem neuen Unternehmen zu
erwerben. Die LEG ist zudem ein umfassender Dienstleister im Bereich
Grundstücke und Immobilien.
"Vor die Alternative
gestellt, weniger Polizisten und Lehrer einzustellen und bei der
Kinderbetreuung zu kürzen oder die restlichen Anteile der LEG zu
verkaufen, ist dies die bessere Lösung", begründete Finanzminister
Ralf Stegner (SPD) den Verkauf. Die Landesplanung entgegen der
ursprünglichen Pläne ebenfalls zu verkaufen, sei ein
konsequenter Schritt: Die Oberhoheit für die Landesplanung
verbleibe weiterhin beim Innenministerium, die Ausführung könne
jedoch genauso gut in der Hand privater Investoren liegen,
unterstützte Stegner den Antrag der rot-grünen
Regierungsfraktionen zur Call-Option.
CDU: "Verscherbeln von
Landesvermögen"
Auch seine Fraktion sei für den
Verkauf, sagte Hans-Jörn Arp von der CDU. Aber: Der Verkaufspreis
sei deutlich zu niedrig. Hätte die Landesregierung ihre Anteile
schon 2001 verkauft, wie seinerzeit seine Fraktion gefordert hatte,
wäre ein Mehrerlös von über 85 Millionen Euro möglich gewesen.
Stegner nehme jetzt einen Notverkauf vor: "Das ist ein
weiteres Verscherbeln von Landesvermögen, um den maroden
Landeshaushalt über eine weitere Runde zu bringen",
kritisierte Arp.
Der Verkauf der LEG sei ein Beitrag
zur "Entbürokratisierung", verteidigte hingegen Ursula
Kähler (SPD) den Verkauf. Negative Auswirkungen seien nicht zu
befürchten: 87 Prozent der Mieten der LEG-Wohnungen seien bis
2010, 57 Prozent sogar bis 2025 mietpreisgebunden. Auch für die
Landesplanung habe der Verkauf keine Konsequenzen: Aufträge
hierfür könnten künftig ausgeschrieben werden. Für eine
Übergangszeit sei eine vertragliche Bindung an die LEG denkbar,
um die 80 hoch qualifizierten Beschäftigten im Bereich
Landesplanung zu sichern.
SSW hat Bauchschmerzen
Nach einer von FDP-Fraktions-Chef
Wolfgang Kubicki beantragten Unterbrechung - er hatte eine
Beratung im Finanzausschuss zu seiner Meinung nach ungeklärten
Details beim Verkauf beantragt - warf
Heiner Garg (FDP) der rot-grünen Koalition schlechtes
Wirtschaften vor: Durch ihre "Salami-Taktik", habe die
Landesregierung 92 Millionen Euro verschenkt. Rot-grün habe
"jämmerlich versagt" und erneut "Millionen
verplempert". Die FDP lehne den Verkauf zu diesen Konditionen
ab.
"Schleswig-Holstein ist
pleite. Die finanzielle Lage des Landes zwingt uns, diesem
Notverkauf zu zustimmen", sagte Monika Heinold von den
Grünen. Anke Spoorendonk (SSW) hingegen meldete
"Bauchschmerzen" an. Grund: Die LEG habe in den
vergangenen Jahren dazu beigetragen, genügend günstigen Wohnraum
in Schleswig-Holstein zu schaffen. Der SSW stimme aber dem Verkauf
wegen der angespannten Haushaltslage zu.
Der rot-grüne Zusatzantrag wurde
einstimmig angenommen.
Hintergrund:
Die Landesentwicklungsgesellschaft
(LEG) ist ein umfassender Dienstleister im Bereich
Grundstücke und Immobilien. Die Gesellschaft mit Sitz in
Kiel betreut Wohnungs- und städtebauliche Projekte,
besorgt die Vermietung und Bewirtschaftung von Wohnraum
und ist als Immobilien-Verkäufer tätig. Die LEG bildet
mit fünf Tochterunternehmen den LEG-Unternehmensverbund.
Dieser Verbund wies im Jahre 2001 eine Konzernbilanzsumme
von 1,229 Milliarden Euro und einen Umsatzerlös von 8,9
Millionen Euro auf. Der LEG-Verbund verfügt über 22.300
Mietwohnungen in 60 Städten und Gemeinden. Rund 550
Mitarbeiter sind für das Unternehmen tätig.
Die Landesregierung plant, den Landesanteil an der
LEG von 50,07 Prozent bis Ende des Jahres an die neu
gegründete HSH Nordbank AG zu veräußern, die bereits
jetzt, gemeinsam mit der B&L Immobilien AG, 49,9
Prozent der LEG-Anteile hält. Kaufpreis: 105 Millionen
Euro.
Nach Willen der Landesregierung soll der Bereich
Landesplanung durch die Gründung der Tochterfirma
"LEG Schleswig-Holstein
Entwicklungsgesellschaft" aus der LEG ausgegliedert
werden. An dieser Firma mit einem Grundkapital von 13
Millionen Euro und 80 Mitarbeitern will sich das Land
zunächst mit 74,9 Prozent beteiligen.
Zu beiden Schritten –Verkauf der Anteile und
Beteiligung an der Tochterfirma- ist die Zustimmung des
Landtags notwendig.
mehr Informationen:
plenum-online,
Juni 2003
(www.sh-landtag.de/plenumonline/juni2003/texte/dringlichkeit.htm)
Landesentwicklungsgesellschaft S-H.
(www.leg-sh.de)
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