Auf dieser Seite: Gewerbesteuer - Mittelstandsoffensive

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Top 26: 
Gewerbesteuer
Antrag der Fraktion der FDP

Drucksache: 15/2906
-Plenarprotokoll-
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Top 45: 
Mittelstandsoffensive liegen geblieben?
Landtagsbeschluss vom 29. August 2003 - Drucksache 15/2824
Bericht der Landesregierung
Drucksache: 15/2896
-Plenarprotokoll-
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Gewerbesteuer weiter umstritten
Debatte zur Bundesratsinitiative der Landesregierung

Kiel (SHL). Gewerbesteuer streichen oder ausweiten? Diese Frage spaltet Bund, Länder, Gemeinden und Verbände. Dementsprechend aufgeheizt verlief am Freitag, 26. September, eine Debatte zu diesem Thema, die auf Antrag der FDP-Fraktion zustande gekommen war. In Vertretung von Finanzminister Ralf Stegner warf Innenminister Klaus Buß (SPD) der Opposition "Kommunenfeindlichkeit" vor. Die Landesregierung gehe mit der Ausweitung der Gewerbesteuer den richtigen Weg. "Welch ein Chaos. Was für schädliche Signale an Menschen und Unternehmen", ließ Heiner Garg (FDP) kein gutes Haar an der Bundesratsinitiative der Landesregierung.

Hintergrund des FDP-Antrages ist die von der Bundesregierung geplante Ausweitung der Gewerbesteuer auf Freiberufler wie Ärzte, Anwälte oder Journalisten. Die Landesregierung hatte zusätzlich mit Unterstützung von SPD, Grünen und SSW ein Gesetz vorgelegt, das die Erweiterung der Bemessungsgrundlage für die Gewerbesteuer vorsieht. Danach sollen Unternehmen künftig auch für Pacht-, Miet- und Zinseinnahmen Abgaben zahlen. Dies würde Schleswig-Holsteins Städten und Gemeinden jährlich Mehreinnahmen in Höhe von 175 Millionen Euro bescheren. Fürsprecher des Gesetzes sind unter anderem Kiels Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz und die Präsidentin des Deutschen Städtetages, Petra Roth (beide CDU).

Deren Parteikollegen von der Landtagsfraktion wie auch die FDP-Fraktion fordern generell die Abschaffung der Gewerbesteuer. Statt dessen wollen diese Parteien die Kommunen stärker an der Umsatzsteuer beteiligen. Die FDP fordert zudem ein Hebesatzrecht der Städte für die Einkommens- und Körperschaftssteuer.

Schleswig-Holsteins Städte, Kreise und Gemeinden plagen erhebliche Haushaltsprobleme. So ist die Stadt Lübeck mit 457 Millionen Euro verschuldet, Kiel mit rund 265 Millionen, und Flensburg mit 230 Millionen. Die Gewerbesteuer hat 2002 knapp ein Drittel der gesamten kommunalen Einnahmen ausgemacht.

Weitere Hauptredner: Klaus Peter Puls (SPD), Peter Lehnert (CDU), Monika Heinold (Grüne), Lars Harms (SSW)

Hintergrund:
  Das Landeskabinett plant unter anderem eine Verbreiterung der Bemessungsgrundlage. So sollen auch Freiberufler wie Ärzte und Rechtsanwälte künftig der Gewerbesteuerpflicht unterliegen. Neben den Geschäftseinkünften sollen auch Zinsen, Mieten, Pachten und Leasingraten versteuert werden.   Die Landesregierung rechnet dadurch mit jährlichen Mehrein- nahmen für Schleswig-Holsteins Kommunen von insgesamt rund 175 Millionen Euro.
  Schleswig-Holsteins Städte, Kreise und Gemeinden plagen erhebliche Haushaltsprobleme. So ist die Stadt Lübeck mit 457 Millionen Euro verschuldet, Kiel mit rund 265 Millionen, und Flensburg mit 230 Millionen. Die Gewerbesteuer hat 2002 knapp ein Drittel der gesamten kommunalen Einnahmen ausgemacht.
  Laut Handelsblatt vom 23.09.2003  zufolge ist das Gewerbesteueraufkommen im ersten Halbjahr dieses Jahres bundesweit um 9,7 Prozent gegenüber 2002 gestiegen. Spitzenreiter seien die Kommunen in Hessen und Schleswig-Holstein, die jeweils fast 50 Prozent mehr Gewerbesteuer kassierten. Das Handelsblatt beruft sich auf interne Berechnungen des Bundesfinanzministeriums.

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Tut Rot-Grün genug für
den Mittelstand?
Förderpolitik der Regierung fällt bei Opposition durch

Kiel (SHL). Rot-Grün füllt zu wenig Sprit in den Motor der Wirtschaft – so die Reaktion der Opposition am Freitag, 26. September, auf einen Regierungsbericht zum Thema Förderpolitik und Mittelstand. Als Beleg führten FDP, die den Bericht beantragt hatte, und CDU das schrumpfende Brutto-Inlandsprodukt, die Insolvenzquote und die kürzlich geäußerte Kritik der Unternehmensverbände an. Beide Fraktionen warfen der Landesregierung eine wirtschafts- und mittelstandsfeindliche Politik vor. Das wirtschaftliche Umfeld sei in der Tat schwierig, gestanden Regierungskoalition und SSW ein. Aber: Schleswig-Holstein unterstütze seine Betriebe im Bundesvergleich gut, und mit der Konjunktur gehe es langsam bergauf.

Als klein und mittelständisch gelten Firmen mit weniger als 250 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro. Der Mittelstand ist das Rückgrat der Wirtschaft: In Schleswig-Holstein gehören 98 Prozent der Unternehmen mit 85 Prozent aller Arbeitnehmer zu diesem Bereich. Der Staat fördert die Firmen durch Zuschüsse, Darlehen, Bürgschaften oder Beteiligungen. Auf Landesebene werden solche Finanzierungen unter anderem von der Initiative "Arbeit für Schleswig-Holstein" oder der Investitionsbank übernommen. Die Landesregierung hatte im September 2002 eine besondere "Mittelstandsoffensive" angekündigt.

Offensive ist verpufft

Diese Offensive sei liegen geblieben, so FDP und CDU. Beleg hierfür seien die Wirtschaftsdaten, bei denen Schleswig-Holstein auf einem Niveau mit Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg stehe. Die Opposition verwies auf die nur spärlich fließenden Kredite und die geplante Ausweitung der Gewerbesteuer. Seitens der Union wurden aber auch signalisiert,  bei der  Mitarbeit beim Abbau von statistischen Berichtspflichten und bürokratischen Vorschriften sowie bei der Umgestaltung der Handwerksordnung mitarbeiten zu wollen.

Wir fördern effizienter als andere und stehen besser da als zum Beispiel Hamburg, betonten dagegen SPD, Grüne und SSW. Beispiele hierfür seien ein funktionierendes Instrumentarium zur finanziellen Absicherung der Firmen, von der Anschubfinanzierung bis zur Kreditvergabe. Auch das neue Tariftreuegesetz und das jüngst verabschiedete Mittelstandsförderungsgesetz wirkten sich positiv aus.

Minister setzt auf Reformen

Wirtschaftsminister Bernd Rohwer (SPD)  hofft auf weitere Reformen zu Gunsten des Mittelstandes: Die Agenda 2010 und die Hartz-Konzepte beinhalteten mittelstandsfreundliche Elemente wie die Lockerung des Kündigungsschutzes, die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes oder die Minijobs.

Der Bericht wurde an den Wirtschaftsausschuss überwiesen.

Hauptredner: Heiner Garg (FDP), Bernd Schröder (SPD), Martin Kayenburg (CDU), Karl-Martin Hentschel (Grüne), Lars Harms (SSW)

Hintergrund:
  Die Landesregierung soll in ihrem Bericht die Ergebnisse der im Herbst 2002 angekündigten Mittelstandsoffensive vorstellen. Der Berichtsantrag, der von der FDP stammt, wurde im Landtag einmütig angenommen. Die Regierung soll unter anderem darlegen, was sie unternommen und konkret erreicht hat, um die wachsenden Kreditsorgen der mittelständischen Unternehmen zu lindern oder sie bei Steuern und Statistik zu entlasten. Gefragt wurde auch, was aus einem Mittelstands-TÜV für Gesetze und Verordnungen geworden ist. Hintergrund: Der Mittelstand ist das Rückgrat der heimischen Wirtschaft. Mehr als 90 Prozent der Betriebe im Land sind kleine oder mittelständische Unternehmen. Sie bieten 70 Prozent der Arbeits- und 80 Prozent der Ausbildungsplätze an.

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