Top 26:
Gewerbesteuer
Antrag der Fraktion
der FDP |
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Top 45:
Mittelstandsoffensive
liegen geblieben?
Landtagsbeschluss vom 29. August 2003 - Drucksache 15/2824
Bericht der Landesregierung |
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Gewerbesteuer weiter
umstritten
Debatte zur
Bundesratsinitiative der Landesregierung
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Kiel (SHL).
Gewerbesteuer streichen oder ausweiten? Diese Frage spaltet
Bund, Länder, Gemeinden und Verbände. Dementsprechend
aufgeheizt verlief am Freitag, 26. September, eine Debatte zu
diesem Thema, die auf Antrag der FDP-Fraktion zustande gekommen
war. In Vertretung von Finanzminister Ralf Stegner warf Innenminister Klaus Buß (SPD)
der Opposition
"Kommunenfeindlichkeit" vor. Die Landesregierung gehe
mit der Ausweitung der Gewerbesteuer den richtigen Weg.
"Welch ein Chaos. Was für schädliche Signale an Menschen
und Unternehmen", ließ Heiner Garg (FDP) kein gutes Haar an
der Bundesratsinitiative der Landesregierung.
Hintergrund des
FDP-Antrages ist die von der Bundesregierung geplante Ausweitung
der Gewerbesteuer auf Freiberufler wie Ärzte, Anwälte oder
Journalisten. Die Landesregierung hatte zusätzlich mit
Unterstützung von SPD, Grünen und SSW ein Gesetz vorgelegt,
das die Erweiterung der Bemessungsgrundlage für die
Gewerbesteuer vorsieht. Danach sollen Unternehmen künftig auch
für Pacht-, Miet- und Zinseinnahmen Abgaben zahlen. Dies würde
Schleswig-Holsteins Städten und Gemeinden jährlich
Mehreinnahmen in Höhe von 175 Millionen Euro bescheren.
Fürsprecher des Gesetzes sind unter anderem Kiels Oberbürgermeisterin
Angelika Volquartz und die Präsidentin des Deutschen
Städtetages, Petra Roth (beide CDU).
Deren Parteikollegen
von der Landtagsfraktion wie auch die FDP-Fraktion fordern
generell die Abschaffung der Gewerbesteuer. Statt dessen wollen
diese Parteien die Kommunen stärker an der Umsatzsteuer
beteiligen. Die FDP fordert zudem ein Hebesatzrecht der Städte
für die Einkommens- und Körperschaftssteuer.
Schleswig-Holsteins
Städte, Kreise und Gemeinden plagen erhebliche
Haushaltsprobleme. So ist die Stadt Lübeck mit 457 Millionen
Euro verschuldet, Kiel mit rund 265 Millionen, und Flensburg mit
230 Millionen. Die Gewerbesteuer hat 2002 knapp ein Drittel der
gesamten kommunalen Einnahmen ausgemacht.
Weitere
Hauptredner: Klaus Peter Puls (SPD), Peter Lehnert
(CDU), Monika Heinold (Grüne), Lars Harms (SSW)
Hintergrund:
Das
Landeskabinett plant unter anderem eine Verbreiterung der
Bemessungsgrundlage. So sollen auch Freiberufler wie
Ärzte und Rechtsanwälte künftig der
Gewerbesteuerpflicht unterliegen. Neben den
Geschäftseinkünften sollen auch Zinsen, Mieten, Pachten
und Leasingraten versteuert werden. Die
Landesregierung rechnet dadurch mit jährlichen Mehrein-
nahmen für Schleswig-Holsteins Kommunen von insgesamt
rund 175 Millionen Euro.
Schleswig-Holsteins
Städte, Kreise und Gemeinden plagen erhebliche
Haushaltsprobleme. So ist die Stadt Lübeck mit 457
Millionen Euro verschuldet, Kiel mit rund 265 Millionen,
und Flensburg mit 230 Millionen. Die Gewerbesteuer hat
2002 knapp ein Drittel der gesamten kommunalen Einnahmen
ausgemacht.
Laut Handelsblatt vom 23.09.2003 zufolge ist
das Gewerbesteueraufkommen im ersten Halbjahr dieses
Jahres bundesweit um 9,7 Prozent gegenüber 2002
gestiegen. Spitzenreiter seien die Kommunen in Hessen und
Schleswig-Holstein, die jeweils fast 50 Prozent mehr
Gewerbesteuer kassierten. Das Handelsblatt beruft sich auf
interne Berechnungen des Bundesfinanzministeriums.
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Tut Rot-Grün genug für
den Mittelstand?
Förderpolitik der
Regierung fällt bei Opposition durch
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Kiel (SHL). Rot-Grün füllt zu wenig Sprit in den Motor der
Wirtschaft – so die Reaktion der Opposition am Freitag, 26.
September, auf einen Regierungsbericht zum Thema Förderpolitik
und Mittelstand. Als Beleg führten FDP, die den Bericht
beantragt hatte, und CDU das schrumpfende Brutto-Inlandsprodukt,
die Insolvenzquote und die kürzlich geäußerte Kritik der
Unternehmensverbände an. Beide Fraktionen warfen der Landesregierung eine wirtschafts- und mittelstandsfeindliche Politik
vor. Das wirtschaftliche Umfeld sei in der Tat schwierig,
gestanden Regierungskoalition und SSW ein. Aber:
Schleswig-Holstein unterstütze seine Betriebe im
Bundesvergleich gut, und mit der Konjunktur gehe es langsam
bergauf.
Als klein und mittelständisch gelten Firmen mit weniger als
250 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von höchstens 50
Millionen Euro. Der Mittelstand ist das Rückgrat der
Wirtschaft: In Schleswig-Holstein gehören 98 Prozent der
Unternehmen mit 85 Prozent aller Arbeitnehmer zu diesem Bereich.
Der Staat fördert die Firmen durch Zuschüsse, Darlehen,
Bürgschaften oder Beteiligungen. Auf Landesebene werden solche
Finanzierungen unter anderem von der Initiative "Arbeit
für Schleswig-Holstein" oder der Investitionsbank
übernommen. Die Landesregierung hatte im September 2002 eine
besondere "Mittelstandsoffensive" angekündigt.
Offensive ist verpufft
Diese Offensive sei liegen geblieben, so FDP und CDU. Beleg
hierfür seien die Wirtschaftsdaten, bei denen
Schleswig-Holstein auf einem Niveau mit Mecklenburg-Vorpommern
und Brandenburg stehe. Die Opposition verwies auf die nur
spärlich fließenden Kredite und die geplante Ausweitung der
Gewerbesteuer. Seitens der Union wurden aber auch
signalisiert, bei der Mitarbeit beim Abbau von
statistischen Berichtspflichten und bürokratischen Vorschriften
sowie bei der Umgestaltung der Handwerksordnung mitarbeiten zu
wollen.
Wir fördern effizienter als andere und stehen besser da als
zum Beispiel Hamburg, betonten dagegen SPD, Grüne und SSW.
Beispiele hierfür seien ein funktionierendes Instrumentarium
zur finanziellen Absicherung der Firmen, von der
Anschubfinanzierung bis zur Kreditvergabe. Auch das neue
Tariftreuegesetz und das jüngst verabschiedete
Mittelstandsförderungsgesetz wirkten sich positiv aus.
Minister setzt auf Reformen
Wirtschaftsminister Bernd Rohwer (SPD) hofft auf weitere Reformen zu Gunsten des
Mittelstandes: Die Agenda 2010 und die Hartz-Konzepte
beinhalteten mittelstandsfreundliche Elemente wie die Lockerung
des Kündigungsschutzes, die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes
oder die Minijobs.
Der Bericht wurde an den Wirtschaftsausschuss überwiesen.
Hauptredner:
Heiner Garg (FDP),
Bernd Schröder (SPD), Martin Kayenburg (CDU), Karl-Martin
Hentschel (Grüne), Lars Harms (SSW)
Hintergrund:
Die Landesregierung soll
in ihrem Bericht die Ergebnisse der im Herbst 2002 angekündigten
Mittelstandsoffensive vorstellen. Der Berichtsantrag, der von der FDP
stammt, wurde im Landtag einmütig angenommen. Die Regierung soll
unter anderem darlegen, was sie unternommen und konkret erreicht
hat, um die wachsenden Kreditsorgen der mittelständischen Unternehmen
zu lindern oder sie bei Steuern und Statistik zu entlasten. Gefragt
wurde auch, was aus einem Mittelstands-TÜV für Gesetze und Verordnungen
geworden ist. Hintergrund: Der Mittelstand ist das Rückgrat der
heimischen Wirtschaft. Mehr als 90 Prozent der Betriebe im Land sind
kleine oder mittelständische Unternehmen. Sie bieten 70 Prozent
der Arbeits- und 80 Prozent der Ausbildungsplätze an.
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