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Lehrstellenmarkt bereitet
Kopfzerbrechen
Lage in
Schleswig-Holstein bleibt angespannt
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Kiel (SHL). Wirtschaftsflaute,
Pisa-Studie und Lehrstellenmangel: Der Ausbildungsstandort
Schleswig-Holstein steht weiter auf dem Prüfstand. Vor diesem
Hintergrund hat Wirtschaftsminister Bernd Rohwer (SPD) in einem
mündlichen Bericht am Freitag, 26. September, die neuesten
Zahlen zum Lehrstellenmarkt vorgelegt. Danach suchen zurzeit noch 4.000 Jugendliche
im Land einen Ausbildungsplatz. Dem gegenüber verzeichnen die
Arbeitsämter 1.300 offene Stellen. Damit liege
Schleswig-Holstein aber deutlich unter dem Bundesdurchschnitt,
so Rohwer. In Deutschland ist das Lehrstellenangebot um 3,4
Prozent zurückgegangen, im Land liegt die Quote bei 0,6
Prozent.
Insbesondere das vom Land im
Frühjahr dieses Jahres aufgelegte "Sofortprogramm für
mehr Ausbildung und Qualifizierung" habe sich bewährt und
bereits das Ziel für 2003 übertroffen, hob der Minister
hervor. Von den angestrebten 2.100 zusätzlichen Plätzen seien
schon jetzt knapp 2.800 eingeworben worden. "Allein im
ausbildungsvorbereitenden Jahr und bei den Berufsfachschulen
konnten 866 Plätze geschaffen werden", so Rohwer.
Übereinstimmend bewerteten die
Abgeordneten die Ausbildungssituation aber insgesamt
als unbefriedigend. Rohwer, CDU, FDP und SSW erteilten in diesem
Zusammenhang einer auf Bundesebene kontrovers diskutierten Abgabe
für ausbildungsunwillige Betriebe eine klare Absage. Die Union
befürchtete, dass sich damit noch mehr Unternehmen aus der
betrieblichen Ausbildung zurückziehen würden. Die Liberalen
forderten ein Landesprogramm zur Verbesserung der
Ausbildungsreife von Schulabgängern; der SSW schlug
steuerliche Anreize für Ausbildungsbetriebe vor. Während
die Grünen ein Ausbildungsverfahren forderten, das alle
Unternehmen an den Ausbildungskosten beteiligt, bezeichnete die
SPD diese als "ultima ratio".
Unumstritten war im Plenum die
Bedeutung des Handwerks für die Ausbildung in
Schleswig-Holstein. Nach wie vor stellt es die meisten
Lehrstellen im Land. 2003 sind es trotz eines leichten
Rückgangs um drei Prozent rund 5.400 Lehrstellen.
Hauptredner:
Helmut Jacobs (SPD),
Torsten Geerdts (CDU), Ekkehard Klug (FDP), Karl-Martin
Hentschel (Grüne), Lars Harms (SSW)
Hintergrund:
Bis Ende August dieses Jahres haben die Industrie-
und Handelskammern im Lande nach Angaben der
Landesregierung 8.044 neue Ausbildungsverträge
registriert. Dies sind 52 Stellen oder 0,6 Prozent weniger
als zum Vorjahreszeitpunkt. Im Bundesdurchschnitt ist hier
ein Minus von 3,4 Prozent zu verzeichnen.
Im Bereich des Handwerks hat das
Wirtschaftsministerium 5.383 neue Ausbildungsverträge im
Lande gezählt, 230 oder 4,1 Prozent weniger als 2002. Auf
Bundesebene betrug der Rückgang 8,9 Prozent.
Ende August waren noch rund 4.100
schleswig-holsteinische Jugendliche auf der Suche nach
einem Lehrbetrieb. Demgegenüber verzeichneten die
Arbeitsämter 1.300 offene Stellen.
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verlegt auf spätere Tagung
Hauptredner:
Hintergrund:
Laut
Wirtschaftsministerium sind im Jahre 2002 insgesamt 27.771
Gewerbe in Schleswig-Holstein angemeldet worden, was in
etwa dem Niveau der Vorjahre entspricht. In ihrem Bericht
weist die Landesregierung darauf hin, dass die
schleswig-holsteinische Selbständigenquote mit 12,1
Prozent der Erwerbstätigen über dem Bundesdurchschnitt
von 10,6 Prozent liegt und dass das Land damit im
Vergleich aller deutschen Länder den zweiten Platz
belegt.
Fördermöglichkeiten für Existenzgründer bieten
unter anderem die Investitionsbank Schleswig-Holstein, die
Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein und die
Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein GmbH. Das Land hat ein
spezielles Existenzgründerinnenprogramm aufgelegt.
Weitere Ansprechpartner für Existenzgründer sind
beispielsweise die Technologiestiftung, der Verein
"Investoren für Unternehmen in Schleswig-Holstein e.
V.", die Patentinformations- stelle und die
Wirtschaftsförderung Schleswig-Holstein GmbH.
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